Wasserwerk: Hier wird Grundwasser zu Trinkwasser

Es geschieht im Wasserwerk: So genanntes Rohwasser wird für den Menschen trink- und genießbar gemacht. Wie ein Wasserwerk funktioniert, was bei der Wasseraufbereitung sowie der Wasserversorgung zu beachten ist und welche Wasserwerke es in Karlsruhe gibt, erfahren Sie in den folgenden Texten. Lesen Sie außerdem, welche Rolle Trinkwasser und Brunnen in Karlsruhe spielen, und erfahren Sie die aktuellen Kenndaten der Trinkwasserversorgung.

Wasserwerke – Bereitstellung von Trinkwasser

Ein Wasserwerk ist eine Anlage der Trinkwasserversorgung, in welcher das Wasser gefördert, aufbereitet und in das Versorgungsnetz geleitet wird.

Zu den wichtigen Bestandteilen eines Wasserwerkes gehören Brunnen, Filter, Pumpen und Wasserbehälter. In der dazugehörigen Leitstelle wird die Wassergewinnung und Trinkwasseraufbereitung gesteuert und kontinuierlich überwacht. Sie stellt außerdem die Verteilung des Trinkwassers im Rohrleitungsnetz sicher. Dies geschieht heutzutage ferngesteuert von einer zentralen Leitstelle aus.

Die Trinkwasserversorgung von Karlsruhe erfolgt aus Grundwasser. Zur nachhaltigen Sicherstellung der Wassermenge werden regelmäßig die Grundwasserstände erfasst. An ausgewählten Messstellen wird darüber hinaus die Qualität des Grundwassers in den Wasserschutzgebieten der Wasserwerke überwacht.

Die vier Wasserwerke der Stadtwerke Karlsruhe im Porträt

Die Stadtwerke Karlsruhe betreiben zur Wasserversorgung der Fächerstadt Wasserwerke. Die vier Wasserwerke Durlacher Wald, Mörscher Wald, Hardtwald und Rheinwald versorgen rund 450.000 Menschen: Die Bevölkerung von Karlsruhe, mehrere Umlandgemeinden sowie den Zweckverband Wasserversorgung Albgau.

Die Lage aller Wassergewinnungsanlagen im Oberrheingraben und in ausgedehnten Waldgebieten garantiert beste Wasserqualität. In Wäldern kann sich das Grundwasser nahezu unbeeinflusst vom Menschen bilden. So können die Wasserwerke ein naturbelassenes Trinkwasser liefern. Etwa 30 Prozent der Niederschläge in Karlsruhe und Umgebung werden zu Grundwasser. Nur rund ein Drittel dieser Menge wird zur Trinkwassergewinnung genutzt. Die Nachhaltigkeit der Wasserentnahme ist durch die ständige Überwachung der Grundwasserstände gesichert.

Tiefbrunnen fördern das kostbare Nass in die Wasserwerke. Die Grundwasser-Aufbereitung in den Karlsruher Wasserwerken ist nur minimal: So wird dem Grundwasser lediglich durch Zugabe von Luftsauerstoff und durch Sandfiltration Eisen und Mangan entzogen. Eine Chlorung des Trinkwassers in Karlsruhe ist aufgrund seiner hervorragenden, natürlichen Qualität nicht notwendig - das heißt: Bereits das Grundwasser ist mikrobiologisch einwandfrei.

An sehr heißen Tagen kann die benötigte Trinkwassermenge aus den Wasserwerken auch Werte über 100.000 Kubikmeter übersteigen. An einem kalten Wintertag werden dagegen nur etwa 60.000 Kubikmeter benötigt.

Laufende Investitionen sichern die Trinkwasserversorgung langfristig, das sind etwa 10 Millionen Euro pro Jahr. Für den Neubau des Wasserwerks Mörscher Wald investieren die Stadtwerke Karlsruhe rund 38 Millionen Euro.

Wasserwerk Durlacher Wald

Wasserwerk Durlacher Wald

Das Wasserwerk im Durlacher Wald ist das älteste Wasserwerk in Karlsruhe. Hier stehen drei Tiefbrunnen für die Trinkwasser-Förderung zur Verfügung. Das Wasserwerk Durlacher Wald kann pro Tag maximal 6.000 Kubikmeter Trinkwasser fördern. Diese Menge entspricht etwa acht Prozent der Tagesförderung der vier Wasserwerke in der Fächerstadt.
Im Wasserwerk Durlacher Wald befindet sich auch das Wasser- und Brunnenmuseum.

Wasserwerk Hardtwald

Wasserwerk Hardtwald

Bereits seit dem Jahr 1965 ist das Karlsruher Wasserwerk im Hardtwald in Betrieb. Es liefert bis zu 42.000 Kubikmeter Trinkwasser täglich. Nach der Entfernung von Eisen und Mangan kann das Wasser in zwei Vorratsbehältern mit einem Fassungsvermögen von zusammen vier Millionen Litern zwischengespeichert werden, ehe es von den Netzpumpen in das Wasserrohrnetz der Fächerstadt gepumpt wird.

Wasserwerk Mörscher Wald

Wasserwerk Mörscher Wald

Das Karlsruher Wasserwerk Mörscher Wald wurde ab 1928 errichtet und in den 1950er Jahren ausgebaut. Es befindet sich südlich der Fächerstadt auf Mörscher Gemarkung und hat 24 Tiefbrunnen für die Grundwasserförderung. Derzeit wächst auf dem Nachbargelände ein neues, modernes Wasserwerk heran. Mit diesem Jahrhundertprojekt sichern die Stadtwerke der Stadt Karlsruhe und der mitversorgten Umland-Gemeinden die Trinkwasserversorgung für weitere Generationen. Täglich rund 60.000 Kubikmeter Wasser können hier gewonnen und ins Trinkwassernetz eingespeist werden. Informieren Sie sich über den Fortschritt dieses 38-Millionen-Projekts

Wasserwerk Rheinwald

Wasserwerk Rheinwald

Das Wasserwerk Rheinwald befindet sich in den Rheinauewäldern bei Elchesheim-Illingen und ist seit dem Jahr 1977 in Betrieb. Aus 17 Tiefbrunnen wird Grundwasser gefördert, maximal 50.400 Kubikmeter Trinkwasser kann das Wasserwerk täglich zur Verfügung stellen.

Sobald es die Corona-Situation wieder zulässt, bieten die Stadtwerke Karlsruhe auch wieder Besichtigungen im Wasserwerk Rheinwald an.

Kenndaten der Karlsruher Trinkwasserversorgung 2020

Wasserwerke4
Zahl der Wasserschutzgebiete5
Fläche der Wasserschutzgebiete183 km²
Wasserrechtlich genehmigte Grundwasser-Entnahmemengemax. 41,6 Mio. m³
Brunnen64
Wasserabgabe aus den vier Wasserwerken für Karlsruhe und den Zweckverband Wasserversorgung Albgau24,9 Mio m³
Höchste Tagesabgabe 202090.271
Länge des Leitungsnetzes913 km
Zähler45.322

Wasser- und Brunnenmuseum: Wertschätzung für die Wasserversorgung

Wasser- und Brunnenmuseum

Das Wasser- und Brunnenmuseum der Stadtwerke Karlsruhe befindet sich im geschichtsträchtigen Wasserwerk Durlacher Wald. Dort haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wasserwerke interessante Exponate aus Technik, Kunst und Geschichte zusammengetragen und lassen die Entwicklung der Karlsruher Trinkwasserversorgung Revue passieren.

Der Besuch des Museums ist eine spannende und abwechslungsreiche Zeitreise zu den Anfängen der Karlsruher Trinkwasserversorgung. Anfangs stellten Lauf- und Ziehbrunnen die Versorgung mit Trinkwasser sicher. Später waren dann immer komplexere technische Anlagen notwendig, um das kostbare Gut und Lebensmittel dem Kunden frei Haus zu liefern. Die historischen Exponate aus der Gründerzeit der zentralen Trinkwasserversorgung zeigen eindrucksvoll die Entwicklung der Technik.

Das Highlight des Wasser- und Brunnenmuseums: Ein komplett eingerichtetes Badezimmer mit einer Schaukel-Badewanne aus Zink, einem alten Boiler mit Holzfeuerung und verschiedenen Utensilien aus der damaligen Waschküche lassen vergangene Zeiten wieder lebendig werden. Zudem gibt es immer wieder interessante Sonderausstellungen zum Thema Wasser und Brunnen.

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