Fernwärme: Die große Zentralheizung

Andreas Gallazzini, Fernwärmespezialist im Vertrieb der Stadtwerke Karlsruhe, 17.03.2022

Das größte öffentliche Umweltschutzprojekt der Fächerstadt kommt ziemlich bescheiden daher: Es besteht im Wesentlichen aus einer exzellenten Idee und aktuell 217 Kilometer Rohren im Boden. Dank der Fernwärmeversorgung erhalten immer mehr Unternehmen und über 41.000 Wohnungen die umweltfreundliche Heizenergie, die schon jetzt jedes Jahr rund 130.000 Tonnen CO2 einspart.

Fernwärme - die umweltfreundlichste Alternative

Die Temperaturen sind einige Male unter Null gesunken in der aktuellen Heizperiode. Dankbar haben wir den Temperaturregler unserer Heizungen etwas höher gedreht und es uns auf dem Sofa mit einer Wolldecke gemütlich gemacht. Ob die Wärme ressourcenschonend ist oder nicht, hängt wesentlich davon ab, wie wir sie erzeugen. Die umweltfreundlichste Alternative in Karlsruhe ist die Fernwärme.

Wir von den Stadtwerken freuen uns, dass eine ständig wachsende Zahl von Menschen diese Wärme nutzen möchte. Gleichzeitig tun wir wirklich viel dafür, dass immer mehr Karlsruher*innen sie auch nutzen können: Wir haben in den vergangen zehn Jahren weit über 200 Millionen Euro in den Fernwärmeausbau investiert und setzen das größte und mehrfach ausgezeichnete Wärmeprojekt in ganz Süddeutschland auch künftig fort.

Fernwärme ist schon da, sie muss nicht produziert werden

Diese Investitionen lohnen sich in mehrfacher Hinsicht. Denn durch die Nutzung von industrieller Abwärme nutzen wir Wärme, die schon da ist und nicht extra produziert werden muss. Wir recyceln gewissermaßen Wärme der MiRO-Raffinerie, die rund 60 Prozent unserer Fernwärme ausmacht. Zukünftig werden wir durch die Einbindung der Papierfabrik Stora Enso diesen Wert auf rund 70 Prozent steigern können.

Umweltfreundliche Fernwärme erfüllt gesetzliche Vorgaben

Wir ermöglichen es zehntausenden von Bürgerinnen und Bürgern, umweltfreundlich zu heizen. Das ist ein großer Beitrag zur Wärmewende für unsere schöne Fächerstadt. Und: Es ist eine günstige und verlässliche Möglichkeit des Heizens. Ein weiterer Vorteil: Man hat den Raum im Keller zusätzlich zur Verfügung, der sonst eine Heizungsanlage beanspruchen würde. Einen Schornstein benötigt man ebenfalls nicht oder nicht mehr.

Neben diesen praktischen Vorteilen gibt es einen weiteren, der insbesondere für die Eigentümer*innen von Immobilien wichtig ist: Mit der Nutzung von Fernwärme in Karlsruhe erfüllen sie alle Wärmegesetze des Landes und des Bundes, sodass keine weiteren baulichen Maßnahmen zum Ausgleich, wie Wärmedämmung oder Solaranlage, notwendig sind.
Was gut ist muss auch gefördert werden: Die Karlsruher Fernwärme erfüllt auch die hohen Ansprüche der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Hier können Sie Förderungen von bis zu 45 Prozent der Investitionssumme erhalten.

Schon jetzt sind über 41.000 Haushalte sowie etliche Gewerbe- und Industriebetriebe in Karlsruhe an das Fernwärmenetz angeschlossen; Verträge für rund 4.700 weitere liegen bereits vor. Das Ziel der Stadtwerke ist es, bis 2025 die Zahl von 50.000 Haushalten zu erreichen. Ein ehrgeiziges, zukunftsgerichtetes Vorhaben, wie ich finde. Auch große Firmen und Unternehmen nutzen unsere Fernwärme.

Fernwärme ist ein wichtiger Baustein der Energiewende

Wir sind uns der Verantwortung bewusst, die mit der großen Verbreitung von Fernwärme einhergeht. Sie ist ein wichtiger Baustein der Energiewende für Karlsruhe – und einer der Ansatzpunkte, um unser Unternehmensziel Klimaneutralität zu erreichen. Zudem ist die Fernwärme auch einer der Punkte des Karlsruher Klimaschutzkonzepts, an dem wir als Stadtwerke mitwirken.

In naher Zukunft wird rund 70 Prozent der Fernwärme CO2-frei hergestellt. Diesen Anteil wollen wir als Stadtwerke natürlich auch für die Zukunft weiter erhöhen und beschäftigen uns schon heute mit neuen CO2-freien Wärmequellen.

Eine Frage wird mir gelegentlich gestellt: Werden im Zuge der Energiewende nicht kurz- oder mittelfristig bestehende Wärmequellen, wie zum Beispiel die MiRO, versiegen? Damit ist in naher Zukunft nicht zu rechnen, denn die MiRO als eine der modernsten Raffinerien produziert nicht nur Kraftstoffe, sondern auch zahlreiche andere Produkte aus Rohöl. Wir gehen davon aus, dass das auch über das Ende der Verbrennungsmotoren hinaus der Fall sein wird. Außerdem haben wir mit der Papierfabrik Stora Enso Maxau ganz aktuelle einen Vertrag abgeschlossen und eine neue Leitung verlegt – nur ein Beispiel für unsere Aktivitäten, den CO2-armen oder -freien Anteil der Fernwärme stetig zu erhöhen.

Kurzum: Fernwärme ist eine Umweltschutz-Erfolgsgeschichte und ein vorbildliches Projekt in Süddeutschland. Und wir sind auf Wachstumskurs, um noch mehr Menschen mit unserer immer umweltfreundlicheren Fernwärme zu versorgen.

Interessiert? Hier gibt es Informationen zur Verfügbarkeit von Fernwärme, zu Preisen und Fördermöglichkeiten.

Über unseren Autor

Andreas Gallazzini ist Leiter des Vertriebes für Wärme bei den Stadtwerken Karlsruhe, hierzu gehören der Vertrieb der Fernwärmehausanschlüsse. Er ist seit 1996 im Unternehmen und hat in dieser Zeit verschiedene Stationen in unserem Haus durchlaufen. Er und sein Team stehen Ihnen gerne bei Fragen zum Thema Wärme zur Verfügung.

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