(18.09.2009) Störungsfreier Betrieb und gute Solarernte
10 Jahre Karlsruher Sonnendach:Erste Gemeinschafts-Solaranlage Deutschlands: Stadtwerke sind auch heute noch stolz auf das gelungene Projekt / 300 Tonnen CO2 vermieden
Mit der ersten großen Gemeinschafts-Solaranlage Deutschlands wollten die Stadtwerke im Jahr 1999 Solarpionieren in Karlsruhe die Möglichkeit geben, sich in Sachen Klimaschutz zu engagieren ohne selbst eine Anlage bauen und unterhalten zu müssen. Dieses Projekt ist durch die Beteiligung von 150 Anteilseignern erst möglich geworden und auch hervorragend gelungen. „Damals war dies in erster Linie eine Investition in den Umwelt- und Klimaschutz“, so Erste Bürgermeisterin Margret Mergen, „da 1999 noch keine so hohe Einspeisevergütung für regenerativ erzeugten Strom bezahlt, sondern dieser nur auf der Stromrechnung gut geschrieben wurde“. Sie selbst gehörte mit zu den ersten Anteilseignern.
Die große Gemeinschafts-Solaranlage auf dem Dach der Stadtwerke-Zentrale in der Daxlander Straße erzeugt seit zehn Jahren rund 50.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Damit können die 500 Solarmodule rein rechnerisch 20 Familien mit Strom versorgen. „Das Karlsruher Sonnendach ist eine absolute Erfolgsstory“, resümiert Harald Rosemann, Kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe. Immerhin wurden durch den Regenerativstrom des Sonnendachs in den zehn Jahren rund 300 Tonnen Kohlendioxid vermieden. Die Stadtwerke freuen sich über diesen Erfolg und sind gemeinsam mit den Anteilseignern stolz darauf.
Die vor zehn Jahren entstandene Anlage hat 50 Kilowatt Leistung. Schon bei der Planung im Jahr 1998 unterstützte das Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme die Stadtwerke und überwacht seither den Betrieb der Anlage durch eine automatisierte Datenübertragung. Diese zeigt Erstaunliches: Mit einer Performance Ratio - ein international anerkanntes Maß für die Systemqualität einer Photovoltaik-Anlage - von über 80 Prozent erreicht das Karlsruher Sonnendach auch heute noch überdurchschnittliche Werte. 1999 galten 75 Prozent schon als sehr gut. Auch nach zehn Jahren ist beim Karlsruher Sonnendach kein nennenswerter Rückgang der Erträge zu erkennen. „Das Karlsruher Sonnendach ist für uns als Forscher ein wichtiges Projekt, da wir Langzeiterfahrungen sammeln und exakte Daten über die lange Zeit vergleichen können“, so Klaus Kiefer vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme.
Bei der Auswahl der Komponenten wurde 1999 auf höchste Qualität geachtet: Damals beschafften die Stadtwerke Module mit hocheffizienten Solarzellen von Siemens Solar und koppelten diese mit neuartigen Wechselrichtern der Firma Sunways aus Konstanz. „Ein damals revolutionärer Wirkungsgrad von über 97 Prozent verblüffte uns alle“, so Klaus Kiefer. Den Maximalwert der Stromerzeugung erreichte die Anlage 2003 beim „Jahrhundersommer“ mit 1.140 Kilowattstunden pro installiertem Kilowatt, den niedrigsten Ertrag von 928 Kilowattstunden gab es im Jahr 2007.
Das Karlsruher Sonnendach war der Einstieg in die Stromerzeugung mit Sonnenenergie. 2005 folgte die Photovoltaik-Initiative der Stadtwerke mit dem Bau der Solarparks I und II. Nachdem die Anteile an diesen Sonnen-Kraftwerken im Nu verkauft waren und viele Interessenten leer ausgingen, bauen die Stadtwerke nun den Solarpark III mit großen Anlagen auf verschiedenen Gebäuden in Karlsruhe und der Technologieregion. Bewusst engagiert sich das Unternehmen damit über die Stadtgrenzen hinaus und bietet auch den Umlandsgemeinden Beteiligungen an.
Mehr Informationen zum Karlsruher Sonnendach und seinem Jubiläum
Fotos von der Jubiläumsfeier
Video von der Jubiläumsfeier