(18.03.2010) Heizzentrale der Stadtwerke wird für Raffineriewärme vorbereitet
Die finalen Arbeiten zur Einbindung der MiRO-Transportleitung in die Heizzentrale des Heizkraftwerks West sind im Gange / Tonnenschwere Wärmetauscher geliefert
Vor fast zwei Jahren fiel der Startschuss für das große Fernwärme-Projekt der Stadtwerke: Im Mai 2008 begann der Bau einer fünf Kilometer langen Verbindungsleitung zwischen der Mineralölraffinerie MiRO und dem Heizkraftwerk West, über die noch in diesem Jahr die erste Prozessabwärme in das Karlsruher Fernwärmenetz eingespeist werden soll. Neben dem Leitungsbau und entsprechenden Umbauten in der Raffinerie sind auch im Heizkraftwerk West der Stadtwerke umfangreiche Einbindungsarbeiten zu leisten. „Parallel zum Leitungsbau begannen wir mit intensiven planerischen Vorarbeiten“, berichtet Dr. Karl Roth, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke. „Zunächst galt es, den optimalen Einbindungspunkt der neuen Leitung in die bestehende Heizzentrale zu bestimmen und dann diese für die zusätzliche Aufgabe vorzubereiten.“
Für die Wärmeübergabe ist die Aufstellung von drei so genannten Wärmetauschern notwendig. Für die fast sechs Meter langen, fünf Meter breiten und drei Meter hohen Kolosse musste im vergangenen Jahr im Keller des Maschinenhauses ein Areal von rund 700 Quadratmetern von allen noch verbliebenen Fundamenten, Stahlkonstruktionen und Kabelleitungen der früheren Turbinen befreit und in den Rohbauzustand versetzt werden.
Montage der tonnenschweren Wärmetauscher erfordert Präzisionsarbeit
Inzwischen sind die ersten Wärmetauscher von der Herstellerfirma aus Norddeutschland eingetroffen. „Das Gewicht von 41 Tonnen pro Block und die enormen Abmessungen verlangten eine Anlieferung per Schwertransport, obwohl jeder Block in zwei Hälften geteilt werden konnte“, informiert Dr. Karl Roth weiter. „Doch der wirklich knifflige Part ist die Einbringung und Montage der Wärmetauscher.“ Die einzige Möglichkeit, die drei wuchtigen Apparate an den für sie vorgesehenen Platz im Keller des Maschinenhauses zu bringen, ist die enge Deckenöffnung der ehemaligen Turbine 2. Der dortige 50-Tonnen-Maschinenhauskran soll die Wärmetauscher durch diese Öffnung auf zwei parallel verlaufende Fundamentriegel exakt aufsetzen. In diese dafür neu errichteten Fundamente wurden Stahlschienen als Gleitfläche mit eingegossen, auf denen die Wärmetauscher dann mit Hilfe von Seilzügen an ihren vorgesehenen Platz gezogen werden können.
Nach dem die Wärmetauscher an Ort und Stelle stehen, müssen in den folgenden Wochen zahlreiche verbindende Rohrleitungen für die Aufteilung auf die einzelnen Wärmetauscher und die Einbindung in die Heizzentrale neu verlegt werden. „Bis zur geplanten Inbetriebnahme zur Heizperiode 2010/2011 sind auch die verfahrenstechnischen Vorgaben zur Regelung und Steuerung der neuen Anlagen umzusetzen“, so Dr. Roth weiter.
Bau einer Rückkühlanlage schließt Projekt ab
Im Anschluss an die Einbindung der Wärmetauscher steht im Heizkraftwerk eine weitere Umbaumaßnahme an: Der Bau einer Rückkühlanlage. Um den empfindlichen Raffinerieprozess nicht zu beeinträchtigen, sind möglicht konstante Rücklauftemperaturen in der Transportleitung notwendig. Aus diesem Grund werden im ehemaligen Kesselhaus 1, dem neuen „Rückkühlergebäude“, Luftkühler installiert, mit denen überschüssige Restwärme entnommen wird. Dazu wird das entkernte Gebäude komplett benötigt und mit neuen Stockwerksböden aus Stahl versehen. Die Fensterfassaden des markanten blauen Gebäudes müssen dabei größtenteils durch Jalousien für den benötigten Luftstrom ersetzt werden.
>> Bildergalerie ansehen