Wasserkraftwerk Appenmühle

Das kleine Laufwasserkraftwerk Appenmühle an der Alb in Daxlanden hat eine elektrische Leistung von 40 Kilowatt. Mit einer Erzeugung von rund 150.000 Kilowattstunden im Jahr kann die Appenmühle etwa 40 Karlsruher Familien mit ökologisch erzeugtem Strom aus Wasserkraft versorgen.

Die Appenmühle mit dem Thomaswehr

Fischaufstieg

Die kleine Wasserkraftanlage befindet sich an der Alb bei Daxlanden in der Nähe des ehemaligen Luftschutzbunkers in der Rheinhafenstraße. Sie liegt nicht am eigentlichen Flussbett: Am flussaufwärtsliegenden Thomaswehr wird ein Teil des Wassers in einen Kanal geleitet, der zur Appenmühle führt, wo das abwärtsfließende Wasser die Turbine antreibt. Einige Meter hinter dem Turbinenhaus mündet der Kanal wieder in die Alb. 

Bei der Wiederinbetriebnahme der historischen Wasserkraftanlage im Jahr 2000 haben die Stadtwerke Karlsruhe ökologische Fragen berücksichtigt: Der betroffene Abschnitt der Alb wurde auf einer Strecke von mehreren hundert Metern naturnah und ökologisch wertvoll zurück gebaut. So entstand neuer Lebensraum für Fische und Kleinstlebewesen.

Am Thomaswehr wurde zudem eine raue Rampe als Fischtreppe eingebaut. Dadurch haben Fische eine Wandermöglichkeit zu ihren Laichplätzen. Die Stadtwerke erzeugen dort Strom aus Wasserkraft, mit dem etwa 40 Karlsruher Haushalte versorgt werden können.

Ökologische Modernisierung im Jahr 2020

Fischabstieg
Fischabstieg

Die kleine Wasserkraftanlage Appenmühle und die Fischtreppe an der Alb wurden im Jahr 2020 nach 20-jährigem Betrieb erneuert. Ziel der Modernisierung war es, die historische Wasserkraft im Karlsruher Stadtgebiet zu erhalten und zugleich einen sicheren und durchgängigen Auf- und Abstieg für Fische und andere Lebewesen im Wasser zu gewährleisten.

Begonnen wurde im Juli 2020 mit der Erneuerung des Rechens und des Fischabstieges am Turbinenhaus. Abwandernde Fische gelangen am Rechen vorbei durch ein Fenster in den so genannten Leerschusskanal und werden sicher über eine kleine Fischrutsche in das Unterwasser der Alb geleitet.

Der zweite Bauabschnitt startete im Herbst 2020 an der flussaufwärtsliegenden Fischtreppe und am Thomaswehr. Um die Fischtreppe zu erneuern, wurden die vorhandenen großen Steine entfernt und in einem zweiten Schritt ein Raugerinne mit Beckenstruktur in Form eines Schlitzpasses mit Holzeinbauten angelegt. Dies unter den Vorgaben, die es sowohl großen und kleinen sowie schwimmstarken und schwimmschwachen Fischen ermöglicht, den Fischaufstieg zu passieren, als auch unter Berücksichtigung der Mindestwasserführung.

Die Mindestwasserführung beschreibt die Wassermenge die mindestens die Fischtreppe und ihrer Ausleitungsstrecke zur Verfügung stehen muss, damit die Fische gut wandern können. Zudem installierten die Stadtwerke am Thomaswehr eine neue automatische Spülklappe. Sie dient dazu, den aufgestauten Wasserspiegel konstant zu halten.

Wichtig sind solche Maßnahmen an der neuen Fischtreppe und Fischabstieg auch für das Vorhaben, den Lachs in der Alb wieder anzusiedeln. Die Wiederansiedlung gelingt nur, wenn ihnen auf ihrer Wanderung keine Hindernisse den Weg versperren. Dafür haben die Stadtwerke und das Tiefbauamt der Stadt Karlsruhe in diesem Bereich der Alb mit ihren Maßnahmen gesorgt, welche auch den Europäischen Wasserrahmenrichtlinien gerecht werden. 

Wir stellen die Modernisierung vor

Geschichte der Appenmühle

Historiche Zeichnung

Im Mittelalter wurde an der Appenmühle die Wasserkraft zum Mahlen von Getreide genutzt. 1396 wurde die Mühle zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Stadt Karlsruhe kaufte die Mühle 1894 und ließ sie nach einem Brand 1895 wieder aufbauen.

Bis 1925 trieb ein zweites Wasserrad eine Sägemühle an. Im gleichen Jahr bekam die Getreidemühle eine kleine Wasserturbine zur Stromerzeugung, die aber zu Beginn des Zweiten Weltkriegs stillgelegt wurde. 1944 zerstört ein Bombenangriff das Mühlengebäude.

Technische Daten

  • Erste Wiederinbetriebnahme: 2000
  • Ökologische Modernisierung: 2020
  • jährliche Stromproduktion: ca. 150.000 kWh
  • Turbine: Francis-Schacht
  • max. Turbinenleistung: 40 kW
  • Fallhöhe: 2,8 m
  • max. Wassermenge: 1,8 m³/s
  • Generator: Drehstrom-asynchron
Turbine

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