Fernwärmeprojekt mit MiRO

Die Mineraloelraffinerie Oberrhein (MiRO) und die Stadtwerke Karlsruhe haben in den letzten Jahren in einem gemeinsamen Großprojekt die Wärmeauskopplung aus der Raffinerie in Karlsruhe realisiert.
Die Raffinerie speist überschüssige Niedertemperatur-Prozessabwärme aus inzwischen beiden Werkteilen in das Karlsruher Fernwärmenetz ein. Damit stammt nun mehr als die Hälfte der Karlsruher Fernwärme aus der Raffinerie.

Raffiniert: MiRO wärmt noch mehr Häuser in unserer Stadt

Das millionenschwere Gesamtprojekt erhöht die Energieeffizienz der Raffinerie und die Versorgungssicherheit bei der Fernwärme. Den größten Nutzen hat die Umwelt: Da diese Wärme nicht extra erzeugt wird, entstehen auch keine zusätzlichen CO₂-Emissionen und keine zusätzlichen Abgase. Es ist Wärme, die sowieso da ist. Daher macht diese Prozessabwärme die Karlsruher  Fernwärmeversorgung noch umwelt- und klimaschonender. Jährlich wird der Ausstoß von über 100.000 Tonnen CO₂ vermieden. Damit leisten beide Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Karlsruher Klimaschutzziele.

 

Die Meilensteine von Karlsruhes größtem Umweltprojekt

Herbst/Winter 2016: Projekt durch Auszeichnungen gewürdigt

  • 100 Betriebe für Ressourceneffizienz: MiRO und Stadtwerke wurden im Oktober 2016 für ihr gemeinsames Fernwärme-Projekt als Exzellenzbeispiel für wirtschaftliche Ressourceneffizienz vom Umweltminister ausgezeichnet. mehr erfahren
  • Umweltpreis 2016: Die Stadtwerke haben im Novembe 2016 zum zweiten Mal den Umweltpreis des Landes Baden-Württemberg für Unternehmen in der Kategorie „Handel und Dienstleistungen“ gewonnen. Die Stadtwerke überzeugten auch mit ihrem Fernwärmekonzept und der Nutzung industrieller Prozessabwärme aus der Mineraloelraffinerie Oberrhein (MiRO).   mehr erfahren

November 2015: Inbetriebnahme der 2. Ausbaustufe

Die 2. Stufe der Wärmeauskopplung ist pünktlich zum Start der Heizperiode 2015 realisiert

Die Mineraloelraffinerie Oberrhein (MiRO) und die Stadtwerke Karlsruhe haben die zweite Ausbaustufe der Wärmeauskopplung aus der Raffinerie in Karlsruhe abgeschlossen. Seit Beginn der Heizperiode 2015 speist die Raffinerie auch überschüssige Niedertemperatur-Prozessabwärme aus dem Werkteil 1 in das Karlsruher Fernwärmenetz ein. Damit stammt nun mehr als die Hälfte der Karlsruher Fernwärme aus der Raffinerie.

Bisher nutzten die Stadtwerke Karlsruhe rund 300.000 Megawattstunden Wärme aus dem Werkteil 2 der MiRO für die Fernwärmeversorgung. Mit der zweiten Ausbaustufe kommen weitere 220.000 Megawattstunden hinzu. Damit kann der Wärmebedarf von vielen weiteren Gebäuden gedeckt werden. Aktuell versorgt das Unternehmen fast 32.000 Wohnungen mit Fernwärme. Hinzu kommt die Fernwärmeabgabe an Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie in der gleichen Größenordnung.

Lesen Sie mehr zur offiziellen Inbetriebnahme.

Mai 2014: MiRO und Stadtwerke beschließen weiteren Ausbau der Wärmeauskopplung

Die Mineraloelraffinerie Oberrhein (MiRO) und die Stadtwerke Karlsruhe haben den weiteren Ausbau der Wärmeauskopplung aus der Raffinerie in Karlsruhe beschlossen.

Im Mai 2014 beschlossen die MiRO und die Stadtwerke Karlsruhe, das erfolgreiche Projekt weiter auszubauen: In einer zweiten Ausbaustufe soll nun auch die Niedertemperatur-Abwärme aus Werkteil 1 der MiRO für die Fernwärmeversorgung nutzbar gemacht werden. Künftig kann eine Wärmeleistung von 90 Megawatt nutzbar gemacht werden und so jährlich der Ausstoß von 100.000 Tonnen Kohlendioxid vermieden werden, die Fernwärme wird noch umweltfreundlicher und die Energieeffizienz der Raffinerie steigt weiter.
Die Wärmemenge entspricht dem Bedarf weiterer 18.000 Wohnungen. Aktuell werden in Karlsruhe rund 26.000 Wohnungen mit Fernwärme beheizt. Hinzu kommt in der gleichen Größenordnung die Fernwärmeabgabe an Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie. Darüber hinaus werden durch den extensiven Ausbau der Fernwärmeversorgung in Karlsruhe bis 2020 rund 40.000 Wohnungen und viele weitere Gewerbe und Industrieunternehmen an die Fernwärme angeschlossen.

Lesen Sie mehr zur Entscheidung für die 2. Ausbaustufe.

Dezember 2013: Das Projekt gewinnt den Energy Award

Das Fernwärme-Projekt mit der MiRO hat den Energy Award in der Kategorie "Gewerbliche Anlage des Jahres" erhalten und gilt damit als Leuchttumprojekt der Energiewende!

Das Projekt ist von überregionaler Bedeutung und wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit mit fünf Millionen Euro gefördert.
Das gemeinsame Projekt mit der MiRO hat Signalwirkung für andere Städte und Gemeinden, zahlreiche Besucher aus dem In- und Auslang haben sich bereits vor Ort über die Fernwärme-Auskopplung informiert.

Eine besondere Auszeichnung erhielt das "Leuchtturmprojekt der Energiewende" mit dem Energy Award im November 2013.  Andere Auszeichnungen waren die Aufnahme in die Klimaschutzgruppe der Bundesregierung oder der Umweltpreis Baden-Württemberg im Jahr 2010.

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Dezember 2011: Stadtwerke und MiRO feiern den Abschluss der ersten Ausbaustufe

Stadtwerke Karlsruhe und Mineraloelraffinerie Oberrhein feiern den erfolgreichen Abschluss von Karlsruhes größtem Umweltprojekt

Die beiden Karlsruher Unternehmen Mineraloelraffinerie Oberrhein (MiRO) und die Stadtwerke Karlsruhe haben in den vergangenen Jahren die Nutzung von Niedertemperatur-Prozessabwärme aus der Raffinerie realisiert: Die anfallende Niedertemperatur-Abwärme des MiRO-Werkteils 2 wird durch moderne Plattenwärmetauscher eingesammelt und in das Fernwärmenetz der Stadtwerke eingespeist. Hierzu wurden moderne Plattenwärmetauscher installiert und eine große Transportleitung mit Vor- und Rücklauf von der Raffinerie zum Heizkraftwerk West der Stadtwerke gebaut. Daneben wurden durch eine zusätzliche Leitung in Richtung Norden die beiden Neubaugebiete der VOLKSWOHNUNG, Knielingen 2.0 und Neureut/Kirchfeld-Nord, mit Fernwärme erschlossen.

Durch diese beiden erfolgreichen und bundesweit beachteten Projekte mit einem Invest von insgesamt rd. 42 Millionen Euro konnte eine Wärmeleistung von 40 Megawatt nutzbar gemacht werden, was für die Versorgung von mehreren tausend Haushalten reicht. Am meisten profitiert von diesem Projekt die Umwelt, denn 65.000 Tonnen Kohlendioxid Einsparung pro Jahr sind ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz und zurzeit das größte Umweltprojekt in der Fächerstadt. Die Investition in die beiden großen Fernwärmeleitungen diente auch der langfristigen Sicherung der umweltschonenden Fernwärmeversorgung in Karlsruhe, denn diese bekam mit der Nutzung der Raffinerie-Abwärme nun ein weiteres Standbein.

Mai 2008: Spatenstich für Karlsruhes größtes Umweltprojekt

Im Mai 2008 starteten die Stadtwerke die Bauarbeiten für die fünf Kilometer lange Fernwärmetransportleitung, und die Raffinerie MiRO installierte in den Jahren 2009 und 2010 sieben hochmoderne Plattenwärmetauscher auf dem Raffineriegelände, mit denen die Fernwärme „eingesammelt“ wird. Seit Oktober 2010 wird die Wärme über das Heizkraftwerk West in das Fernwärmenetz eingespeist.

Spatenstich

26.05.2008: Oberbürgermeister Heinz Fenrich (mitte), MiRO- Geschäftsführer Dr. Hans -Gerd Löhr (rechts) und Dr. Karl Roth, technischer Stadtwerke-Geschäftsführer, beim symbolischen Spatenstich für das Großprojekt

 

Historie

Bereits im Jahr 2007 vereinbarten die MiRO und die Stadtwerke Karlsruhe, Niedertemperatur-Abwärme aus den Raffinerieprozessen für die Fernwärmeversorgung der Stadtwerke nutzbar zu machen.

 
 

Fernwärme

1. Ausbaustufe des Projekts

  • Wärmeleistung aus Werk 2, MiRO: 40 MW
  • 7 Wärmequellen
  • 7 neue Wärmetauscher, Bauzeit 2009-2010
  • Anbindung an das FW-Netz: neue Transport-Doppelleitung (DN 600)
  • Bau der Transportleitung: 2008 bis 2010, Trassenlänge 5,1 km
  • Inbetriebnahme: Ende 2010

2. Ausbaustufe des Projekts

  • Wärmeleistung aus Werk 1, MiRO: 50 MW
  • 13 Wärmequellen
  • 20 neue Wärmetauscher
  • Bauzeit 09/2014 - 07/2015
  • Inbetriebnahme: Oktober 2015
 

Fernwärmenetz - Drei Hauptleitungen

  • Nördliche Hauptleitung: durch die Hildapromenade bis in die Waldstadt
  • Südliche Hauptleitung: über Weinbrennerstr, und Gartenstraße in die Innenstadt
  • Dritte Hauptleitung (neu): über Rheinhafen- und Pulverhausstraße nach Oberreut, in einer Südschiene weiter bis Rüppurr (2019)
  • Netzlänge insgesamt: ca. 180 Kilometer

Investitionskosten

  • MiRO I (Werkteil 2): ca. 30 Mio. €
  • MiRO II (Werkteil 1):ca. 24 Mio. €
  • Wärmeversorgung Nord: ca. 12 Mio. €
  • Dritte Fernwärme-Hauptleitung: ca. 35 Mio. €
 

Spitzenstundenwerte der Erzeugungsanlagen:

  • MiRO-Abwärme (Werkteil 2 + Werkteil 1): 90 MW
  • RDK 7: 220 MW
  • RDK 8 (Abnahmemessung steht noch aus):
    >220 MW
  • Heizkraftwerk West in Kraft-Wärme-Kopplung:
    108 MW
  • Heizkraftwerk West, nur Fernwärme, keine Stromerzeugung: 350 MW
  • Heizwerk Ahaweg: 100 MW
  • Heizwerk Waldstadt: 40 MW

Stundenwerte der FW-Versorgung:

  • Sommertag (minimal): 25 MW
  • Wintertag (maximal): 330 – 350 MW
 

Umwelt:

  • Vermeidung von 100.000 Tonnen CO₂/Jahr
  • Primärenergiefaktor FW-Stadtnetz: 0,3
  • Spezifische CO₂-Emissionen: 70 g pro kWh Heizwärme

Wer wird mit Fernwärme versorgt?

  • Aktuell fast 32.000 Wohnungen
  • Dazu in der gleichen Größenordnung Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie.
 
 
 

Neueste Auszeichnungen / Downloads

Ansprechpartner für Medienvertreter

Abwärme der Raffinerie entlastet die Karlsruher Umwelt

Yvonne Schönemann

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Mineraloelraffinerie Oberrhein

Abwärme der Raffinerie entlastet die Karlsruher Umwelt

Markus Schneider

Unternehmenskommunikation Stadtwerke Karlsruhe

 
Abwärme der Raffinerie entlastet die Karlsruher Umwelt

Dr.  Manuel Rink

Wärme/KWK Stadtwerke Karlsruhe

 
 
 

Kälte aus Fernwärme
|Innovative Klimaanlage für Karlsruher Bürogebäude

„Kälte aus Wärme“ – das klingt zunächst wie ein Widerspruch. In Wahrheit steckt dahinter ein innovatives Konzept zur Gebäudekühlung mithilfe von Fernwärme. Die Stadtwerke Karlsruhe haben im Sommer große Wärmemengen aus den Produktionsprozessen der Mineralölraffinerie Oberrhein zur Verfügung, die dort CO2-arm als Niedertemperatur-Abwärme entstehen. Sie können nun teilweise zur Gebäudekühlung genutzt werden.

Zwei neue Gebäude mit Eigentumswohnungen, Büroflächen und Arztpraxen in der Karlsruher Südweststadt kühlen die Stadtwerke Karlsruhe CO2-arm und umweltschonend überwiegend mit Fernwärme. Dabei wurde für die Kälteversorgung eine Kombination aus fernwärmebetriebener Absorptionskälte und konventioneller Kompressionskälte entwickelt. Die Technik ist zwar schon länger bekannt, wurde nun aber weiterentwickelt. Bundesweit gibt es bisher nur wenige der innovativen Kälteanlagen. In Karlsruhe sorgt nun eine der größten an heißen Sommertagen für angenehme Temperaturen in Büros, Praxen und Wohnungen.

Ideale Kältetechnik für den Einsatz mitten in der Stadt
Im SYNUS-Gebäude in der Gartenstraße produzieren gleich drei Absorptions-Anlagen Kälte aus Wärme für die beiden großen Gebäude. Die Anlage zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass die Rückkühlgeräte der Absorptionsanlage nicht wie bisher üblich mit Wasser besprüht, sondern „trocken“ gefahren werden. Das hat deutliche Vorteile gegenüber der Nasskühlung: Kein Wasserbedarf, keine Schwadenbildung, die Kühler sind leichter, leiser und niedriger, so dass man sie auf dem Dach des Gebäudes installieren konnte. Die neue Kältetechnik ist also ideal für den Einsatz mitten in der Stadt. Damit kann man Gebäude auch an sehr heißen Sommertagen mit Temperaturen über 30 °C kühlen, an denen herkömmliche Absorptionsanlagen nur mit Nasskühltürmen funktionieren. Das Projekt ist auch für Forscher hochinteressant und wird von der Technischen Universität Berlin wissenschaftlich begleitet. Die Stadtwerke Karlsruhe haben die Anlage konzipiert und betreiben sie als Contracting-Projekt.

Neben der Pilotanlage im SYNUS-Gebäude betreiben die Stadtwerke in Karlsruhe seit einigen Jahren eine herkömmliche Absorptions-Kälteanlage im Gebäude des Landratsamtes an der Badenwerkstraße und eine hybrid gekühlte Anlage in der Zentrale des BGV - Badische Versicherungen an der Durlacher Allee.

Vorteile von Absorptions-Kälteanlagen mit Fernwärmenutzung

  • geringerer Stromverbrauch im Vergleich zu klassischen Kälteanlagen
  • Nutzung von Industrieabwärme, daher deutlich weniger CO2-Ausstoß und damit klimafreundlicher
  • Nutzung von Wärmemengen, die vorhanden sind, aber im Sommer normalerweise nicht benötigt werden
  • geringer Wartungsaufwand durch wenig bewegte Bauteile
  • hohe Zuverlässigkeit
  • geringe Betriebskosten
  • Verwendung von umweltfreundlichen Kältemitteln
 

Anwendungsbeispiel im SYNUS-Gebäude:

 

Die Bilder zeigen die Kälteanlagen sowie die Rückkühler auf dem Dach.

  • Inbetriebnahmejahr: 2014
  • Kälteleistung: 480 kW Absorption, 1.100 kW Kompression
  • Kosten: 1,8 Mio. €
  • Fördermittel: 150.000 € vom Umweltministerium Baden-Württemberg

Weitere Infos

Service-Rufnummer

Hotline:

0800 200 300 6

 
 
 

Entstörungsdienste (Info):

0721 599 - 12   Gas + Wasser
0721 599 - 13   Strom
0721 599 - 14   Fernwärme

 

Auszeichnungen

 
 
Umweltpreis Baden-Württemberg
Ok Power
TOP-Lokalversorger Strom & Gas
Tüv Nord
emas
 
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