Beginn der Bauarbeiten für das Wasserwerk Mörscher Wald

28.06.2018 | Spatenstich für Neubau neben dem alten Wasserwerk / Stadtwerke sichern die Versorgung an heißen Sommertagen ab und sorgen klimabedingten Veränderungen vor

Der Spatenstich für das Jahrhundertprojekt der Trinkwasserversorgung 
Der Spatenstich für das Jahrhundertprojekt der Trinkwasserversorgung

Die Stadtwerke Karlsruhe werden das Wasserwerk im Mörscher Wald zwischen Ettlingen und Rheinstetten in den kommenden Jahren nach modernsten technischen Standards komplett neu errichten. Der Neubau als Ersatz des 90 Jahre alten Werkes wird auf einem direkt an das bisherige Wasserwerk angrenzenden Grundstück errichtet. Untersuchungen im Vorfeld zeigten, dass ein Umbau des bestehenden Gebäudes zu aufwändig wäre und die Wasserversorgung aus dem – gerade in Sommermonaten unverzichtbaren – Werk während der Umbauphase zeitweise unterbrochen werden müsste. Im Frühjahr 2021 wird, wenn alles nach Plan läuft, das neue Wasserwerk fertig sein. Dann wird es die Bevölkerung von Karlsruhe mit Trinkwasser versorgen, sowie zahlreiche teil- oder vollversorgte Gemeinden und Zweckverbände in der Region, wie beispielsweise Ettlingen und Rheinstetten. Insgesamt investieren die Stadtwerke rund 38 Millionen Euro in das Projekt.

„Mit diesem Jahrhundertprojekt sichern die Stadtwerke die lebensnotwendige Trinkwasserversorgung für die Zukunft. Dies ist eine zentrale Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsor-ge und von herausragender Bedeutung für uns alle“, so Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup beim offiziellen Spatenstich. Für die Erneuerung der kompletten Aufbereitungs- und Speicheranlagen gibt es wichtige Gründe: Die bestehenden Wasserwerke stoßen mit ihrer Versorgungskapaziät an heißen Tagen bereits heute schon an ihre Grenzen. Sollte eines dieser Wasserwerke aus technischen oder qualitativen Gründen temporär nicht zur Verfügung stehen, müssen die verbleibenden Anlagen die Versorgung mit übernehmen können. Um dies gerade in Sommermonaten gewährleisten zu können, ist eine Mindestlieferkapazität von 60.000 Kubikmeter pro Wasserwerk und Tag erforderlich. Die derzeit bestehende Kapazität des alten Wasserwerkes von bisher 24.000 Kubikmeter muss daher mehr als verdoppelt werden, um zukünftige Engpässe zu vermeiden. Auch klimabedingte Einflüsse, bei denen in Karlsruhe vor allem im Sommer künftig deutlich höhere Tagesspitzen beim Wasserbedarf auftreten könnten, werden abgedeckt. „Ein Wasserwerk mit umfangreichen ökologischen Gutachten im Vorfeld zu planen und zu bauen bedarf einer sehr langen Vorbereitungszeit. Wir denken hier langfristig, damit wir in Zukunft unter anderem selbst bei längeren Hitzeperioden besser aufgestellt sind“, erklärt Dr. Karl Roth, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe. Geplant wird die gesamte Anlage übrigens vollständig dreidimensional. Das dient der wirtschaftlichen Umsetzung des Projektes und sorgt für finanzielle Sicherheit, denn so kann der Bedarf an Baumaterialien genau be-rechnet werden.

Aufbereitungstechnik mit deutlich höheren Kapazitäten

Die vom Regierungspräsidium Karlsruhe im Februar 2018 neu genehmigte Entnahme von Grundwasser im Wasserschutzgebiet Mörscher Wald wird nicht erhöht und verbleibt bei 60.000 Kubikmetern pro Tag. Diese Menge dürfen die Stadtwerke bis 2048 täglich aus den 24 Brunnen rund um das Wasserwerk entnehmen. Die Jahresentnahmemenge ist dabei auf 7.6 Millionen Kubikmeter begrenzt. Mit dem Neubau wird insbesondere die Aufbereitungs-technik deutlich verbessert und an modernste Standards angepasst. Die Leistungsfähigkeit wird also mehr als verdoppelt. Das schafft Versorgungssicherheit für die kommenden drei Jahrzehnte.

Wasserversorgung im Einklang mit der Natur

Der Genehmigung für die Entnahme von Grundwasser und für den Neubau gingen weitreichende Umweltverträglichkeitsstudien voraus. Das ökologische Gutachten umfasst rund 2.500 Seiten. Schließlich handelt es sich bei diesem Teil des Mörscher Waldes um ein Naturschutzgebiet. Das Fazit: So wie das Werk geplant ist, sind keine erheblichen Auswirkungen auf den Naturraum zu erwarten. Mögliche Beeinträchtigungen können durch geeignete Maßnahmen entsprechend ausgeglichen werden. Nachhaltiges Bauen wird in
diesem Projekt ebenfalls praktiziert: So werden zum Beispiel alle Dachflächen des Neubaus extensiv begrünt, das Gebäude soll architektonisch an ein aus dem Boden herausragendes Felsgestein erinnern. Die Wasserbehälter werden komplett mit Erde überdeckt, mit Rasenflächen begrünt und so in die Landschaft integriert. „Zu unseren Leitlinien gehört, Trinkwasser so zu gewinnen, dass die Natur geschont und die vorhandenen Ökosysteme erhalten werden. Denn Wasser ist ein Naturprodukt, und eine gesunde Natur ist eine maßgebliche Voraussetzung für ein langfristig sauberes und gesundes Trinkwasser“, so der Technische Geschäftsführer.

Fakten zur Karlsruher Trinkwasserversorgung

  • Die vier Wasserwerke Durlacher Wald, Mörscher Wald, Hardtwald und Rheinwald versorgen rund 450.000 Menschen: Die Bevölkerung von Karlsruhe, mehrere Umlandgemeinden sowie den Zweckverband Wasserversorgung Albgau
  • Die Lage aller Wassergewinnungsanlagen im Oberrheingraben und in ausgedehnten Waldgebieten garantiert beste Wasserqualität ohne chemische Aufbereitung.
  • Karlsruher Trinkwasser ist ein gesunder Durstlöscher. Es ist reich an wertvollen Mineralstoffen wie Calcium und Magnesium, natriumarm und praktisch nitratfrei. Es wird nicht gechlort, da schon das Grundwasser mikrobiologisch einwandfrei ist.
  • Die Stadtwerke entfernen lediglich Eisen und Mangan aus dem Wasser und reichern es mit Sauerstoff an.
  • 23 Prozent der Niederschläge in Karlsruhe und Umgebung werden zu Grundwasser.
  • Ein Drittel dieser Menge wird zur Trinkwassergewinnung genutzt.
  • Die Nachhaltigkeit der Wasserentnahme ist durch die ständige Überwachung der Grundwasserstände gesichert.
  • Wer einen Beitrag zur seinem persönlichen Klima-Fußabdruck leisten möchte, muss Karlsruher Trinkwasser als Standardgetränk wählen: es ist komplett klimaneutral. Die Umstellung von Flaschenwasser auf Trinkwasser aus den Karlsruher Wasserwerken bringt pro Person eine CO2-Einsparung, die einer Autofahrt von 1.200 km entspricht.
  • An sehr heißen Tagen kann die benötigte Trinkwassermenge aus den Wasserwerken leicht 110.000 Kubikmeter übersteigen.
  • An einem kalten Wintertag werden dagegen nur 55.000 bis 65.000 Kubikmeter benötigt.
  • Laufende Investitionen sichern die Trinkwasserversorgung langfristig. 2017 waren es rund 10 Millionen Euro.
 

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