Fernwärme kommt nach Rheinstetten

31.01.2017 | Leitungsbau bis zur „Neuen Stadtmitte“ / 1. Fernwärme-Heizperiode voraussichtlich im Winter 2020

Von links nach rechts: Frank Salzer, Dr. Markus Ulmer, Thorsten Dauth, Sebastian Schrempp, Michael Homann, Roland Schwarz

Zahlreiche Haushalte und Betriebe in der „Neuen Stadtmitte“ von Rheinstetten werden in Zukunft mit Fernwärme heizen können. Die Stadtwerke Karlsruhe werden die über vier Kilometer lange Leitung in den nächsten drei Jahren bauen und gemeinsam mit der Netzeigentumsgesellschaft Rheinstetten (NEG) rund vier Millionen Euro in die neue Trasse investieren. Diese Absicht haben die drei beteiligten Partner Stadtwerke, NEG und die Stadt Rheinstetten, nun in einem sogenannten „Letter of Intent“ festgehalten. „Wir freuen uns, dass wir das Energieangebot in Rheinstetten um eine weitere zukunftsfähige und umweltschonende Wärmeenergie ergänzen können“, hob Rheinstettens Oberbürgermeister Sebastian Schrempp bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung im Rathaus Mitte hervor.

„Zum ersten Mal überwindet unsere Fernwärme die Gemarkungsgrenzen von Karlsruhe und erschließt das Umland. Mein Dank gilt dem Gemeinderat von Rheinstetten für das große Vertrauen in unsere Arbeit und in unser Produkt. Ich bin sicher, dass die Bewohner von Rheinstetten sehr schnell von den Vorzügen dieser klimafreundlichen und komfortablen Heizenergie überzeugt sind“, so Michael Homann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Karlsruhe.

Eigentümerin des Fernwärmenetzes in Rheinstetten soll künftig die NEG werden. Die mehrheitlich kommunale Tochtergesellschaft von Stadt Rheinstetten, Netze BW und Stadtwerke Karlsruhe ist bereits seit 2013 Eigentümerin des Strom- und Gasnetzes in Rheinstetten. Diese Versorgungsnetze sind seither an die Netzbetreiber Netze BW (Strom) und Stadtwerke Karlsruhe Netzservice (Gas) verpachtet.

Die Leitung wird von der neuen Erschließungstrasse der Rheinstrandsiedlung abzweigen und führt dann durch Forchheim bis zur „Neuen Stadtmitte“ von Rheinstetten. Entlang der vier Kilometer langen Trasse können auch viele Objekte wie städtische Liegenschaften, Mehrfamilienhäuser, Geschäfts-/Gewerbeobjekte angeschlossen werden. Wenn die Bauarbeiten wie geplant durchgeführt werden, können die Rheinstettener schon im Winter 2020/2021 mit Fernwärme heizen. Fernwärme wurde als Basisenergie für die „Neue Stadtmitte“ festgelegt, einen Anschluss- und Benutzungszwang wird es aber nicht geben.

Niedriger Primärenergiefaktor und geringer CO2-Ausstoß

Die Karlsruher Fernwärme ist eine klimaschonende und emissionsarme Heizenergie. Denn sie stammt zu über 90 Prozent aus Abwärme aus der Mineraloelraffinerie Oberrhein (MiRO) im Karlsruher Westen und aus Kraft-Wärme-Kopplung bei der Stromerzeugung im Rheinhafen-Dampfkraftwerk der EnBW. Durch diesen hohen Abwärmeanteil wird der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid deutlich reduziert. Denn die Stadtwerke nutzen Abwärme, die sonst ungenutzt an die Umgebung abgegeben würde. Daher hat die Karlsruher Fernwärme einen Primärenergiefaktor von nur 0,26. Eine Öl- oder Erdgasheizung hat zum Beispiel einen Wert von 1,1. Der Primärenergiefaktor beschreibt das Verhältnis der eingesetzten Primärenergie zur abgegebenen Nutzenergie. Dabei gilt: je kleiner er ist, desto umweltschonender und effizienter ist der Energieeinsatz.
Die Karlsruher Fernwärme punktet aber nicht nur beim Primärenergiefaktor. Auch beim spezifischen Feinstaub-, Kohlendioxid- und Stickoxidausstoß spielt sie in der ersten Liga. So schneidet sie zum Beispiel im Vergleich zu Heizöl beim CO2-Ausstoß 5 mal, beim Ausstoß von Stickoxiden 10 mal und beim Feinstaub 8 mal besser ab.

Weitere Vorteile der Fernwärme aus Kundensicht sind

  • die überschaubaren Investitionskosten für den Hausanschluss und die Wärme-Übergabestation
  • niedrige Betriebskosten und eine gewisse Preisstabilität
  • die mit über 30 Jahren veranschlagte lange Lebensdauer der Anlage
  • der geringe Platzbedarf – es sind weder Tank, Kessel noch Schornstein notwendig
  • aufgrund des hohen Abwärmeanteils erfüllt die Karlsruher Fernwärme spielend die strenge neue Energie-Einspar-Verordnung und die Vorgaben aller Wärmegesetze des Bundes und des Landes. So können Bauherren kostensparend planen und zum Beispiel auf eine thermische Solaranlage oder auf besonders aufwändige zusätzliche Wärmedämmmaßnahmen verzichten.

Vielfach ausgezeichnet

Die Nutzung von Abwärme aus der MiRO im Karlsruher Fernwärmenetz hat im Übrigen Pilotcharakter und wurde daher vom Umweltministerium in Berlin gefördert, mit dem Umweltpreis Baden-Württemberg, dem Energy-Award und erst kürzlich vom baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller mit der Aufnahme in die Gruppe „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“ belohnt.

Insgesamt ist der engagierte Karlsruher Fernwärme-Ausbau ein wichtiger Beitrag zur Energiewende und das größte Klimaschutz-Projekt in der Region. Allein durch die Nutzung der MiRO-Abwärme reduziert sich der CO2-Ausstoß jedes Jahr um rund 100.000 Tonnen. Das Fernwärmenetz der Stadt Karlsruhe ist inzwischen fast 200 Kilometer lang. Über 33.000 Wohnungen und zahlreiche öffentlich oder gewerblich genutzte Gebäude heizen in Karlsruhe CO2-arm mit Fernwärme. Neben der Erschließung der Rheinstrandsiedlung im Westen und dem Weiterbau nach Rheinstetten, erweitern die Stadtwerke im Moment das Netz auch im Osten und erschließen Durlach.

 

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