11.07.2011
(11.07.2011) Stabiles Ergebnis der Dienstl.-Gruppe in teilw. schwierigem Umfeld

Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH verbindet Dienstleistungen in der Stadt: Gutes Ergebnis der Stadtwerke / VBK konnte Fahrgastzahlen und Fahrgeldeinnahmen erneut steigern / Rheinhäfen mit stabilem Umschlag

„Das Jahr 2010 stand für die KVVH – Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH nach dem deutlichen konjunkturellen Einbruch im Jahr 2009 im Zeichen einer gewissen wirtschaftlichen Erholung - allerdings teilweise in schwierigem Wettbewerbsumfeld“, so der Kaufmännische Geschäftsführer und Sprecher der Unternehmensgruppe, Harald Rosemann, bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz. „Es gelang dem Konzern wieder, insgesamt ein positives Ergebnis zu erwirtschaften“. 

Das Wirtschaftsjahr 2010 konnte bei einem operativen Konzernumsatz von über einer Mrd. Euro mit einem Gesamtergebnis von 2,6 Millionen Euro abgeschlossen werden. Dabei war der KVVH-Konzern erneut in der Lage, die Fehlbeträge des Verkehrsbereiches und der Bädergesellschaft auszugleichen. „Dieses Ergebnis ist erneut ein Beleg für den Vorteil der Holdingstruktur der Unternehmensgruppe KVVH mit dem Verlustausgleich zwischen Versorgung und Verkehr“, unterstrich Geschäftsführer Rosemann.
Die Investitionstätigkeit der KVVH-Gruppe hat im Jahr 2010 nochmals zugenommen. Mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 137 Millionen Euro liegt sie um rund 41 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahr. Dabei wurden 51 Millionen Euro bei den Stadtwerken, 33 Millionen Euro bei den Verkehrsbetrieben, 49 Millionen bei der KASIG über eine Million bei den Rheinhäfen investiert. Mit fast 2.500 Mitarbeitern, davon allein über 150 Auszubildende, gehört die KVVH-Gruppe nach wie vor zu den großen Arbeitgebern in der Fächerstadt.

Stadtwerke: Solides Ergebnis trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Wichtige Grundlage für das Jahresergebnis der KVVH-Gruppe bildete wiederum das gute Ergebnis der Stadtwerke: „Das Geschäftsjahr 2010 war zum einen geprägt von der konjunkturellen Erholung in Deutschland. Dies war vor allem in der Sparte Strom, und hier insbesondere beim produzierenden Gewerbe, durch wieder gestiegene Ab-satzmengen spürbar“, so Rosemann. Daneben profitierten die leitungsgebundenen Heizenergien von der lang anhaltenden kühlen Witterung im Frühjahr 2010 und dem frühen Wintereinbruch im November. Infolgedessen gab es beim Heizgas ein Absatz-plus von 6 Prozent und bei der Fernwärme sogar von 10 Prozent. Zum anderem hat sich das Versorgungsunternehmen in einem zunehmend hartem Wettbewerb um Kunden zu behaupten.
Die per Saldo positiven Faktoren zeigten sich dann auch im Ergebnis der Stadtwerke: Mit 35,3 Millionen Euro vor Steuer konnten sie eine Verbesserung um 3,6 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr erzielen.
Ihren Teil zur Unterstützung der lokalen und regionalen Wirtschaft trugen die Stadtwerke durch erhebliche Investitionen bei: Die Gesamtinvestitionen des Unternehmens beliefen sich auf 51,3 Millionen Euro. Ein Schwerpunkt lag auch in diesem Jahr im Bereich der Erneuerung und Erweiterung der Netzinfrastruktur. Allein hierfür wurden insgesamt 20,3 Millionen Euro aufgewendet.
Gerade im Bereich Fernwärme wurde wieder erheblich investiert: so flossen über 16,5 Millionen Euro in die Weiterführung der Arbeiten zur Nutzung der Produktionsabwärme der Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO). „Die Stadtwerke sehen es als große Chance, durch Investitionen in die Sparte Fernwärme eine umweltfreundliche und klimaschonende Wärmeversorgung in Karlsruhe nachhaltig weiter auf- und auszubauen und daneben durch kontinuierliche Investitionen auch zukünftig ein Höchstmaß an Versorgungssicherheit zu gewährleisten“, so Rosemann.
Fernwärme ist durch ihre Erzeugung im so genannten Kraft-Wärme-Koppelbetrieb gemeinsam mit der Abwärmenutzung aus dem Raffinerieprozess die CO2 – beste Heizenergie, die den Kunden in der Fächerstadt zur Verfügung gestellt werden kann. „Dass dieses Angebot gut ankommt, sieht man an den hohen Zuwachsraten an neuen Kunden“, so Geschäftsführer Rosemann.

VBK: Die Fahrgastzahlen und die Betriebsleistungen sind weiter angestiegen

Der öffentliche Personennahverkehr hat sich in Karlsruhe im Jahr 2010 erneut gut entwickelt: Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) konnten die Zahl der beförderten Personen im Geschäftsjahr 2010, verglichen mit dem sehr hohen Niveau von 2009, noch einmal steigern. Die Fahrgastzahl inklusive den schwerbehinderten Fahrgästen stieg auf 112,8 Millionen (Vorjahr: 111,2 Millionen). Die Betriebsleistung der VBK betrug 2010 13,4 Millionen Wagenkilometer (Vorjahr: 13,2 Millionen). Die Betriebsleistungen auf der Schiene waren mit 9,1 Millionen Wagenkilometer nahezu konstant, im Omnibusverkehr mit 4,3 Millionen Wagenkilometern (Vorjahr: 4,1 Millionen) geringfügig höher als im Vorjahr.
Die Beförderungserlöse lagen im Jahr 2010 auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Sie betrugen 63 Millionen Euro.

Rheinhäfen: Schiffsumschlag auf hohem Niveau - über 4.000 Schiffe kamen nach Karlsruhe

Bei den Rheinhäfen ist im Jahr 2010 der Schiffsumschlag von 6,3 auf 6,1 Millionen Tonnen zurückgegangen. 4.344 Schiffe transportierten die Güter in die beiden Karlsruher Häfen. Die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung blieben in der gleichen Höhe wie im Vorjahr. Wiederum war so gut wie kein krisenbedingter Leerstand zu verzeichnen. Der Umschlag im Schienengüterverkehr der Rheinhäfen entwickelte sich weiter positiv. Nahezu eine Million Tonnen wurden durch die Hafenbahn transportiert.
Die Häfen investierten im Wirtschaftsjahr 2010 1,3 Millionen Euro. In die Modernisierung und Erneuerung der Gleisanlagen wurden insgesamt rund 0,6 Millionen Euro investiert. Auch das neue Fahrgastschiff erhielt durch Investitionen von 0,4 Millionen Euro den letzten Schliff.

Karlsruher Bädergesellschaft: Mehr Badegäste im Europabad

Entgegen dem bundesweit rückläufigen Trend konnte das Karlsruher Europabad seine Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr um 15.000 steigern. An 359 Öffnungstagen besuchten 427.765 Gäste das Bad. Insgesamt hat sich das Europabad gut stabilisiert. Die Kundenzufriedenheit hat ebenso wie die Zahl der Stammgäste deutlich zugenommen. Hierzu haben nicht zuletzt auch die im Jahr 2010 durchgeführten Attraktivitätssteigerungen wie der so genannte Aqua-Cross Klettergarten über dem Sportbecken beigetragen. Darüber hinaus hat die Umstellung auf bargeldlosen Zahlungsverkehr mit dem Chip-Coin zu einer höheren Verweildauer und einem höheren pro Kopf Umsatz im gastronomischen Bereich geführt.

Fächerbad Karlsruhe GmbH: Gute Zusammenarbeit innerhalb der Karlsruher Bäder

Im Hinblick auf die neue Karlsruher Bäderlandschaft wurde eine stärkere Ausrichtung des Fächerbads als Schwerpunktbad für Sport und Familien weiter verfolgt. Auch im zweiten Jahr der Partnerschaft zwischen Fächerbad und Europabad unter dem gemeinsamen Dach des KVVH-Konzerns, konnte wiederum erfolgreich agiert werden.
Fortgesetzt wurden im Berichtsjahr die Instandhaltungsarbeiten an der Lüftung, dem vorbeugenden Brandschutz und der energetischen Sanierung der Fassade. Auch beim Fächerbad konnten die Besucherzahlen um fast 21.000 auf 348.347 Besucher gesteigert werden. Auch der Saunabereich war um 20 Prozent stärker gefragt: Mit 61.185 Besucher wurden die Erwartungen übertroffen.

KASIG – Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft: Fortsetzung der Bauar-beiten an der Kombilösung

Bereits mit Ablauf des ersten Jahres bei der Umsetzung der Kombilösung ist ein erstes wichtiges Zwischenziel in Sicht: Die großen Baustellen an den unterirdischen Haltestellen in der Kaiserstraße werden auf die jeweils andere Seite verlegt und danach an der Oberfläche auch weitgehend geschlossen sein. Nachdem am 21. Januar 2010 der Spatenstich und damit der offizielle Baubeginn auf dem Europaplatz erfolgte, erhält die Innenstadt wieder ein Stück Normalität. Im Jahr des „großen“ Stadtgeburtstags 2015 gibt es in der Innenstadt keine größeren Baustellen, und ab 2016 fahren zwei Drittel der Bahnen bereits unter der Kaiserstraße.
Die Gesamtkosten des Projekts liegen nach der Aktualisierung vom Juli 2010 bei 637,6 Millionen Euro. Die Kosten für den Bau des Stadtbahntunnels belaufen sich auf 448,7 Millionen Euro, für die Umgestaltung der Kriegsstraße werden Kosten in Höhe von 188,9 Millionen Euro erwartet. Die Finanzierung des Projektes ist gesichert. Der Bund und das Land Baden-Württemberg beteiligen sich an den förderfähigen Kosten zu 80 Prozent. Die Europäische Investitionsbank steht zur Projektfinanzierung zur Verfügung.

Ausblick

Neben einer Stabilisierung der allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zeigen sich allerdings im Energiebereich Belastungsfaktoren, die sich in steigenden Rohöl-, Kohle- und sonstigen Energiepreisen widerspiegeln. Diese Entwicklung führt auch bei den Stadtwerken zu Kostensteigerungen beim Energiebezug. Darüber hinaus haben die extrem milden Temperaturen in den ersten vier Monaten zu erheblichen Absatzrückgängen bei den Heizenergien Erdgas und Fernwärme geführt.
Im Investitionsbereich sehen die Stadtwerke vor allem in einem konsequenten weiteren Fernwärme-Ausbau gute Chancen in Sachen Klima- und Umweltschonung in der Fächerstadt weiter voranzukommen. Hierzu gehören der Baubeginn der dritten Hauptleitung in Richtung Oberreut, sowie der weitere Ausbau in der Südoststadt.

Die VBK rechnen im Jahr 2011 mit einer Stabilisierung der Fahrgastzahlen auf dem hohen Niveau des Jahres 2010. Dabei werden allerdings die Kosten, vor allem aufgrund der höheren Preise für Fahrzeug- und Streckenausrüstungsgegenstände sowie für Strom etwas stärker ansteigen als die Einnahmen. Hinzu kommen noch die wieder ansteigenden Preise für Dieselkraftstoff.

Die KASIG weitet ihre Tätigkeiten im Jahr 2011 planmäßig weiter aus. Im Laufe des Geschäftsjahres werden die eingeleiteten Baumaßnahmen fortgesetzt und neue Projekte in Angriff genommen.

Die Rheinhäfen rechnen im Jahr 2011 insgesamt wieder mit einem positiven Ergebnis. Dabei gehen sie sowohl beim Schiffsgüterumschlag wie auch beim Bahnverkehr von leichten Zuwächsen aus. Der Bereich Vermietung und Verpachtung wird voraussichtlich konstant bleiben.

Grundlegende Zielsetzung der KVVH-Gruppe für das Geschäftsjahr 2011 wird es sein, im Unternehmensverbund neben dem Verlustausgleich wiederum ein positives Ergebnis zu erreichen. Dieses Ziel erfordert intensive gemeinsame Anstrengungen aller in dem KVVH-Konzern integrierten Tochtergesellschaften.

Fazit:

• Solides Ergebnis im Konzern im Zeichen einer wirtschaftlichen Erholung
• Verlustausgleich innerhalb der Holding zwischen Versorgung, Verkehr und Bäderbereich wieder

   gelungen
• Stabilisierung der Fahrgastzahlen und Fahrgeldeinnahmen bei den VBK
• Leicht rückgängiger Schiffsumschlag bei den Rheinhäfen und konstante Ein-nahmen aus dem

   Bereich Vermietung und Verpachtung

Dies in einem Umfeld mit harter staatlicher Regulierung und intensivem Wettbe-werb auf den Energiemärkten bei wirtschaftlicher Erholung.


 

 



 
 
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