StromVKG-Auktion: Stadtwerke Karlsruhe erhalten Zuschlag für Bau eines neuen Kraftwerks
03.11.2026
Neue Anlage wird Strom und Wärme erzeugen. Kraft-Wärme-Kopplung trägt zur Versorgungssicherheit in Dunkelflauten bei.
Die Stadtwerke Karlsruhe GmbH hat in der ersten Ausschreibung für Langzeitkapazitäten nach dem Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz (StromVKG) einen Zuschlag erhalten. Damit ist die Grundlage für den Bau des geplanten Gasmotorenkraftwerks auf dem Gelände des Heizkraftwerks West geschaffen. Das Kraftwerk wird aus zwölf Modulen mit einer elektrischen und thermischen Leistung von jeweils 4,5 Megawatt bestehen. Die Gesamtleistung beträgt 54 Megawatt elektrisch und 54 Megawatt thermisch. Die Anlage wird von Anfang an für eine spätere Umstellung auf Wasserstoff ausgelegt und zunächst mit Erdgas betrieben. Durch Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt die Anlage gleichzeitig Strom und nutzbare Wärme für das Fernwärmenetz. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme für das Spätjahr 2029.
Strom und nutzbare Wärme
Mit dem StromVKG fördert der Bund den Bau von Anlagen, die auch in längeren Phasen mit wenig Wind und Sonne verlässlich Strom bereitstellen können. Die Bundesnetzagentur wählt die Projekte in einem Ausschreibungsverfahren aus. Unternehmen, die einen Zuschlag erhalten, verpflichten sich, die vereinbarte Leistung 15 Jahre lang bereitzuhalten. Dafür erhalten sie eine jährliche Vergütung.
Das geplante Gasmotorenkraftwerk verbindet diese Aufgabe mit der Wärmeversorgung in Karlsruhe: Durch Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt es gleichzeitig Strom und nutzbare Wärme für das Fernwärmenetz. Damit soll es die zunehmend auf erneuerbare Energien ausgerichtete Wärmeversorgung flexibel ergänzen. Eine besondere Bedeutung kommt ihm während sogenannter Dunkelflauten zu - wenn Wind- und Solaranlagen nur wenig Strom liefern und andere Erzeugungsquellen nicht ausreichend Wärme bereitstellen können. Das neue Kraftwerk wird damit ein wichtiger Baustein für die zuverlässige Strom- und Wärmeversorgung der Stadt.
"Der Umbau unserer Wärmeversorgung braucht unterschiedliche Erzeugungsanlagen, die sinnvoll zusammenspielen. Erneuerbare Wärmequellen und Großwärmepumpen sollen dabei einen immer größeren Anteil übernehmen. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass die Menschen in Karlsruhe auch in längeren Phasen mit wenig Wind und Sonne zuverlässig mit Wärme versorgt werden. Das neue Kraftwerk übernimmt diese Absicherungsfunktion und erzeugt dabei gleichzeitig Strom und Wärme"
„Der erhaltene Zuschlag ist ein wichtiger Schritt für die sichere und zukunftsfähige Energieversorgung unserer Stadt. Gerade beim Umbau der Wärmeversorgung müssen Klimaschutz und Versorgungssicherheit verlässlich zusammengedacht werden. Das neue Kraftwerk ergänzt künftig die erneuerbaren Wärmequellen und sichert die Versorgung der Karlsruherinnen und Karlsruher auch in Zeiten ab, in denen Wind und Sonne nicht die benötigte Energiemenge liefern“


