Quartiersportrait: Die Weststadt ist mein Dorf geworden

Eine Ortserkundung mit Stefanie Meth, Händlerin in der Weststadt

»Ich komm ja vom Dorf – und die Weststadt ist zu meinem Dorf geworden«, so umschreibt die gebürtige Thüringerin Stefanie Meth ihr Verhältnis zur Karlsruher Weststadt. Hier lebt sie seit 2012, doch am Anfang war ihr die Wahlheimat eher fremd – pendelte sie doch täglich nach Heilbronn. Nach der Geburt ihrer Tochter beschloss sie, die Weststadt richtig zu ihrer Heimat zu machen, erkundete ihren Stadtteil zu Fuß und fand auf diese Weise auch zufällig das Ladenlokal, in dem sie 2019 den Unverpacktladen eröffnete.

Kaum ein Moment vergeht, ohne dass jemand winkt oder grüßt – die Weststädtler*innen kennen Stefanie Meth. Das zeichnet den Stadtteil auch aus. »Man hilft sich, man unterstützt sich, das schätze ich hier sehr«, erklärt die gelernte Lebensmittelhändlerin.

Die Weststadt schloss die Lücke zwischen Karlsruhe und Mühlburg – zunächst mit Industrie- und Handwerksbauten – zum Beispiel befand sich das Gaswerk auf dem Gelände der heutigen Nottingham-Anlage, es gab Brauereien und eine Herdfabrik. 1877 eröffnete die Pferdebahnlinie zwischen Mühlburg und Durlacher Tor – Vorgängerin der bis heute exzellenten ÖPNV-Anbindung. Ab 1886, nach der Eingemeindung, ging es richtig los mit dem Bau von Wohngebäuden. Um die Jahrhundertwende entstand das heutige Herzstück der Weststadt: der Gutenbergplatz mit dem Krautkopfbrunnen auf dem Gelände einer Schießwiese. Und für Stefanie Meth liegt am Gutenbergplatz eine weitere persönliche Erinnerung: Im Gasthaus Gutenberg feierte sie unter Hygieneauflagen während der Corona-Pandemie die Hochzeit mit ihrem Partner.

Illustrierte Karte der Karlsruher Weststadt
Stefanie Meth

Der viel genutzte Bücherschrank auf dem Gutenbergplatz ist ein super Beispiel dafür, wie man Dinge lange in Benutzung halten kann: indem man sie teilt. Sowas braucht es jetzt noch für andere Gegenstände und Lebensmittel, sagt Stefanie Meth.

Sophien-Carré

Sophien-Carré: Die neue Wohnbebauung Sophien-Carré im Schatten der St.-Bonifatius-Kirche über 100 neue Wohnungen in die Weststadt – eine gelungene Nachverdichtung, wie Stefanie Meth findet. Und das Beste daran: die Eisdiele!

Holzpferd

Wenn das Pferd draußen steht, ist der Aktivspielplatz an der Günther-Klotz-Anlage geöffnet. Eltern haben keinen Zutritt, es gibt eine Ferienbetreuung. Und so praktisch: Der Spielplatz liegt direkt an der Tramhaltestelle Europahalle/Europabad.

Geschäfte am Gutenbergplatz

Gastro und Geschäfte: In der Weststadt findet man in den vielen inhabergeführten Geschäften und auf dem Wochenmarkt alles, was man braucht. Was fehlt, ist ein Schuhgeschäft, schmunzelt Stefanie Meth.

See in Günther-Klotz-Anlage

Im Sommer tobt hier das Leben und besonders voll wird es, wenn mehrere hunderttausend Besucherinnen und Besucher beim FEST die Musik feiern. Mittendrin: Stefanie Meth, die in Hörweite wohnt und gemeinsam mit Freund*innen Spaß am Trubel hat.

VHS Karlsruhe

VHS: Optisch vielleicht nicht so sehr einladend, aber eine Wunderkammer: die Volkshochschule direkt an der Haltestelle Yorckstraße. Vom Töpferkurs bis zu Pilates, Stefanie Meth hat hier schon einiges ausprobiert.

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