5 Fakten, die Sie über das Karlsruher Trinkwasser wissen sollten

Trinkwasser kommt in Karlsruhe jederzeit zuverlässig aus dem Hahn. Für viele Menschen ist das selbstverständlich – tatsächlich steckt jedoch eine komplexe Infrastruktur dahinter. 

Wie sichern die Stadtwerke Karlsruhe die Qualität des Wassers? Warum bleibt die Versorgung auch in Trockenperioden stabil? Und weshalb bietet Leitungswasser auf Basis des errechnet niedrigen CO₂-Fußabdrucks einen Klimavorteil und ist dennoch günstig?

Prof. Dr. Maier

Prof. Dr. Matthias Maier

Prof. Dr. Matthias Maier, Trinkwasserexperte der Stadtwerke Karlsruhe, gibt Einblicke in fünf zentrale Aspekte der Karlsruher Trinkwasserversorgung.

Fakt 1: Lückenlose Qualitätskontrolle – vom Grundwasser bis zum Wasserhahn

Damit Trinkwasser jederzeit sicher und sauber aus dem Hahn kommt, überwachen die Stadtwerke Karlsruhe die gesamte Versorgungskette. Die Kontrollen beginnen bereits beim Grundwasser im Einzugsgebiet der Wasserwerke und reichen über die Aufbereitung und Speicherung bis in das Leitungsnetz der Stadt.

„Unser Ziel ist eine lückenlose Überwachung, um Veränderungen unverzüglich zu erkennen und Maßnahmen einzuleiten“, erklärt Prof. Dr. Matthias Maier.

10.000

chemische Analysen pro Jahr

1.500

mikrobiologische Analysen pro Jahr

200

Probenahmestellen

63

Grundwasser-Brunnen

Jedes Jahr führen die Stadtwerke rund 10.000 chemische und etwa 1.500 mikrobiologische Analysen durch. Proben werden an mehr als 200 Probenahmestellen im gesamten Versorgungsgebiet genommen. Zusätzlich werden wichtige Parameter an zentralen Punkten im Netz und in den Wasserwerken rund um die Uhr digital überwacht.

Auch das Grundwasser selbst steht unter kontinuierlicher Beobachtung. Ein Frühwarnsystem im Einzugsgebiet der Wasserwerke sowie an insgesamt 63 Brunnen hilft dabei, mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen – oft schon Jahre bevor das Wasser tatsächlich gefördert wird.

Untersucht werden neben mikrobiologischen Parametern unter anderem Nitrat, Pflanzenschutzmittel, Schwermetalle, Arzneimittelrückstände sowie sogenannte PFAS-Chemikalien. Darüber hinaus analysieren die Stadtwerke auch natürliche Inhaltsstoffe wie Calcium oder Magnesium.

Wenn Sie mehr über die Qualität des Karlsruher Trinkwassers erfahren möchten, finden Sie hier weitere Infos.

Fakt 2: Versorgungssicherheit – auch bei extremer Trockenheit

Karte Wasserwerke Karlsruhe

Das Karlsruher Trinkwasser stammt aus vier Wasserwerken:

  • Wasserwerk Hardtwald
  • Wasserwerk Durlacher Wald
  • Wasserwerk Mörscher Wald
  • Wasserwerk Rheinwald

Sie liegen in Waldgebieten rund um Karlsruhe und fördern Grundwasser, das sich vor allem aus versickernden Niederschlägen bildet.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die geologische Situation der Region. Im Untergrund des Oberrheingrabens lagern mächtige Schichten aus Sand und Kies, die enorme Mengen Wasser speichern können. Diese natürlichen Speicher enthalten etwa das Fünfzigfache der jährlichen Fördermenge. Selbst längere Trockenperioden lassen sich dadurch zuverlässig überbrücken.
Es gilt dabei ein wichtiges Prinzip: Es wird nie mehr Grundwasser entnommen, als langfristig wieder nachgebildet wird.

Zur Versorgungssicherheit trägt außerdem die enge Zusammenarbeit mit regionalen Partnern bei. Die Stadtwerke Karlsruhe versorgen nicht nur mehr als 300.000 Menschen in Karlsruhe, sondern tragen auch Verantwortung für rund 200.000 weitere Menschen im Umland. Dazu gehören beispielsweise Gemeinden im Albtal, am Schwarzwaldrand oder im Zweckverband Wasserversorgung Albgau. 

Fakt 3: Trinkwasser mit minimalem CO₂-Fußabdruck

Auch unter Umweltaspekten weist das Karlsruher Trinkwasser eine sehr gute Bilanz auf. Die Stadtwerke optimieren seit vielen Jahren kontinuierlich die Energieeffizienz ihrer Wasserversorgung und erstellen nach dem Greenhouse Gas Protocol eine Treibhausgasbilanz. Ein wesentlicher Bestandteil dabei ist das zertifizierte Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001, mit dessen Hilfe der Strombedarf der Trinkwasserversorgung seit 2013 fortlaufend reduziert werden konnte, was durch regelmäßige unabhängige Umweltgutachter bestätigt wurde.

Seit 2014 wird der verbleibende Strombedarf der Stadtwerke vollständig durch nach dem Gütesiegel von ok‑power zertifizierten Ökostrom gedeckt. Allein dadurch werden jährlich rund 4.000 Tonnen CO₂ eingespart.

Wasserwerk Mörscher Wald

Parallel dazu werden Anlagen und Prozesse regelmäßig überprüft und optimiert. So wurden viele Gebäude bereits auf LED-Beleuchtung umgestellt und die 63 Unterwasserpumpen der Wasserwerke werden schrittweise durch energieeffizientere Modelle ersetzt. Auch im Leitungsnetz kommen zunehmend moderne Pumpentechnologien zum Einsatz.

Darüber hinaus nutzen die Stadtwerke verstärkt Photovoltaik zur Eigenstromerzeugung. Schon seit sehr vielen Jahren befinden sich Solaranlagen auf den Dächern der Wasserwerke, inzwischen entstehen auch größere Anlagen zur direkten Stromversorgung der Anlagen – etwa im Wasserwerk Mörscher Wald.

Wenn Sie mehr über das Nachhaltigkeitsengagement der Karlsruher Stadtwerke sowie den Klimaschutz erfahren möchten, finden Sie hier weitere Infos.

Fakt 4: Günstiger Preis – rund 0,3 Cent pro Liter

Ein Liter Leitungswasser kostet in Karlsruhe rund 0,3 Cent. Dafür erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher ein regionales Naturprodukt in hoher Qualität, das rund um die Uhr verfügbar ist und direkt nach Hause geliefert wird.

„Sicheres Trinkwasser von bester Qualität frei Haus – ohne Kistenschleppen, ohne Transportaufwand und ohne Plastikmüll“, betont Prof. Dr. Matthias Maier.

Der vergleichsweise günstige Preis hängt auch mit den regionalen Voraussetzungen zusammen. Das Karlsruher Trinkwasser stammt aus gut geschütztem Grundwasser aus Waldgebieten und besitzt eine sehr gute Rohwasserqualität. Die Aufbereitung ist daher nur minimal, aus dem Grundwasser wird lediglich durch Belüftung und Filtration Eisen und Mangan entfernt.

Trotzdem investieren die Stadtwerke kontinuierlich in ihre Infrastruktur. Das Leitungsnetz der Stadt umfasst fast 1.000 Kilometer Rohrleitungen. Teile davon müssen regelmäßig erneuert werden, zudem werden die Wasserwerke schrittweise modernisiert. Ein Beispiel dafür ist das 2022 neu gebaute Wasserwerk Mörscher Wald.

Klicken Sie hier, wenn Sie sich über unsere Wasserpreise informieren möchten.

Fakt 5: Aktionen rund um Karlsruher Trinkwasser

Wasserspender Schule

Für die Stadtwerke Karlsruhe ist dieser Tag eine Gelegenheit, das Thema Trinkwasser stärker in den Fokus zu rücken und Bürgerinnen und Bürger für einen bewussten Umgang mit Wasser zu sensibilisieren.

Auch im Alltag kann jeder einen Beitrag leisten. Ein sparsamer Umgang mit chemischen Reinigungsmitteln oder der bewusste Kauf von Bio-Lebensmitteln helfen beispielsweise dabei, Einträge in Boden und Grundwasser zu reduzieren.

Neben der technischen Versorgung engagieren sich die Stadtwerke Karlsruhe auch mit zahlreichen Aktionen rund um das Thema Wasser. Dazu gehören Informationsangebote, Ausstellungen, Führungen durch Wasserwerke oder Projekte an Schulen.

Ein wichtiger Anlass ist der Weltwassertag am 22. März. Er wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen und soll weltweit auf die Bedeutung von Wasser als Lebensgrundlage aufmerksam machen.

Aktion Das Fest
Zitat Icon

Trinkwasser aus der Region ist ein wertvolles Gut und für uns ein Privileg – und mit diesem Privileg sollten wir sorgsam umgehen.

Prof. Dr. Matthias Maier

Hohe Qualitätsstandards, eine zuverlässige Versorgung, eine nachweislich gute Klimabilanz und faire Preise: Hinter dem Karlsruher Trinkwasser steckt weit mehr, als man auf den ersten Blick sieht. Die Stadtwerke Karlsruhe sorgen mit moderner Technik, Fachwissen und kontinuierlichen Investitionen dafür, dass jederzeit hochwertiges Trinkwasser aus der Region zur Verfügung steht – heute und in Zukunft.

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