Ein Storchennest für Hohenwettersbach

21.03.2022

Gemeinsam für den Artenschutz

Bereits 2019 entschied sich der Ortschaftsrat von Hohenwettersbach einstimmig für den Bau einer Nisthilfe für Störche am nordöstlichen Ortsrand der Gemeinde. Nun wurde die neue Nisthilfe feierlich errichtet.

Die Idee kam aus den eigenen Reihen. Das Ortschaftsratsmitglied Julia Wohlwender wuchs in der Nähe des Bodensees auf. Aus Erfahrung weiß sie, wie bereichernd ein Storchennest in der Umgebung sein kann. In ihrer Kindheit brachte die Familie selbst eine Nisthilfe auf dem eigenen Pferdestall an. Das Klappern der Störche und die ersten Rundflüge der Jungvögel waren in jedem Frühjahr ein Fest für die ganze Familie, Freund*innen und neugierige Besucher*innen.

Bis zur Errichtung des Hohenwettersbacher Storchennests waren jedoch einige Hürden zu nehmen. Je intensiver sich der Rat um die Ortsvorsteherin Elke Ernemann mit dem Thema beschäftigte, desto mehr wurde klar, dass die Installation eines Mastes mit Nisthilfe kein einfaches Unterfangen ist. Zuerst dachte man, ein einfacher, ausrangierter Holzmast der Karlsruher Straßenbeleuchtung könnte als Konstruktion reichen. So kamen die Stadtwerke Karlsruhe ins Spiel.

Ganz so einfach war es dann allerdings nicht, wie Manfred Weiß, Fachingenieur der Abteilung Straßenbeleuchtung von den Stadtwerken Karlsruhe erklärt. „Die Recherchen im Internet ergaben, dass ein Storchennest mit der Zeit über 500 Kilogramm schwer werden kann. Bei einer solchen Last und vor allem der Größe des Nestes sowie den hiesigen Windverhältnissen, musste erstmal ein statisches Gutachten her, um für die nötige Sicherheit zu sorgen.“ Das Gutachten ergab, dass ein stabiler Stahlmast mit verstärkter Wandstärke und einer 170 Zentimeter tiefen Bodeneinbindung nötig war, um die Last auch bei Sturmböen sicher zu tragen. Sowohl die statische Berechnung als auch die entsprechend erforderlichen Materialien und Arbeitsleistungen machten das Vorhaben nicht nur aufwendiger, sondern auch teurer.

So begann von Seiten der Ortsverwaltung und des Gartenbauamtes, hier im Besonderen durch die Amtsleiterin Doris Fath, die Suche nach finanzieller Unterstützung, die schlussendlich erfolgreich endete: Die Kosten für das statische Gutachten übernahm die Artenschutzstiftung des Karlsruher Zoos. Die übrigen Kosten für die benötigten Materialien, die Montage des Mastes inklusive der erforderlichen Tiefbauleistungen, die Herstellung der eigens angefertigten Unterkonstruktion sowie die abschließende Montage der Nisthilfe auf der Spitze des Mastes übernahmen in Teilen die Ortsverwaltung sowie die Stadtwerke Karlsruhe.

In luftiger Höhe: Fachkräfte der Stadtwerke bringen die Nisthilfe auf dem acht Meter hohen Turm an.

Die hölzerne Nisthilfe fertigten drei Jugendliche im Alter von zwölf bis 14 Jahren an mehreren Wochenenden in der Offenen Jugendwerkstatt Hohenwettersbach an. Als Vorlage diente ihnen eine Bauanleitung des NABU. Durch zahlreiche Kleinstspenden von Anwohner*innen und durch den Verkauf von bemalten Steinen, gebrannten Mandeln und selbstgemachter Marmelade als weitere Initiative der Ideengeberin Julia Wohlwender, kamen zudem über 2.000 Euro zusammen, um das Projekt zu unterstützen.

Nun heißt es Daumen drücken, dass schon bald ein Storchenpaar Gefallen an der Nisthilfe findet und sich Hohenwettersbach zukünftig über ein Klappern im Frühjahr freuen kann. Die Bedingungen vor Ort sind ideal. Das Storchennest liegt an einem hohen Punkt mit freier Sicht. So können die Storcheneltern gut hin- und wegfliegen und rasch genügend Futter für ihre Jungtiere finden. Hat ein Storchenpaar sich erstmal für das Nest entschieden, so kommt es jedes Jahr wieder.

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