Text: Sarah Knott

Fotos: Anne-Sophie Stolz

Mal sanft und leise, mal laut und wild, mal kalt und schneidend – der Wind hat viele Gesichter. Wirklich sehen können wir diese nicht, aber zu spüren und zu hören ist der Wind so gut wie jeden Tag. Und auf seinem Weg um die Welt niemals zu unterschätzen – denn aus einer leichten Brise kann sich schnell ein starker Sturm entwickeln, der mit seiner gewaltigen Energie sogar Hochhäuser ins Schwanken bringen kann.

Rauscht der Wind unauffällig durch die Blätter, kann das durchaus eine sehr beruhigende Wirkung auf uns haben. Wirbelt er sie bereits auf, wird das Tischtuch im Garten mal besser vorsorglich weggeräumt. Und wenn er schließlich mit Geheule um die Ecken jagt, ziehen wir uns auch selbst lieber in sichere vier Wände zurück. Denn welch beeindruckende Energie der Wind aufbringen kann, hat er schon häufiger unter Beweis gestellt. Im Dezember 1999 zog beispielsweise der Orkan Lothar über West- und Mitteleuropa und brachte große Verwüstungen mit sich – gesperrte Autobahnen, Stromausfälle und immense Waldschäden waren die Folge. Mehr als hundert Menschen kostete das Unwetter das Leben. Mit 272 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit wurden die stärksten Böen auf baden-württembergischem Boden, genauer auf dem Hohentwiel nahe Singen, gemessen. Auf dem Feldberg im Schwarzwald erreichte der Sturm 212 km/h, bevor das Messgerät ausfiel. Etwas weiter im Norden, zwischen Schliffkopf und Alexanderschanze, erinnert noch heute der sogenannte »Lotharpfad« an das einschneidende Ereignis: Auf einer Länge von rund 900 Metern kann hier beobachtet werden, welche Spuren der Orkan einst hinterlassen und wie sich die Natur trotz alledem weiterentwickelt hat. Doch wie kommt es überhaupt zu so etwas? Was passiert da genau, wenn sich aus einer schwachen Brise erst ein steifer Wind und letztlich sogar ein schwerer Sturm entwickelt?

Woher er kommt, wohin er weht

Ist der Luftdruck an zwei Orten unterschiedlich, versucht die Natur, diese Abweichung wieder auszugleichen. Dabei fließt die kältere Luft dort-hin, wo warme Luft aufsteigt: sie bewegt sich. Je größer dabei die Unterschiede des Luftdrucks, desto stärker der Wind. Und je nachdem, aus welcher Richtung er weht, beeinflusst er auf seinem Weg auch unser Wetter. Kommt er beispielsweise aus dem Mittelmeerraum, bringt er oft Regenwolken und damit vermeintlich schlechtes Wetter mit sich, aber auch milde oder warme Luft. Macht er sich hingegen aus dem Norden in unsere Breiten auf, kann er unschöne Schauer vertreiben, aber auch empfindlich kühl oder kalt sein.

Bereits vor vielen Jahren wusste man um diese Kreisläufe, sodass es in alten Bauernregeln heißt: »Der Nordwind ist ein rauer Vetter, doch bringt er beständig’s Wetter« oder »Weht der Wind aus Südwest, baut der Regen sich ein Nest«. Im Volksglauben wurde dem Wind früher außerdem häufig die Form einer Tiergestalt zugeschrieben, der Opfer gebracht werden musste. Ob Wolf, Pferd oder Bär, ließ sich diese nur mithilfe des symbolischen »Wind-futters« gnädig stimmen. Dafür legte man Salz, Mehl oder Federn auf die Fensterbank oder warf sie in die Luft und rief dabei: »Da hast du, lieber Wind, für dich und dein Kind!« In der Zeit der »Zwölften«, den zwölf Nächten zwischen Weihnachten und Neujahr, versorgte der Wind letztlich Haus und Hof mit Fruchtbarkeit.

Windige Redewendungen

  • Da weht ein ganz anderer Wind
  • Viel Wind um etwas machen
  • Von etwas Wind bekommen
  • Jemandem den Wind aus den Segeln nehmen
  • Sich den Wind um die Nase wehen lassen
  • Durch den Wind sein
  • Gegen den Wind / mit dem Wind segeln
  • In den Wind reden
  • In alle Winde zerstreut
  • Daher weht der Wind
  • Wer Wind sät, wird Sturm ernten
  • Etwas zehn Meter gegen den Wind riechen
  • Wirbelwind
  • Im Kampf gegen Windmühlen sein
Illustration vom Energieberg in orange und ein Bild von Pappeln im Wind
Der Wind transportiert die Samen vieler Pflanzenarten und unterstützt so ihre Ausbreitung.
Der Wind transportiert die Samen vieler Pflanzenarten und unterstützt so ihre Ausbreitung.
Technische Erfindungen wie Windmühlen, Segel oder Flügel ermöglichten der Menschheit wichtige Entwicklungsschritte.
Technische Erfindungen wie Windmühlen, Segel oder Flügel ermöglichten der Menschheit wichtige Entwicklungsschritte.

Die Wirkung des Windes auf die Natur

Mit seiner bemerkenswerten Energie ist der Wind also zu großen Anteilen für das Wetter verantwortlich. Und werfen wir mal einen genaueren Blick auf Flora und Fauna, ist schnell zu erkennen: Auch hier hat er stets seine Finger im Spiel. Als Transportmittel von Samen trägt er zum Beispiel wesentlich zur Ausbreitung von Pflanzen wie Löwenzahn, Weiden oder Klatschmohn bei. Da der Wind nicht beständig weht, produzieren diese Pflanzen immer eine außergewöhnlich hohe Anzahl an Samen. Nur so ist garantiert, dass wenigstens einige ihr Ziel erreichen und damit neues Terrain erobern, das nun von wenigen Metern bis hin zu mehreren 100 Kilo-metern weit entfernt von der ursprünglichen Pflanze liegen kann.  Soge-nann-te »Bodenläufer« wie Feld-Mannstreu oder Kali-Salzkraut hingegen lösen sich gleich als ganze Pflanze vom Boden ab und werden mit dem Wind ausgebreitet. Dabei fallen ihre Samen nach und nach ab, bis ein Zaun oder Ähnliches die Pflanze wieder stoppt. Katherina Fies aus der Fachbereichsleitung Ökologie der Stadt Karlsruhe beschreibt eine weitere Aufgabe des Windes in der Pflanzenwelt: »Er übernimmt bei einigen Exemplaren die Bestäubung, wie zum Beispiel bei allen heimischen Nadelbäumen oder Laubbäumen wie der gewöhnlichen Haselnuss. Dafür werden die Pollen von einer männlichen Pflanze zu den Blütenständen einen weiblichen getragen, wo sie für die anschließende Befruchtung haften bleiben.« Während der Pollenflug für bekannte Baumarten wie Erle oder Birke überlebenswichtig ist, kann er beim Menschen unangenehme, allergische Reaktionen wie Heuschnupfen auslösen. Katherina Fies weist außerdem auf Folgendes hin: »Das Wachstum von Ästen wird bei vielen Bäumen auf der windzugewandten Seite gehemmt, während es auf der windabgewandten Seite normal verläuft. Pflanzen der Krautschicht, welche häufig Wind ausgesetzt sind, wachsen ebenfalls weniger stark und bilden eine geringere Blattmasse aus.« Fegt der Wind durchs Land und trifft dabei auf wenig bedeckten Boden, hinterlässt er auch dort seine Spuren. Nimmt er Material mit und trägt es fort, kann das auf einst fruchtbarem Boden schwerwiegende Folgen für den Ackerbau haben. Hat der Wind hingegen Sand, beispielsweise aus der Sahara-Region, mit im Schlepptau, können damit ganze Felsbrocken abgeschliffen werden und so neue Formen im Gestein entstehen – der Wind verändert also Landschaften. Ein weiterer beeindruckender Prozess, den so gut wie jede und jeder schon mal am eigenen Leib zu spüren bekommen hat, ist die Entstehung von Wellen durch Windenergie. Durch Reibung werden dabei einzelne Wasserteilchen in Bewegung gesetzt. Die Größe der Wellen ist sowohl von der Fläche an sich als auch von der Windintensität abhängig. Interessanter Effekt: Zwar sieht es bei Wellengang so aus, als würde das Wasser sich räumlich bewegen oder »davonlaufen«, in Wirklichkeit bewegt es sich aber lediglich etwas hin und her, bleibt also eigentlich an der gleichen Stelle.

Illustration von einem Storch

»Während kleine Vogelarten nur bis zu einer gewissen Stärke von Luftströmungen Gebrauch machen, gibt es einige größere Arten, die teilweise sogar auf Stürme setzen.«

Sich einfach mal treiben lassen?

Auch die Tierwelt weiß den Wind sinnvoll zu nutzen. So greifen Zugvögel beim Fliegen gezielt auf Luftströmungen zurück. NABU-Artenschutzreferent Klaus Lechner erklärt: »Während kleine Vogelarten aufgrund ihrer Körpergröße und ihres Gewichtes nur bis zu einer gewissen Stärke von ihnen Gebrauch machen, gibt es einige größere Arten, die teilweise sogar auf Stürme setzen. Um schneller fliegen zu können, nehmen sie dafür auch mal Umwege in Kauf. Vor allem diejenigen, die auf dem Zug weite Strecken über das Meer zurücklegen müssen. Bei Gegenwind wird der Flug ins Überwinterungsgebiet dann unterbrochen.« Ein weiteres Phänomen sind die sogenannten »Segler« bzw. »Gleiter«, die ohne nennenswerten Flügelschlag unfassbar große Strecken überwinden können: »Dabei sind sie auf die Thermik angewiesen, benötigen also sonniges Wetter, bei dem die Luft aufsteigt. In diesen Luftmassen gewinnen sie an Höhe, um dann mit entsprechenden Winden in eine bestimmte Richtung gleiten zu können.« In Karlsruhe und Region lassen sich mit etwas Glück sowie einer Prise Geduld bei dieser Fortbewegung Arten wie Bussarde, Milane oder Weißstörche beobachten. Der Experte gibt Tipps: »In der Innenstadt ist das wohl kaum zu schaffen, aber in einzelnen Stadtteilen durchaus. Voraussetzung ist unter anderem, dass ein relativ großer Teil des Himmels zu sehen ist. In Karlsruhe kann man im Herbst außerdem ziehende Kraniche sehen. Aber nur dann, wenn es starken Nordwestwind gibt, da sie dann auf ihrer Flugbahn weiter nach Süden gedrückt werden und ausnahmsweise auch bei uns vorbeikommen.« Mit wesentlich kleinerer Flügelspannweite, aber ähnlicher Technik, schaffen es auch Schmetterlinge wie das Taubenschwänzchen, der Admiral oder der Distelfalter, mehrere 1.000 Kilometer Strecke zurückzulegen. Um dem kalten Winter zu entkommen, nutzen die raffinierten Insekten in der dritten Jahreszeit bestimmte Luftströmungen und machen sich so über das Mittelmeer auf ins warme Südeuropa.

Mit voller Kraft voraus

Liegt es bei Pflanzen und anderen Tieren scheinbar »in der Natur«, lernten mit der Zeit auch Menschen, das enorme Potenzial des Windes für sich zu nutzen. So setzte die Windkraft früher dafür errichtete Windmühlen in Gang, in denen Getreide zu Mehl gemahlen wurde. Mit der Erfindung von Segeln wurde es möglich, auf dem Wasser große Distanzen zurückzulegen und Dinge zu transportieren. Heute drehen sich deutschlandweit mehr als 25.000 Windräder und produzieren so auf nachhaltige Weise Strom. Und obwohl der Wind nicht immer und überall gleich stark weht, ist diese Art der Energiegewinnung in Zeiten des Klimawandels zum tragenden Baustein geworden. Im Jahr 2022 machte er in ganz Deutschland einen Anteil von mehr als 20 Prozent der gesamten Bruttostromerzeugung aus. Kein Wunder – Windkraft ist energieeffizient, nachhaltig, günstig, sauber und rechnet sich: Die Anlagen laufen mindestens 20 Jahre, Herstellungskosten sind aber bereits nach acht bis zehn Jahren ausgeglichen. In Karlsruhe selbst passiert das vor allem auf dem bekannten Energieberg am Rheinhafen, wo zwei Windräder »bei der Arbeit« zu sehen sind. Im Zuge des sogenannten »Repowering« wurden hier im Jahr 2018 zwei der zuvor drei bestehenden Windkraftanlagen durch eine neue, größere und leistungsstärkere ersetzt. Aus drei mach zwei – das konnte die regenerative Stromerzeugung um mehr als das 2,5-Fache steigern.

Zwei neue Windparks sind zudem im Gebiet Rheinstetten und der Gemeinde Weingarten in Planung. In Vorbereitung auf den Bau finden derzeit noch umfassende Untersuchungen statt, zum Beispiel für benötigte Arten- und Naturschutzgutachten. Denn wichtige Lebensräume für Vögel und Fledermäuse dürfen durch die Errichtung sowie den Betrieb eines Windrades nicht beeinträchtigt werden. Auch das Risiko einer Kollision mit dem drehenden Rotor für größere Vogelarten wie Wanderfalken oder Rotmilane wird vorab eingehend überprüft.

»Am besten funktioniert das Surfen auf dem Epplesee bei Südwestwind, weil dieser dann frei über den See einfallen kann und nicht durch die Ortschaft oder Waldflächen gebremst und unangenehm verwirbelt wird.«

In Karlsruhe weht der Wind die meiste Zeit aus  Westen oder Südwesten.
In Karlsruhe weht der Wind die meiste Zeit aus
Westen oder Südwesten.
Wind macht Spaß – beim Surfen, Segeln oder Segelfliegen! Geht alles auch prima in der Umgebung von Karlsruhe.
Wind macht Spaß – beim Surfen, Segeln oder Segelfliegen! Geht alles auch prima in der Umgebung von Karlsruhe.
Mit einem Heißluftballon wird nicht ge­flogen, sondern gefahren – mit dem Wind. Da oben ist es dann übrigens fast windstill, da sich der Ballon genauso schnell wie der Wind bewegt.
Mit einem Heißluftballon wird nicht ge­flogen, sondern gefahren – mit dem Wind. Da oben ist es dann übrigens fast windstill, da sich der Ballon genauso schnell wie der Wind bewegt.

Sportlich, sportlich

Bei städtebaulichen Maßnahmen spielen heutzutage auch sogenannte Kaltluftschneisen eine immer wichtigere Rolle – vor allem in südlichen Gegenden wie am Oberrhein. Über diese wird frische Luft in thermisch be-lastete Siedlungsbereiche geleitet und verspricht den Anwohner*innen an heißen Tagen etwas Abkühlung. Das lässt sich bei uns in Karlsruhe aber auch gut selbst in die Hand nehmen, zum Beispiel auf dem nahegelegenen Epplesee. Gerade im Herbst lässt sich dort nämlich besonders gut surfen, einzig die Windrichtung zählt. »Am besten funktioniert der Spot (Ort zum Surfen) bei Südwest, weil dann der Wind frei über den See einfallen kann und nicht durch die Ortschaft oder Waldflächen gebremst und unangenehm verwirbelt wird«, beschreibt Wind- und Kitesurfer Andreas Horn die Lage. Wer die Kraft des Windes gern beim Sport zu spüren bekommen möchte, dabei aber lieber festen Boden unter den Füßen hat, dem empfiehlt sich ein Ausflug zur »Drachenwiese« in Neureut. Auf dem weitläufigen Gelände, zu dem man über den Salbeiweg direkte Zufahrt erhält, ist der Name Programm. Ob selbst gebastelter Drachen oder professioneller Vierleiner – wenn der Wind »mitspielt«, ist ein buntes Treiben angesagt.

Landeanflug am Segelfluggelände in Rheinstetten.
Landeanflug am Segelfluggelände in Rheinstetten.

Lieber noch eine Spur aufregender? Dann bleibt nur noch, selbst abzuheben. Vielleicht in Rheinstetten, wo sich der Flugsportverein 1910 Karlsruhe e. V. (FSV Karlsruhe), die Akademische Fliegergruppe am Karlsruher Institut für Technologie e. V. (Akaflieg) sowie der Luftsportverein Albgau e. V. ein Gelände teilen. Der Erste Vorsitzende des FSV, Roland Helfer, setzt sich hier bereits seit seinem elften Geburtstag regelmäßig in den Segelflieger, alleine steuern darf er seit 1963. »Um überhaupt starten zu dürfen, muss man 14 Jahre alt und gesund sein. Dafür findet zunächst immer eine Flugtauglichkeitsuntersuchung statt. Die Ausbildung dauert dann in der Regel zwischen einem und zwei Jahren. Erst, wer alles zu 100 Prozent beherrscht, bekommt einen Flugschein und darf ohne eine Aufsicht durch Fluglehrer*innen fliegen.« Neben der Beherrschung der richtigen Technik ist beim Segelfliegen auch ein Gespür für das Wetter von Vorteil. Zwar zeigen Windfahnen, aufsteigender Rauch oder Windsäcke am Flugplatzrand der Pilotin oder dem Piloten einen möglichen Wetterumschwung an, doch auch Veränderungen der Bewölkung können diesen frühzeitig sichtbar machen. Roland Helfer erinnert sich an ein Erlebnis in seiner Fluglaufbahn: »Eine Wetterfront zog plötzlich von Nordwesten auf unseren Flugplatz zu. Deshalb war sofort Landen angesagt. Ein Windsprung um 180 Grad machte dabei aus einer kurzen Landung eine sehr lange. Durch die Platzlänge wurde das aber Gott sei Dank nicht zu einem größeren Problem.«

Bei seinem längsten Flug für das silberne Leistungsabzeichen ließ sich Roland Helfer ganze fünf Stunden und 30 Minuten durch die Lüfte tragen. »Die Flügel eines Segelfliegers haben ein Profil, das bei einer Vorwärtsbewegung durch die Luft umströmt wird. Durch diese Bauweise wird oben ein Sog und unten ein Druck erzeugt. Das ergibt dann den Auftrieb, mit dem Segelflugzeuge heutzutage bei 1.000 Meter Höhe bis zu 50 Kilometer Strecke gleiten können. Gibt es keine Aufwinde, in der Fliegersprache Thermik oder Bärte genannt, gleitet das Segelflugzeug langsam wieder nach unten.« Neugierig geworden? Der Karlsruher Flugsportverein bietet übrigens auch Schnupperkurse an. Knapp 10 km Luftlinie von Karlsruhe entfernt, am Rande des Schwarzwaldes, befindet sich außerdem der Flugsportclub Pforzheim und Straubenhardt e.V.. Auch hier heben auf dem zugehörigen Flugplatz Schwann-Conweiler regelmäßig Segelflieger ab.

Eine Fahrt durch die Lüfte …

Weit über die Wolken geht es auch für die Passagiere einer Ballonfahrt – genauer gesagt, zwischen 300 und 3.000 Meter hoch. »Das hängt ganz von den individuellen Wünschen unserer Gäste ab«, so der regionale Anbieter Michael Kampmann. Ob es dann auch wirklich klappt, entscheidet sich erst am Tag der eigentlichen Ballonfahrt. Die Wetterverhältnisse sind ent-schei-dend, denn der Wind bestimmt hier einfach alles: »Ob man starten kann, wohin die Reise geht, wie weit man kommt – ja sogar, wo man starten muss.« Die Richtung des Ballons lässt sich nicht steuern, nur die Höhe ist durch das Heizen über einen Brenner beeinflussbar. Damit es überhaupt losgehen kann, darf die Windgeschwindigkeit zunächst nicht über 20 Stun-denkilometer liegen, »sonst tanzt der Ballon im Wind und die Hülle lässt sich gar nicht erst aufrichten«. Einmal oben, darf es dann durchaus win-diger sein. »Im Ballonkorb herrscht quasi Windstille, da wir mit dem Wind fahren und uns genauso schnell bewegen wie er«, beschreibt Kampmann den Vorgang. Nach etwa einer Stunde wird dann Ausschau nach einem geeigneten Landeplatz gehalten, wie eine Wiese oder ein Feldweg. Theoretisch dürfte der Ballon sogar überall landen, denn da er nicht steuerbar ist, gibt es laut Luftrecht eine allgemeine Außenlandeerlaubnis. Wieder auf festem Boden angekommen, werden alle Utensilien ordnungsgemäß verstaut. Dann gibt es für alle Teilnehmer*innen etwas Leckeres zu Knabbern und Trinken – im Fachjargon nennt sich dieser traditionelle Abschluss Ballonfahrertaufe.

Apropos Jargon: Der Wind ist heute nicht nur auf physischer Ebene äußerst präsent in unserem Alltag, auch den gängigen Sprachgebrauch hat er stark beeinflusst. So können wir »schnell wie der Wind« oder »durch den Wind« sein, »von etwas Wind« bekommen oder jemandem »den Wind aus den Segeln nehmen« … Einst personifizierten auch die Brüder Grimm den Wind in einem ihrer bekanntesten Märchen »Hänsel und Gretel«, wo es heißt: »Knusper, knusper, knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?« Die Antwort kennen fast alle: »Der Wind, der Wind, das himmlische Kind.« In erfolg-reichen Songs wie Elton Johns »Candle in the Wind«, »She’s like the Wind« von Patrick Swayze, »Wind of Change« von den Scorpions oder Thomas Ds »Rückenwind« spielt das Naturphänomen auch auf musikalischer Ebene eine gehörige Rolle. Ebenso wie im echten Leben – indem er Energie liefert, die für uns unverzichtbar geworden ist.

Namen für Winde

Die Bise ist ein kalter, trockener Nordostwind im Schweizer Mittelland. Zwischen Jura und Alpen wird er kanalisiert und ist daher am Genfersee am stärksten.

Bora ist ein kalter, starker und böiger Fallwind aus Nordosten, der an der kroatischen und montenegrinischen Adriaküste weht..

Etesien nennen sich die Winde, die mit großer Beständigkeit von Mai bis Oktober durch Griechenland sowie über die Ägäis wehen. In der Türkei bezeichnet man sie als den Meltemi.

Levante ist ein ganzjähriger, warmer Wind, der im westlichen Mittelmeer zwischen Spanien und der nordafrikanischen Küste weht.

Mit teilweise mehr als 100 Kilometern pro Stunde tobt Mistral, in der Regel kalt und rau, durch Südfrankreich.

Als bekannter Südwind des Gardasees beginnt Ora meist in der Mittagszeit und flacht nachmittags bereits wieder ab.

Pelér kommt aus dem Norden und weht wie Ora ebenfalls rund um den Gardasee, gern wird er auch mal einfach Vento genannt.

Als ebenso heißer wie staubiger Windmacht sich Scirocco aus der Sahara kommend auf den Weg, bis er Italien erreicht.

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