(17.11.2009) Stadtwerke bauen Hochspannungsnetz aus
Umspannwerke West und Nord werden direkt miteinander verbunden / Investition in höhere Versorgungszuverlässigkeit / Trasse für den Kabeleinzug bereits vorbereitet
Eine nicht alltägliche Erweiterung ihres Hochspannungsnetzes führen derzeit die Stadtwerke Karlsruhe durch: Durch die Herstellung einer neuen Kabelstrecke verbinden sie das Umspannwerk West beim Heizkraftwerk direkt mit dem Umspannwerk Nord in der Innenstadt. Das Hochspannungsnetz erhält so eine vierte Ost-West-Verbindung. Mit dieser Investition in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro rüsten die Stadtwerke ihr 110-kV-Kabelnetz für die künftige Netzbelastung. „Daneben erhöhen wir die Versorgungssicherheit und können bei einem Stromausfall durch den erweiterten Handlungsspielraum im Netzbetrieb besser reagieren“, unterstreicht Dr. Karl Roth, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass die zur Erneuerung anstehende Schaltanlage im Umspannwerk Nord kleiner und damit kostengünstiger ausfallen kann.
Vom Umspannwerk West bis zur Hildapromenade kann ein bereits bestehender Kabelabschnitt genutzt werden. Die neue Trasse führt von dort aus weiter über die Hoffstraße entlang der Reinhold-Frank-Straße, dem Adenauerring und der Knielinger Allee bis zum Umspannwerk Nord in der Moltkestraße mit einer Gesamtlänge von 1.300 Metern. Die Stadtwerke haben bereits vor Monaten begonnen, die Trasse in zeitlicher Koordination mit anderen Baustellen und unter Nutzung der verkehrsärmeren Ferienzeit vorzubereiten. Jetzt können die mittlerweile gelieferten Kabel in die Leerrohre eingezogen werden, wobei immer drei Rohre parallel liegen, da das Drehstromsystem aus drei Einzeladern mit je 85 Millimetern Außendurchmesser besteht. Zur Verlegung stehen sechs große Spulen mit einer Gesamtlänge von etwa vier Kilometern Kabel zur Verfügung. Länge für Länge werden die Kabel mit einem Kabelziehgerät unter Berücksichtigung der maximal zulässigen Zugkräfte in die Leerrohre unter Geh- und Radwegen eingezogen. Aus technischen Gründen muss dabei das Kabelsystem in zwei Abschnitte aufgeteilt werden; etwa in der Mitte der Trasse befindet sich eine große Baugrube zur Montage der Muffenverbindungen.
Zur Versorgung der Stromnetzkunden betreiben die Stadtwerke Karlsruhe ein rund 57 Kilometer langes 110-kV-Hochspannungsnetz. Dieses wird gespeist aus den Umspannwerken West und Ost und bildet das Hauptverteilsystem elektrischer Energie zur Versorgung der Karlsruher Netzkunden. Über die im Stadtgebiet verteilten neun Umspannwerke wird die Hochspannung auf die Mittel- und diese über Netzstationen auf die für Haushalte übliche 400-V-Niederspannungsebene transformiert.