Klimakolumne
Kriege, Energiekrisen und wirtschaftliche Unsicherheiten verändern aktuell den öffentlichen Diskurs. In diesen Zeiten gerät der Klimaschutz unter Druck. Er wird infrage gestellt, relativiert oder als nachrangiges Ziel behandelt. Aus der Sicht des betrieblichen Umweltmanagements ist klar: Dieser Weg führt nicht nach vorne. Im Gegenteil: Aktuell werden politische Entscheidungen und Debatten wieder stärker auf fossile Energieträger ausgerichtet. Auf Strukturen, von denen bekannt ist, dass sie Abhängigkeiten schaffen, Kostenrisiken bergen und den Klimawandel weiter verschärfen. Diese Rückwärtsbewegung verlangsamt die Energie wende und verschiebt Verantwortung in die Zukunft.
Die Abkehr von fossilen Energien ist jedoch keine ideologische Frage, sondern eine der Vernunft. Fossile Energien stehen für geopolitische Unsicherheiten, volatile Preise und steigende Umweltfolgekosten. Mutiger Klimaschutz bedeutet, diese Zusammenhänge anzuerkennen und konsequent umzusteuern.

Die Stadtwerke Karlsruhe verfolgen diesen Ansatz seit Jahrzehnten. Seit über 30 Jahren sind Umweltmanagement und kontinuierliche Verbesserung fest in der Unternehmenssteuerung verankert – unter anderem durch die Teilnahme am europäischen Umweltmanagementsystem EMAS. Dieses verlangt überprüfbare Fortschritte und Transparenz.
Dabei zeigt sich: Klimaschutz wirkt. Jede eingesparte Kilowattstunde, jede effizientere Anlage und jede nachhaltige Investition ist ein Schritt nach vorne. Gleichzeitig schafft er Zuversicht für eine sichere Versorgung, mehr Unabhängigkeit und eine lebenswerte Zukunft für kommende Generationen. Deshalb ist Klimaschutz eine Gemeinschaftsaufgabe. Als regionales und kommunales Stadtwerk schaffen wir als Umsetzer der Energie- und Wärmewende die Voraussetzungen, damit Klimaschutz für viele möglich wird. Kommunale Unternehmen haben eine besondere Rolle. Sie verbinden Daseinsvorsorge mit Zukunftsgestaltung. Klimaschutz und Verlässlichkeit bedingen einander. Klimaschutz erfordert technische Lösungen. Vor allem braucht er jedoch Haltung, Geduld und den Willen, durchzuhalten und auch in schwierigen Zeiten nicht den Rückzug in die fossile Vergangenheit anzutreten. Der Weg zur Treibhausgasneutralität ist eingeschlagen – jetzt gilt es, ihn konsequent weiterzugehen. Dafür braucht es Menschen, die heute handeln und gemeinsam Schritt für Schritt Veränderung möglich machen.

Markus Schleyer leitet das Referat Umweltschutz bei den Stadtwerken Karlsruhe
In unserer Klimakolumne geht die miteinander-Redaktion der Frage nach, wie wir alleklimafreundlicher leben können. Und was unser Alltag hier undheute mit der Entwicklung des Weltklimas zu tun hat.
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