Entlastung für Energiekunden: Preisbremsen für Strom, Gas und Wärme

Das neue Jahr bringt für Kund*innen der Stadtwerke Karlsruhe eine Preiserhöhung zum 01.02.2023, die aber von gesetzlichen Maßnahmen abgefedert wird. Die Energiepreisbremsen haben zum Ziel, die Bürger*innen spürbar von den stark gestiegenen Kosten für Strom, Gas und Wärme zu entlasten. Detailliertere Informationen finden Sie weiter unten.

Aktueller Status: Umfangreiches Hilfspaket beschlossen

Ende November brachte die Regierung erstmalig eine Gesetzesvorlage zur Entlastung der Bürger*innen in den Bundestag ein. Am 15.12.2022 beschloss der Bundestag die Regelung rund um die so genannten Energiepreisbremsen – finanzielle Entlastungen für Bürger*innen bei Strom, Gas und Fernwärme. Und schon am 16.12.2022 stimmte auch der Bundesrat zu. Am 21.12.2022 ist die beihilferechtliche Genehmigung durch die EU erfolgt, am 24.12.2022 sind das Strompreisbremsegesetz (StromPBG) und das Erdgas- Wärme-Preisbremsegesetz (EWPBG) in Kraft getreten.
Auf Anraten einer speziell dafür eingesetzten „Unabhängigen ExpertInnen-Kommission Gas und Wärme“ ist die Regelung aus Sicht der Verbraucher*innen denkbar einfach – sie profitieren automatisch.
Die Finanzierung der Entlastung erfolgt durch die Abschöpfung von erzielten Überschusserlösen der Betreiber von Stromerzeugungsanlagen sowie durch Mittel des Bundes.

Energiepreisbremsen greifen

Ab März 2023 rückwirkend für Januar und Februar 2023.

Die Energieversorger müssen nun einerseits dafür sorgen, dass ihre Kund*innen von den Vergünstigungen profitieren. Andererseits unterliegen sie einer engen Kontrolle, um missbräuliche Preiserhöhungen im Schatten der Hilfsmaßnahmen auszuschließen.

Die Strompreisbremse

Für Letztverbraucher*innen mit prognostizierter/ im Vorjahr gemessener/ geschätzter Jahres-Netzentnahme kleiner gleich 30.000 kWh

Ab wann gilt die Strompreisbremse?

Die Entlastung für Letztverbraucher*innen beginnt im Januar 2023. Damit die Energieversorgungsunternehmen – und damit auch die Stadtwerke Karlsruhe – genug Zeit für die organisatorische Umsetzung haben, erfolgt die Entlastung im März 2023 rückwirkend für Januar und Februar 2023. Ab März 2023 verrechnen die Stadtwerke Karlsruhe im Rahmen der Abschlags- oder Vorauszahlungen die Vergünstigungen automatisch. Die Strompreisbremse läuft bis zum 31.12.2023 und kann durch die Bundesregierung per Rechtsverordnung bis Ende April 2024 verlängert werden.

Auf welcher Basis berechnet sich die Strompreisbremse?

Für SLP-Kunden ergibt sich nach § 6 Nr. 1 a.) StromPBG das monatliche Entlastungskontingent i.H.v. 80 % der aktuellen beim Energieversorgungsunternehmen vorliegenden Jahresverbrauchsprognose der Entnahmestelle geteilt durch 12.
Im Fall von Umzügen orientieren sich die Stadtwerke Karlsruhe bei der Berechnung am Verbrauch der Vormieter beziehungsweise vorigen Bewohner*innen.

Wie profitiere ich von der Strompreisbremse?

Für 80 Prozent des prognostizierten Jahresverbrauchs bzw. des Jahresverbrauchs aus 2021 erhalten die Letztverbraucher*innen einen festgesetzten Preis von 40 Cent brutto pro kWh. Die darüberliegende Menge zahlen die Letztverbraucher*innen zum regulären Tarifpreis. Dies bedeutet bei einer potenziellen Einsparung von 20% im Vergleich zum Vorjahresverbrauch zahlen Sie für Ihren gesamten Verbrauch lediglich 40 Cent brutto pro kWh.

Rechenbeispiel bei einem Mehrverbrauch

prognostizierter Jahresverbrauch1.800 kWh
tatsächlicher Jahresverbrauch2.000 kWh
40 ct/kWh (Entlastung) für1.440 kWh (80 % aus prognostizierten 1.800 kWh)
zum aktuell geltenden Tarifpreis560 kWh

Rechenbeispiel mit einer Einsparung

prognostizierter Jahresverbrauch1.800 kWh
tatsächlicher Jahresverbrauch1.600 kWh
40 ct/kWh (Entlastung) für1.440 kWh (80 % aus prognostizierten 1.800 kWh)
zum aktuell geltenden Tarifpreis160 kWh

Energiesparen lohnt sich auch mit der Strompreisbremse.

Was muss ich tun, um die Entlastungen der Strompreisbremse zu erhalten?

Nichts. Die Stadtwerke Karlsruhe kümmern sich um alles.


Wie profitieren Letztverbraucher mit mehr als 30.000 kWh Jahres-Netzentnahme?

Für Letztverbraucher ab 30.001 kWh Jahresverbrauch liegt der Preisdeckel bei 13 Cent netto* pro kWh. Das gilt für ein Kontingent in Höhe von 70 Prozent des historischen Verbrauchs. Dies bedeutet bei SLP-Kunden 70% des aktuell vorliegenden Jahresprognosewerts. Bei RLM-sind es 70 % des in 2021 gemessenen/geschätzten Jahresverbrauchs.
Für jede Kilowattstunde, die zusätzlich verbraucht wird, gilt der neue, hohe Marktpreis für Strom. Die Strompreisbremse greift ab März 2023 und wird rückwirkend ab Januar 2023 verrechnet. Die Strompreisbremse greift zunächst bis zum 31.12.2023 und kann durch Rechtsverordnung der Bundesregierung bis Ende April 2024 verlängert werden.
*netto = exklusive Netz- und Messentgelte sowie staatlich veranlasste Preisbestandteile wie Steuern, Abgaben und Umlagen

Die Gaspreisbremse

Für Letztverbraucher*innen mit prognostizierter/ im Vorjahr gemessener/ geschätzter Jahres-Netzentnahme kleiner gleich 1.500.000 kWh oder Letztverbraucher*innen nach § 3 Abs. 1 S. 3 Nr. 2-4 EWPBG*

Ab wann gilt die Gaspreisbremse?

Die Entlastung für die oben genannten Letztverbraucher*innen beginnt im Januar 2023. Damit die Energieversorgungsunternehmen – und damit auch die Stadtwerke Karlsruhe – genug Zeit für die organisatorische Umsetzung haben, erfolgt die Entlastung im März 2023 rückwirkend für Januar und Februar 2023. Ab März 2023 verrechnen die Stadtwerke Karlsruhe die Vergünstigungen automatisch im Rahmen der Abschlags- oder Vorauszahlungen. Die Gaspreisbremse läuft bis zum 31.12.2023 und kann durch die Bundesregierung per Rechtsverordnung bis Ende April 2024 verlängert werden.

Auf welcher Basis berechnet sich die Gaspreisbremse?

Die Berechnung erfolgt auf Basis des Vorjahresverbrauchs. Im Fall von Umzügen orientieren sich die Stadtwerke Karlsruhe bei der Berechnung am Verbrauch der Vormieter beziehungsweise vorigen Bewohner*innen.

Wie profitiere ich von der Gaspreisbremse?

Für 80 Prozent des prognostizierten Jahresverbrauchs bzw. des Jahresverbrauchs aus 2021 erhalten die Letztverbraucher*innen einen festgesetzten Preis von 12 Cent brutto pro kWh. Die darüberliegende Menge zahlen die Letztverbraucher*innen zum regulären Tarifpreis. Dies bedeutet bei einer potenziellen Einsparung von 20% im Vergleich zum Vorjahresverbrauch zahlen Sie für Ihren gesamten Verbrauch lediglich 12 Cent brutto pro kWh.

Rechenbeispiel bei einem Mehrverbrauch

prognostizierter Jahresverbrauch19.200 kWh
tatsächlicher Jahresverbrauch21.120 kWh
12 ct/kWh (Entlastung) für15.360 kWh (80 % aus prognostizierten 19.200 kWh)
zum aktuell geltenden Tarifpreis5.760 kWh

Rechenbeispiel mit einer Einsparung

prognostizierter Jahresverbrauch19.200 kWh
tatsächlicher Jahresverbrauch17.280 kWh
12 ct/kWh (Entlastung) für15.360 kWh (80 % aus prognostizierten 19.200 kWh)
zum aktuell geltenden Tarifpreis1.920 kWh

Energiesparen lohnt sich auch mit der Gaspreisbremse.

Was muss ich tun, um die Entlastungen der Gaspreisbremse zu erhalten?

In der Regel gibt es nichts zu tun für Sie. Die Stadtwerke Karlsruhe kümmern sich um alles. Teilweise verrechnen auch Vermieter*in oder Hausverwaltung die Einsparungen mit der Nebenkostenabrechnung.

Ausnahmen sind RLM-Kunden, die von der Ausnahmeregelung des § 3 Abs. 1 S. 3 Nr. 2-4 EWPBG profitieren (z.B. Wohnungswirtschaft, Wohnungseigentümergemeinschaften, KiTas, Pflege- und Reha-Einrichtungen usw.). Diese müssen gemäß § 3 Abs. 2 EWPBG dem Lieferanten in Textform mitteilen, dass die Voraussetzungen für eine Entlastung vorliegen.

*) Hierunter fallen z.B. Unternehmen der Wohnungswirtschaft, Wohnungs­eigentümer­gemein­schaften, Kindertages­stätten, Pflege- und Reha-Einrichtungen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe oder Altenhilfe


Wie profitieren Letztverbraucher mit mehr als 1.500.000 kWh Jahres-Netzentnahme und Krankenhäuser von der Gaspreisbremse?

Ab Januar 2023 soll ein Preisdeckel der von den hohen Preisen betroffenen Letztverbraucher mit mehr als 1.500.000 kWh Jahresverbrauch an der Netzentnahmestelle sowie Krankenhäuser dabei helfen, Produktion und Beschäftigung zu sichern. Für 70 Prozent ihres gemessenen Jahres-Erdgasverbrauchs aus dem Jahr 2021 wird der Energiepreis für die Kilowattstunde hier auf 7 Cent netto* gedeckelt. Für den übrigen Verbrauch zahlen auch die genannten Letztverbraucher den regulären Marktpreis.
*netto = exklusive Netz- und Messentgelte sowie staatlich veranlasste Preisbestandteile wie Steuern, Abgaben und Umlagen

Die Wärmepreisbremse

Für Letztverbraucher*innen mit prognostizierter/ im Vorjahr gemessener/ geschätzter Jahres-Netzentnahme kleiner gleich 1.500.000 kWh oder Letztverbraucher nach § 11 Abs. 1 S. 5 Nr. 2-4 EWPBG

Ab wann gilt die Wärmepreisbremse?

Die Entlastung für die oben genannten Letztverbraucher*innen beginnt im Januar 2023. Damit die Energieversorgungsunternehmen – und damit auch die Stadtwerke Karlsruhe – genug Zeit für die organisatorische Umsetzung haben, erfolgt die Gutschrift im März 2023 rückwirkend für Januar und Februar 2023. Ab März 2023 verrechnen die Stadtwerke Karlsruhe die Vergünstigungen automatisch. Die Wärmepreisbremse läuft bis zum 31.12.2023 und kann durch die Bundesregierung per Rechtsverordnung bis Ende April 2024 verlängert werden.

Auf welcher Basis berechnet sich die Wärmepreisbremse?

Die Berechnung erfolgt auf Basis des Vorjahresverbrauchs. Im Fall von Umzügen orientieren sich die Stadtwerke Karlsruhe bei der Berechnung am Verbrauch der Vormieter beziehungsweise vorigen Bewohner*innen.

Wie profitiere ich von der Wärmepreisbremse?

Für 80 Prozent des im September 2022 vom Wärmeversorger prognostizierten Jahresverbrauchs 2021 erhalten die oben genannten Letztverbraucher*innen einen festgesetzten Preis von 9,5 Cent brutto pro kWh. Die darüberliegende Menge zahlen die Letztverbraucher*innen zum regulären Tarifpreis. Dies bedeutet, bei einer potenziellen Einsparung von 20% im Vergleich zum prognostizierten Jahresverbrauch zahlen Sie für Ihren gesamten Verbrauch lediglich 9,5 Cent brutto pro kWh.

Rechenbeispiel bei einem Mehrverbauch

prognostizierter Jahresverbrauch14.000 kWh
tatsächlicher Jahresverbrauch15.400 kWh
9,5 ct/kWh (Entlastung) für11.200 kWh (80 % aus prognostizierten 14.000 kWh)
zum aktuell geltenden Tarifpreis4.200 kWh

Rechenbeispiel mit einer Einsparung

prognostizierter Jahresverbrauch14.000 kWh
tatsächlicher Jahresverbrauch12.600 kWh
9,5 ct/kWh (Entlastung) für11.200 kWh (80 % aus prognostizierten 14.000 kWh)
zum aktuell geltenden Tarifpreis1.400 kWh

Energiesparen lohnt sich auch mit der Wärmepreisbremse.

Was muss ich tun, um die Entlastungen der Wärmepreisbremse zu erhalten?

Nichts. Die Stadtwerke Karlsruhe kümmern sich um alles. Teilweise verrechnen auch Vermieter*in oder Hausverwaltung die Einsparungen mit der Nebenkostenabrechnung.


Wie profitieren sonstige Letztverbraucher mit mehr als 1.500.000 kWh Jahres-Netzentnahme?

Ab Januar 2023 soll ein Preisdeckel der von den hohen Preisen betroffenen Letztverbraucher mit mehr als 1,5 GWh Jahresverbrauch an der Netzentnahmestelle dabei helfen, Produktion und Beschäftigung zu sichern. Für 70 % Ihres gemessenen Jahres-Wärmeverbrauchs aus dem Jahr 2021 wird der Energiepreis für die Kilowattstunde hier auf 7,5 Cent netto* gedeckelt. Für den übrigen Verbrauch zahlt auch die die genannten Letztverbraucher den regulären Marktpreis.
*netto = exklusive Netz- und Messentgelte sowie staatlich veranlasste Preisbestandteile wie Steuern, Abgaben und Umlagen

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Darum lohnt sich Energiesparen auch mit der Preisbremse

Sie erhalten eine spürbare Entlastung? Prima, das ist gut fürs Budget. Dennoch ermutigen wir Sie, sparsam mit den Ressourcen Strom, Gas und Wärme umzugehen. Einerseits, weil sie knapp und teuer sind, je sparsamer Sie diese nutzen, desto besser. Und andererseits, weil Sie damit ihre Rechnung weiter senken können.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat weitere Informationen auf seiner Website bereitgestellt:

Energiespartipps

Sparen Sie mit unseren Tipps ohne spürbaren Komfortverlust viel Energie und damit Kosten.

FAQs zu den Energiepreisbremsen


Allgemeine Informationen

Warum gibt es erst eine Soforthilfe Dezember und dann Energiepreisbremsen?

Die Soforthilfe Dezember ist dazu gedacht, wirklich schnell und spürbar Abhilfe für diejenigen zu schaffen, die die Kosten für die Energiepreise im Moment schwer stemmen können. Es handelt sich um eine einmalige Sache, die schnell wirkt. Bei den Energiepreisbremsen für Strom, Gas und Wärme hingegen handelt es sich um eine mittelfristige Maßnahme, die bis ins Jahr 2024 hinein wirkt und eine verlässliche monatliche Entlastung bringt.

Warum sind Energiepreisbremsen überhaupt notwendig?

Im Jahr 2022 haben wir zum Teil extreme Preissteigerungen für Strom, Gas und Wärme gesehen. Das belastet Haushalte und Unternehmen gleichermaßen. Arbeitsplätze sind in Gefahr, Privatleute laufen Gefahr, sich verschulden zu müssen. Auch wenn sich die Preise derzeit auf hohem Niveau stabilisieren, bleibt die weitere Entwicklung unsicher. Um Privathaushalte und Unternehmen, Vereine, soziale Einrichtungen und viele mehr zu entlasten, greifen die Hilfsmaßnahmen im Rahmen der Energiepreisbremsen.

Sind weitere Hilfen geplant?

Ja, die Bundesregierung arbeitet an weiteren Regelungen, beispielsweise an einer Deckelung der Netzentgelte. Dazu informieren wir, wenn mehr bekannt ist.

Ab wann erhalte ich tatsächlich die Entlastung?

Die ersten Entlastungsbeträge werden ab März 2023 gutgeschrieben. Dann erfolgt auch eine rückwirkende Entlastung für die Monate Januar und Februar 2023. Das heißt, im März wird den Verbraucherinnen und Verbrauchern der dreifache Entlastungsbetrag gutgeschrieben. Ab dann verrechnen die Stadtwerke Karlsruhe die Preisbremse automatisch. Das gilt für alle drei Preisbremsen.

Lohnt es sich denn, Energie zu sparen, wenn die Preise gedeckelt werden?

Ja. Und das aus mehreren Gründen. Erstens sind Strom, Gas und Wärme teure und wertvolle Ressourcen. Es ist sinnvoll, sparsam mit ihnen umzugehen. Und zweitens basiert die Berechnung der Preisdeckel auf dem Verbrauch des Vorjahres. Steigt der Verbrauch, steigt auch die Jahresabrechnung. Jede mehr oder weniger verbrauchte Kilowattstunde schlägt mit dem vollen Preis aus dem Versorgungsvertrag zu Buche.

Was passiert, wenn mein Verbrauch im vergangenen Jahr niedriger war als bisher, weil ich beispielsweise mein Restaurant oder Hotel im Lockdown schließen musste?

Verbraucher*innen und Unternehmen mit einer über ein Standardlastprofil bilanzierten Entnahmestelle erhalten ein Kontingent i.H.v. 70 bzw. 80% des jeweils aktuell vom Netzbetreiber prognostizierten Jahresverbrauchs. Die Jahresverbrauchsprognose der Netzbetreiber, auf der die Berechnung der Entlastung basiert, kann unterschiedliche Zeiträume umfassen, auch den Vorjahresverbrauch und je nach Messzeitpunkt auch das Jahr 2021 oder Teilabschnitte des Jahres. Wenn dieser Verbrauch durch Sondereffekte, beispielsweise Lieferengpässe, Einsparmaßnahmen, Hausrenovierung, Infektionsschutzmaßnahmen etc., vergleichsweise niedrig war, kann der prognostizierte Verbrauch dadurch geringer ausfallen. Allerdings können die Netzbetreiber in ihrer Verbrauchsprognose eine Korrektur von Sondereffekten vornehmen. Die Netzbetreiber haben einen Anreiz, die Jahresverbrauchsprognose korrekt zu pflegen, um ihre Kosten für Regel- und Ausgleichsenergie im Rahmen zu halten. 
Bei nicht-Standardlastprofil-Entnahmestellen, zum Beispiel bei größeren Industriekunden, wird das Referenzjahr 2021 verwendet. Dadurch werden Unternehmen, die bereits im Jahr 2022 erfolgreich Gas eingespart haben, nicht benachteiligt. Gleichzeitig stellt ein einheitliches Referenzjahr eine Gleichbehandlung möglichst vieler Verbraucherinnen und Verbraucher sicher. Je weiter das Referenzjahr zurückliegt, desto mehr Verbrauchsdaten fehlen und müssen durch aufwändige und unter Umständen mit Fehlanreizen verbundene Schätzverfahren ergänzt werden. 
Andere Berechnungsmethoden, wie z.B. individuelle Messungen des aktuellen Verbrauchs aber auch gesonderte Antragsverfahren hätten zu einem sehr großen administrativen Aufwand für die Energieversorgungsunternehmen geführt und damit die – zumindest zeitnahe – Umsetzung der Preisbremsen insgesamt gefährdet.

Wie wird der Verbrauch von Wärmepumpe und E-Mobilität berücksichtigt?

Alle bestehenden Verbrauchseinrichtungen, die bei der Erstellung der Jahresverbrauchsprognose berücksichtigt wurden, gehen voll in das Entlastungskontingent ein. Voraussetzung: Wärmepumpe oder Ladesäule werden über einen Zähler mit Standardlastprofil (SLP) versorgt. Das trifft auf mindestens alle Verbrauchseinrichtungen zu, die bei der vorletzten Ablesung des Stromzählers durch den Netzbetreiber bereits in Betrieb waren. Neue Wärmepumpen und Ladeeinrichtungen für Elektroautos müssen dem Netzbetreiber ohnehin mitgeteilt werden. Daraufhin wird der Verteilnetzbetreiber in der Regel die Jahresverbrauchsprognose anpassen, das Entlastungskontingent erhöht sich automatisch.

Was ist, wenn ich mit Öl, Holz-Pellets oder anderen Brennmitteln heize?

Für andere Heizmittel entwickeln Bund und Länder derzeit eine Lösung. Details dazu stehen noch nicht fest.

Ändert sich mein Abschlag automatisch? Wie sieht es für Januar und Februar 2023 aus?

Der Abschlag bleibt trotz der Preissteigerungen ab 1. Februar 2023 und der ab Januar gültigen Preisbremse unverändert. Passen Sie ihn am besten im Online-Portal der Stadtwerke Karlsruhe an.
Gewerbekunden mit mehr als 1.500.000 kWh Jahresverbrauch bei Gas und Wärme sollen sich bitte an die dzmbrhlfb2bstdtwrk-krlsrhd wenden.

Warum führen die Stadtwerke Karlsruhe eine Preisanpassung trotz der geplanten Preisbremsen durch?

Die Beschaffungskosten für Strom und Erdgas befinden sich aktuell noch immer auf einem hohen Niveau. In den vergangenen zwölf Monaten erhöhten sich die Beschaffungspreise für Erdgas aufgrund der Gasknappheit um bis zu 1.000 Prozent. Beim Strom und Gas befinden sich die kurzfristig gesunkenen Preise noch immer auf einem Niveau von ca. 300 Prozent gegenüber dem Vorjahr*. Trotz steigendem Anteil an Erneuerbaren Energien muss weiter auf, in ihrer Energieerzeugung teure, traditionelle Gas- und Kohlekraftwerke zurückgegriffen werden.
Neben den Beschaffungskosten sind auch die Kosten für diverse Umlagen und die Netznutzungsentgelte gestiegen.
Wir denken und handeln für Sie langfristig. So können wir sowohl die Preise als auch die Energiemenge auf Monate im Voraus sichern. Da Ihre Versorgungssicherheit zum Durchschnittspreis für uns höchste Priorität hat, halten wir an unserer planvollen und passgenauen Beschaffungsstrategie fest – eine Preisanpassung ist aus den oben genannten Gründen leider dennoch unvermeidbar.
Die Entlastungen durch die Bundesregierung finden unabhängig von der Preisanpassung statt. Daher sind wir gezwungen unabhängig von den Preisbremsen unsere gestiegenen Kosten an Sie weiterzugeben.
*1. Dezemberwoche 2021 vs. 1. Dezemberwoche 2022

Wieso geben die Stadtwerke Karlsruhe die aktuell fallenden Preise nicht direkt an die Kund*innen weiter?

Die Beschaffungskosten für Strom und Erdgas sind immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Die Commodity-Produkte (z.B. Strom oder Gas) für das Kalenderjahr 2023 verzeichnen nach einer kurzen preislichen Erholung wieder einen Aufwärtstrend. Außerdem haben sich nicht nur die Beschaffungskosten sondern auch die Kosten für diverse Umlagen sowie die Netznutzungsentgelte erhöht, worauf die Stadtwerke Karlsruhe keinerlei Einfluss haben.

Wir sichern uns die Strom- und Erdgasmengen auf Monate im Voraus, um unseren Kund*innen eine möglichst lange Preisstabilität gewähren zu können und auch keinen kurzfristigen Preisschwankungen zu unterliegen.

Aus diesen Gründen ist es uns nicht möglich, jegliche kurzfristige Entspannung auf dem Energiemarkt an Sie weiterzugeben. Sollte der preisliche Abwärtstrend auf längere Sicht anhalten, werden wir eine entsprechende Preissenkung selbstverständlich an unsere Kund*innen weitergeben.

Dürfen Strom- und Gaspreise 2023 überhaupt angepasst werden?

Bei der Kalkulation unserer Preise berücksichtigen wir unterschiedliche Preisbestandteile, die wir in Arbeits- und Grundpreisen an unsere Kund*innen weitergeben. Wir möchten die Anpassung des Preises für unsere Kund*innen transparent und verständlich darstellen. Aus diesem Grund haben wir den Anschreiben zur Preisanpassung eine tabellarische Übersicht der Veränderung einzelner Preisbestandteile beigefügt. Sie können dieser die genaue Zusammensetzung Ihres Preises sowie die Veränderung einzelner Bestandteile entnehmen. Sofern sich einzelne dieser Kostenbestandteile verändern, sind wir berechtigt und verpflichtet, diese an unsere Kunden weiterzugeben.
Die Preisanpassung ist auch nicht durch das Missbrauchsverbot gemäß § 27 Erdgas- und Wärmepreisbremsengesetz (EWPBG ) bzw. § 39 Strompreisbremsengesetz (StromPBG) untersagt: Dieses verbietet lediglich eine missbräuchliche Preiserhöhung, nicht jedoch solche Preismaßnahmen, die sachlich gerechtfertigt sind: Eine sachliche Rechtfertigung kann sich nach der Vorschrift ergeben aus marktbasierten Preis- und Kostenentwicklungen oder der Entwicklung der vom Lieferanten im regulatorischen Sinn nicht beeinflussbaren Preis- und Kostenbestandteile.

Ich habe einen zeitvariablen Tarif, z.B. für eine Nachtspeicherheizung. Wie wird der zeitvariable Tarif berücksichtigt?

Bei zeitvariablen Tarifen, zum Beispiel bei Haushalten mit Nachtspeicherheizungen, aber auch bei sogenannten real-time-pricing Tarifen, wird der monatliche Durchschnittspreis herangezogen, um den Entlastungsbetrag der Strompreisbremse zu berechnen. Dabei wird aber nicht der mengengewichtete Durchschnitt der verschiedenen Tarifstufen für die Entlastung herangezogen, sondern die Gewichtung erfolgt anhand der zeitlichen Gültigkeit der Tarifstufen. Zum Beispiel: Wenn von 0 bis 6 Uhr ein günstiger Tarif gilt und von 6 bis 24 Uhr ein teurer Tarif, dann geht der Nachttarif zu 6/24 in den Durchschnitt ein und der Tagtarif zu 18/24, egal wie viel in diesen Zeitfenstern verbraucht wurde. Gleiches gilt bei stunden- oder im Extremfall sogar viertelstundengenauer Abrechnung: Wenn jede Stunde ein anderer Preis gilt, geht jeder dieser Preise mit 1/24 in die Berechnung ein, egal wie viel in dieser Stunde verbraucht wurde. Gilt in jeder Stunde des Monats April ein anderer Preis, geht jeder dieser Preise mit 1/24*1/30 in den Durchschnittspreis ein, egal wieviel in dieser
Viertelstunde verbraucht wurde.

So bleiben die Flexibilitätsanreize der zeitvariablen Tarife erhalten. Dies ist vor allem für industrielle Großverbraucher mit variablen Lasten relevant. Auch beispielsweise für Nachtspeicherheizungen ist die Gewichtung anhand der zeitlichen Gültigkeit vorteilhaft:
Dort wird nicht vor allem der billige Nachttarif (viel Verbrauch, kürzere zeitliche Gültigkeit) verwendet, sondern vor allem der teure Tagtarif (weniger Verbrauch, längere zeitliche Gültigkeit). Die Entlastung erhöht sich entsprechend.

Fragen über Lösungsmöglichkeiten bei Zahlungsschwierigkeiten

Information über Möglichkeiten bei Zahlungsschwierigkeiten

Hier finden Sie eine Zusammenstellung von Lösungsmöglichkeiten wie z. B. Tilgungsmöglichkeit über eine Ratenzahlungsvereinbarung sowie staatlicher Unterstützungsmöglichkeiten.

Download: Informationen bei Zahlungsschwierigkeiten

Wie kann ich einen Antrag auf Ratenzahlung/Abwendungsvereinbarung stellen?

Ihren Antrag auf Ratenzahlung/Abwendungsvereinbarung können Sie formlos per Mail an mahnwesen@stadtwerke-karlsruhe.de senden. Bitte geben Sie im Betreff Ihr Vertragskonto an. Nach interner Prüfung erhalten Sie umgehend ein schriftliches Angebot zur Ratenzahlung/Abwendungsvereinbarung. Zur Wirksamkeit ist die Rückgabe einer von Ihnen unterzeichneten Ausfertigung an die Stadtwerke Karlsruhe/Mahnwesen notwendig. Gerne können Sie diese auch per Mail an das Mahnwesen senden.

Bitte beachten Sie, dass zur Abwendung einer evtl. bereits eingeleiteten Sperrmaßnahme die Abwendungsvereinbarung unterzeichnet in Textform bis spätestens zum Tag der angekündigten Versorgungsunterbrechung vorliegen muss.

Download: Abwendungsvereinbarung

Wie kann ich eine Einstellung der Versorgung abwenden?

Zahlung des rückständigen Forderungsbetrags

Folgende Zahlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • SEPA-Lastschriftmandat

  • Überweisung auf das Konto der Stadtwerke (Sparkasse Karlsruhe; IBAN DE33 6605 0101 0009 0012 72BIC KARSDE66). Bitte geben Sie im Verwendungszweck Ihr Vertragskonto an.
  • Bareinzahlung an unserem Kassenautomaten in der Daxlanderstr. 72, dieser ist rund um die Uhr für Sie zugänglich

  • Paypal: Bitte scannen Sie den QR-Code auf Ihrer Mahnung und folgen Sie den Anweisungen

  • Vorlage des Zahlungsnachweises (Kontoauszug oder Bankbestätigung) schriftlich per E-Mail (mahnwesen@stadtwerke-karlsruhe.de)


Sollte Ihnen der Ausgleich des Forderungsbetrags in einer Summe nicht möglich sein, bitten wir dringend um Kontaktaufnahme mit unserem Mahnwesen (Näheres Informationen erhalten Sie auch hier: Informationen bei Zahlungsschwierigkeiten)

Wie kann ich die künftige Belieferung mit Strom sicherstellen?

Die künftige Strombelieferung ist über die Installation eines Vorkassenzählers möglich. Nach Einzahlung eines selbstgewählten Betrags bzw. Vorlage eines Zahlungsnachweises erhalten Sie eine Quittung mit einer Schlüsselzahl (PIN). Es besteht die Möglichkeit, sich mit der Barzahlung am Kassenautomaten sofort eine Schlüsselzahl in Form einer Quittung ausgeben zu lassen. Nachdem Sie die Schlüsselzahl am Vorkassenzähler eingegeben haben, erfolgt die sofortige Freischaltung der Stromversorgung in Höhe des einbezahlten Betrags. Bei Interesse wenden Sie sich bitte unter Angabe des Vertragskontos per E-Mail an: vorkassenzaehler@stadtwerke-karlsruhe.de.

Haben Sie noch weitere Fragen zu Mahnungen / Zahlungsrückständen?

Sie erreichen unser Mahnwesen telefonisch von Mo – Do 8 bis 14 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr unter 0721 599 1600 oder per Mail: mahnwesen@stadtwerke-karlsruhe.de. Bitte halten Sie Ihr Vertragskonto bereit.

Wer hilft mir weiter, wenn ich nicht bezahlen kann?

In diesem Fall bitten wir Sie um sofortige Kontaktaufnahme mit unserem Mahnwesen-Team: mahnwesen@stadtwerke-karlsruhe.de, Tel. 0721/599-1600 (Mo – Do 8.00 – 14.00 Uhr, Fr 8.00 – 13.00 Uhr), um frühzeitig hohen Forderungsrückständen entgegenzuwirken und eine Tilgungsmöglichkeit in einem beidseitig wirtschaftlich zumutbaren Rahmen zu finden. Bitte halten Sie hierzu möglichst Ihre aktuellen Zählerstände vor.

Setzen Sie Strom- und Gassperrungen aufgrund der aktuell hohen Energiepreise aus?

Nein, grundsätzlich ist es jedoch unser Ziel, gemeinsam mit Ihnen eine für beide Seiten wirtschaftlich zumutbare Lösung zu vereinbaren, um Energiesperrungen zu vermeiden.

Auch die Bundesnetzagentur hat hilfreiche Tipps zusammengestellt. https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Hinweis_Sperre_WasTun.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Wertvolle Tipps bei Zahlungsschwierigkeiten geben auch die Verbraucherzentralen. Sie bieten meist kostenfreie Beratungen an und können Auskunft darüber geben, welche Behörde im jeweiligen Fall der richtige Ansprechpartner ist.

Insbesondere übernimmt die Stadtwerke Karlsruhe GmbH keine Haftung für die Richtigkeit der Inhalte.

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