
Grundwassersanierung mit Funnel-and-Gate auf dem Gelände des ehemaligen Karlsruher Gaswerks
Nach jahrelangen aufwändigen Voruntersuchungen und intensiver Diskussionen der verschiedenen Sanierungsmethoden begannen im Jahr 2000 die Bauarbeiten für die Altlastensanierung in der Betriebsstelle Ost. Grund für die Sanierung sind die Schadstoffe, die bei der ehemals dort angesiedelten Gaserzeugung angefallen und über viele Jahre hinweg in den Untergrund eingedrungen sind. Das Verfahren, das nun zur Ausführung kam, nennt sich Funnel-and-Gate (Trichter und Durchlass). Es wurde eine 250 Meter lange Spundwand bis zum Stauhorizont des Grundwassers in 15 bis 17 Metern Tiefe eingebracht. Die Wand übernimmt eine Trichter-Funktion, um das verunreinigte Grundwasser aufzufangen und durch mehrere Durchlässe zu leiten, die in regelmäßigen Abständen in der Wand angeordnet sind.
Bei den Durchlässen handelt es sich um Schächte mit 2,50 Metern Durchmesser, die mit Aktivkohle gefüllt sind. Diese filtert die Schadstoffe aus dem Grundwasser heraus. Zusätzlich werden weitere Verfahren, wie beispielsweise die weltweit erste sogenannte Insitu-UV-Behandlung des Grundwassers, getestet. Dieses Behandlungsverfahren wird für die gleichzeitige Abreinigung von Gaswerksverunreinigungen und Vinylchlorid eingesetzt.
Bei diesem neuartigen, innovativen Projekt handelt es sich um ein vom Land Baden-Württemberg gefördertes Vorhaben mit Modellcharakter, das auch bundesweit auf großes Interesse gestoßen ist. Im November 1999 erteilte die untere Wasserbehörde bei der Stadt Karlsruhe die wasserrechtliche Erlaubnis zur Grundwassersanierung mittels "Funnel-and-Gate". Baubeginn war Sommer 2000. Das Reinigungssystem ging Anfang 2001 in Betrieb und arbeitet solange, bis alle Schadstoffe aus dem Untergrund entfernt sind. Man rechnet dafür mit einer 50-jährigen Laufzeit.