(25.07.2012) Frischer Wind für die Karlsruher Energieversorgung
Stadtwerke Karlsruhe beteiligen sich an WINDPOOL
Wenn die Energiewende in Deutschland gelingen soll, muss der Anteil an erneuerbaren Energien beim Strommix in den nächsten Jahren deutlich steigen. Die Stadtwerke Karlsruhe wollen ihren Beitrag dazu leisten und beteiligen sich an Windparks auf hoher See und an Land. Denn Windenergie ist mit Abstand die günstigste und am schnellsten realisierbare erneuerbare
Energiequelle.
Da in Karlsruhe, von wenigen Ausnahmen abgesehen, keine optimalen Verhältnisse für Windkraftanlagen herrschen, werden sich die Stadtwerke auch überregional an Windparks beteiligen. Den Anfang macht eine Beteiligung an WINDPOOL.
Vereinigte Windkraft
WINDPOOL ist eine Gesellschaft, an der bereits eine Reihe von kommunalen
Energieversorgungsunternehmen beteiligt sind, zum Beispiel die Stadtwerke von Passau, Tübingen, Emmendingen und Gießen sowie das E-Werk Mittelbaden. „Uns gehören zurzeit sieben Onshore-Windparks in sechs deutschen Bundesländern mit einer Gesamtleistung von knapp 30 Megawatt. In den nächsten Jahren streben wir eine installierte Nennleistung von rund 100 Megawatt an, die sich auf rund zwanzig Windparks verteilen wird“, so die beiden Geschäftsführer Jan Rickers und Dr. Ferdinand Rust. An dieser Gesellschaft beteiligen sich die Stadtwerke Karlsruhe mit einer Million Euro. Das entspricht etwa den Kosten für eine große Windkraftanlage mit drei Megawatt Leistung. Damit können rund sieben Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt oder rund 3.000 Haushalte versorgt werden.
Die Beteiligung der Stadtwerke an WINDPOOL kann bei positiven Erfahrungen jederzeit erhöht werden. „Insgesamt möchten wir bis 2020 in Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 50 Megawatt investieren, je etwa zur Hälfte in Offshore- und Onshore-Anlagen“, erläuterte Dr. Karl Roth, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe, das Windenergie-Engagement des Unternehmens.
Windstrom vom Land
Onshore-Windenergie wird an Land gewonnen. Der Bau von Windkraftanlagen
ist hier nicht so aufwändig wie auf offener See. Gemessen an der jährlich erzeugten Strommenge ist die an Land erzeugte Windenergie der bedeutendste regenerative Energieträger in Deutschland. Gründe für diese führende Position sind eine erprobte und ausgereifte Anlagentechnik, erfahrene Hersteller, Projektentwickler und Betriebsführer, eine relativ hohe Wirtschaftlichkeit und einfache Fremdfinanzierbarkeit, günstige natürliche Gegebenheiten und nicht zuletzt international vorbildliche gesetzliche Rahmenbedingungen. Daher setzt WINDPOOL konsequent auf deutsche Onshore-Windenergie. Durch die Bündelung von zahlreichen Windparks in unterschiedlichen Gegenden reduziert WINDPOOL das wirtschaftliche Risiko: Weht der Wind in einer Gegend schwächer, sind die Windstromerträge an einem anderen Standort vielleicht höher oder umgekehrt. Da die Windenergieanlagen auch technisch unterschiedlich sind und von verschiedenen renommierten Herstellern stammen, ist auch das technische Risiko begrenzt.
Übersicht über die Windparks von WINDPOOL:
Name Bundesland Nennleistung
WINDPOOL Flechtdorf Hessen 4.000 KW
WINDPOOL Schwarzerden Saarland 5.000 KW
WINDPOOL Heidenburg Rheinland-Pfalz 4.600 KW
WINDPOOL Neuss Nordrhein-Westfalen 2.000 KW
WINDPOOL Charlottenhof Sachsen 2.000 KW
WINDPOOL Auf den Langen Sachsen 4.000 KW
WINDPOOL Gahlen Brandenburg 7.500 KW

Erste Bürgermeisterin Margret Mergen und Dr. Karl Roth (rechts) unterzeichnen gemeinsam mit dem WINDPOOL-Geschäftsführer Dr. Ferdinand Rust den Beteiligungsvertrag.