Energiespartipps für das Homeoffice

Gerold Fürniß, Energieberater bei den Stadtwerken Karlsruhe, 08.04.2020

„Arbeiten Sie schon im Homeoffice?“ Die Frage hören derzeit viele, die mit Geschäftspartnern oder Kollegen telefonieren. Dabei gilt leider auch: Wer vom heimischen Schreibtisch aus seinem Job nachgeht, muss mit (leicht) steigenden Strom- und Heizungskosten rechnen. Umso wichtiger sind einfache und wirkungsvolle Energiespar-Tricks.

Homeoffice in Zeiten von Corona

In normalen Zeiten arbeiten laut Statistischem Bundesamt nur zwölf Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland von zu Hause aus. Für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die Situation in der Coronavirus-Krise also neu: Morgens schaltet man das Notebook im Nebenzimmer an, der Pausenkaffee kommt aus der eigenen Küche und die „heimische Kantine“ sorgt auch für das Mittagessen. Schon bei dieser Aufzählung fällt allerdings auf, dass mit jedem Tag im Homeoffice der heimische Stromverbrauch ansteigt. Wir geben an dieser Stelle deshalb ein paar einfache Stromspartipps.

Computer, Router und Co.: Den Dauerverbrauch verhindern

Oft bleiben Laptop, Monitor und Router auch nachts dauerhaft angeschaltet – und zwar im Standby-Modus. Die einfache Lösung:

  • Stecken Sie die Geräte an eine Steckerleiste und ziehen Sie diese abends aus der Steckdose. Bei vielen Geräte lässt sich nur so der Stromverbrauch komplett unterbrechen.
  • Fahren Sie den Computer auch bei Arbeitspausen herunter – der Dauerbetrieb verbraucht mehr Strom. Das Herunterfahren schadet nicht der Festplatte.
  • Bildschirmschoner sparen keine Energie. Stattdessen erfordert die grafische Spielerei den Einsatz von Prozessor und Grafikkarte. Nutzen Sie stattdessen den Energiesparmodus des Betriebssystems, bei dem der Bildschirm schwarz bleibt. Außerdem hilft es, wenn Sie die Helligkeit des Bildschirms reduzieren.
  • Aktuell steigen die Verkaufszahlen von Notebooks an. Offensichtlich müssen viele ihr Homeoffice noch ausrüsten oder verbessern. Werfen Sie bei der Gelegenheit einen Blick auf den Stromverbrauch des neuen Gerätes. Energielabels geben Auskunft.
  • Achten Sie auf die Raumwärme und stellen Sie das Thermostat richtig ein. Heizung und Warmwasser haben einen Anteil von 85 Prozent am privaten Energieverbrauch.

Küche und Haushalt: Auf ein paar kleine Regeln kommt es an

Kühlschrank, Tiefkühltruhe und Backofen sind Stromfresser – natürlich nicht nur in Homeoffice-Zeiten. Es bietet sich aber an, in diesen Tagen einen genaueren Blick auf diese Geräte zu werfen. Denn sie haben Sparpotential.

  • Zunächst eine Überraschung: Der Stromverbrauch des Kühlschranks nimmt ab, je voller er ist – viele nehmen eher das Gegenteil an. Tatsächlich sorgt eine größere Zahl von Lebensmitteln dafür, dass der Luftaustausch beim Öffnen der Kühlschranktür reduziert ist und weniger warme Luft (die danach gekühlt werden muss) eindringt. Viel Strom spart man außerdem, wenn die Temperatur des Gerätes richtig eingestellt ist: 7 Grad gelten als optimal.
  • Eis an den Innenwänden von Gefrierfach und Tiefkühltruhe ist kein gutes Zeichen. Es wirkt wie eine Dämmschicht und der Stromverbrauch steigt an. Mindestens einmal pro Jahr sollten sie das Gerät deshalb abtauen: Schalten Sie es aus, stellen Sie eine Schüssel mit warmem Wasser hinein und schließen Sie die Tür. Das verkürzt den Prozess. Moderne Geräte mit sogenannter „No-Frost-Technik“ müssen nicht abgetaut werden.
  • Verzichten Sie auf das Vorheizen des Backofens. Für das Backergebnis hat das Vorheizen praktisch keine Auswirkungen. Es kostet aber unnötigen Strom.
  • Wer geschlossene Töpfe beim Kochen auf dem Herd stehen hat, reduziert den Energieverbrauch um rund die Hälfte. Es hilft zusätzlich beim Stromsparen, wenn Sie das benötigte Wasser für Nudeln, Kartoffel und Co. im Wasserkocher vorerhitzen.

Was kostet das Homeoffice genau?

Abschließend werfen wir einen Blick auf die geschätzten Stromkosten eines durchschnittlichen Homeoffice-Tages:

  • Wenn Sie ein Notebook mit einer durchschnittlichen Tagesleistung von ca. 30 Watt und einen externen Bildschirm mit 20 Watt Leistung rund 8 Stunden lang verwenden, kostet das etwa 0,116 Euro (bei 0,29 Euro pro kwh).
  • Dazu kommen die Kosten für den Herd (3000 Watt), der in der Mittagpause rund 30 Minuten im Einsatz sein könnte. Das kostet etwa 0,43 Euro (bei 0,29 Euro pro kwh).

Die zusätzlichen Home-Office-Stromkosten liegen also bei maximal einem Euro pro Arbeitstag.

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