26.06.2009
(29.06.2009) Stabiles Ergebnis in turbulenter Zeit
Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH verbindet Dienstleistungen in der Stadt: Gutes Ergebnis der Stadtwerke / VBK konnte Fahrgastzahlen und Fahrgeldeinnahmen erneut steigern / Hafen-Kontor Karlsruhe vollständig vermietet

„Die KVVH – Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH konnte trotz der Turbulenzen auf den Finanz- und Energiemärkten die Ergebnislage im Konzern stabil halten“, so der Sprecher der Unternehmensgruppe, Harald Rosemann, bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz. „Trotz der äußerst schwierigen Rahmenbedingungen gelang es erneut, ein solides Ergebnis zu erwirtschaften“.

Das Wirtschaftsjahr 2008 konnte bei einem Konzernumsatz von 573,2 Millionen Euro mit einem Gesamtergebnis von plus 4,9 Millionen Euro abgeschlossen werden. Dabei war die KVVH erneut in der Lage, die Fehlbeträge der Tochtergesellschaften VBK – Verkehrsbetriebe Karlsruhe, KASIG – Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft und KBG – Karlsruher Bädergesellschaft wirtschaftlich auszugleichen. „Dieses Ergebnis ist wiederum ein Beleg für den Vorteil der Holdingstruktur innerhalb der Unternehmensgruppe KVVH mit der Nutzung der gesetzlichen Steuervorteile im Rahmen des Verlustausgleichs zwischen Versorgung und Verkehr“, unterstrich Geschäftsführer Rosemann.

Die KVVH-Gruppe investierte im Jahr 2008 insgesamt über 87 Millionen Euro in Sachanlagen. Dabei wurden 40 Millionen Euro bei den Stadtwerken, 28,3 Millionen Euro bei den Verkehrsbetrieben, 4,8 Millionen bei den Rheinhäfen, 3,3 Millionen bei der KASIG und 10,6 Millionen bei der KBG als abschließenden Teilbetrag für das neue Europabad investiert. Mit über 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört die KVVH-Gruppe weiterhin zu den großen Arbeitgebern in der Fächerstadt.

Stadtwerke: Stabiles Ergebnis trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Wichtige Grundlage für das Jahresergebnis der KVVH bildete das wiederum stabile Ergebnis der Stadtwerke: „Das Geschäftsjahr war allerdings geprägt durch extreme Bewegungen der Preise auf den Energiemärkten“, so Rosemann. Im Wirtschaftsjahr 2008 waren in ihrer zeitlichen Dichte historisch einmalige und turbulente Entwicklungen bei den Energie- und Rohstoffpreisen festzustellen: So war beispielsweise der Rohölpreis, der zu Beginn des Jahres 2008 noch bei etwa 95 Dollar je Barrel lag, bis zum Juli auf nahezu 150 Dollar je Barrel angestiegen, um Ende 2008 auf nur noch 40 Dollar je Barrel zurückzugehen.

Diese Turbulenzen hatten auch deutliche Auswirkungen auf die Stadtwerke: Es galt, die hieraus resultierende, nicht beeinflussbare Kostenentwicklung durch angemessene Preismaßnahmen an die Kunden weiterzugeben sowie frühzeitig verständlich zu kommunizieren. Aufgrund der seit Jahresbeginn 2009 nunmehr in Folge deutlichen Entspannung der Gasbezugskosten waren im Januar und April 2009 wieder entsprechende Preissenkungen möglich. „Für die Kunden war dies ein wichtiges Zeichen der Glaubwürdigkeit der Stadtwerke und belegte, dass der Gaspreis dem Ölpreis in beide Richtungen folgt“, so Rosemann.

Über die schwierigen Rahmenbedingungen hinaus mussten die Stadtwerke in einer neuen Genehmigungsrunde von den staatlichen Regulierungsbehörden weitere Kürzungen der so genannten Netznutzungsentgelte für Strom und Gas hinnehmen. Da diese harte staatliche Regulierung alle Versorgungsunternehmen in Deutschland trifft, gibt es erhebliche Diskussionen in der Energiewirtschaft, inwieweit die pauschale regulatorische Vorgabe von wirtschaftlich nicht ausreichenden Erlösen aus verringerten Netzentgelten eine Gefahr für die hohe Versorgungssicherheit in der Zukunft bedeuten kann.

Im investiven Bereich wurden von den Stadtwerken 2008 insgesamt 40 Millionen Euro für Leitungsnetze und andere Anlagen zur Energie- und Trinkwasserversorgung sowie für sonstige Sachanlagen aufgewendet. „Die Stadtwerke sehen es als ihre Verpflichtung an, durch kontinuierliche Investitionen ein Höchstmaß an Versorgungssicherheit auch in Zukunft zu gewährleisten“, so Rosemann. „Außerdem stellen unsere Investitionen einen erheblichen Wirtschaftsfaktor für die Region dar, da die Stadtwerke als Unternehmen mit örtlicher Verbundenheit weitgehend lokal und regional ansässige Firmen beauftragen.“

VBK: Fahrgastzahlen und Fahrgeldeinnahmen nochmals gestiegen

Der öffentliche Personennahverkehr hat sich in Karlsruhe im Jahr 2008 weiterhin gut entwickelt: „Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe konnten die Fahrgastzahlen erneut um 1,4 Millionen auf jetzt 110,7 Millionen Fahrgäste steigern“, so Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer der VBK.
Die gesamten Einnahmen der VBK beliefen sich auf 96,8 Millionen Euro, das sind 7,1 Prozent mehr als im Wirtschaftsplan ursprünglich vorgesehen. Die VBK schließen das Geschäftsjahr 2008 mit einem Defizit in Höhe von 22,2 Millionen Euro ab. Somit konnte der geplante Wert exakt eingehalten werden, der Anstieg des Ausgabenüberschusses wurde wie geplant auf 0,9 Millionen Euro begrenzt: „Verantwortlich für diese „Punktlandung“ sind einerseits die gestiegenen und deutlich über dem Planansatz liegenden Fahrgastzahlen und damit verbunden auch der Anstieg der Fahrgelderlöse, andererseits die gestiegenen Kosten, vor allem die Energie- und Personalkosten“, so Casazza weiter. Daneben waren 2007 noch Nachzahlungen des Landes Baden-Württemberg für die ermäßigte Schülerbeförderung für das Vorjahr 2006 erfolgt, ein Sondereffekt der 2008 nicht mehr vorhanden war.

Naturgemäß wirkten sich die gestiegenen Energiekosten im Ergebnis einerseits belastend aus, auf der anderen Seite entschieden sich jedoch vermehrt Autofahrer zum Umstieg auf den ÖPNV, um den hohen Spritpreisen zu entgehen.

Die VBK gehörten auch 2008 wieder zu den großen Investoren der Region. Insgesamt wurden 28,3 Millionen Euro, darunter 9,8 Millionen für Gebäude und Grunderwerb vor allem für den neuen Betriebshof Ost und 13,6 Millionen in den Ausbau und Erhalt der Streckeninfrastruktur, investiert.

Rheinhäfen: Hafen-Kontor vollständig vermietet

Der Geschäftsbereich Rheinhäfen konnte im Jahr 2008 die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung erneut um 10 Prozent steigern: „Dies gelang nicht zuletzt aufgrund der vollständigen Vermietung des neuen Hafen-Kontors“, erläutert Alexander Schwarzer, der für die Rheinhäfen zuständige Geschäftsführer der KVVH. „Der Schiffsumschlag konnte 2008 ebenfalls eine leichte Steigerung um 1,5 Prozent auf 6,5 Millionen Tonnen verzeichnen.“ Die Einnahmen aus dem Bereich Bahnverkehr konnten nach der Übernahme der Hafenbahn zum 1. August 2007 im Berichtsjahr um 65 Prozent auf 0,5 Millionen Euro gesteigert werden. Die Häfen investierten im Wirtschaftsjahr 2008 rund 4,8 Millionen Euro. Schwerpunkt war dabei der weitere Ausbau des ehemaligen Thomy-Werkes und jetzigen Hafen-Kontors sowie die Fertigstellung des senkrechten Uferausbaus am Becken 6. Weitere Mittel flossen in die Erneuerung von Gleisanlagen und den Erwerb eines Grundstückes.

Karlsruher Bädergesellschaft mbH: Eröffnung des Europabades mit Problemen

Die Eröffnung des neuen Europabades erfolgte am 15. März 2008. Die zunächst vorgesehene relativ kurze Bauzeit von 18 Monaten konnte leider nicht eingehalten werden. Die anfänglich erreichten hohen Besucherzahlen entwickelten sich rückläufig. Neben einem jahreszeitlich bedingten Rückgang waren hierfür auch Anfangsschwierigkeiten, nicht zuletzt aufgrund von Baumängeln, verantwortlich. Im Verlauf des Sommers wurden Teilbereiche des Bades deshalb weiter optimiert und Mängel beseitigt. Zusammen mit verschiedenen Sonderaktionen wie Pool-Partys und Saunanächten sowie einer ausgewogeneren Preispolitik konnten die Besucherzahlen gesteigert werden. Auch eine zum Jahresende durchgeführte Besucherumfrage bestätigte eine deutlich zunehmende Akzeptanz des Bades in der Bevölkerung.

Vorrangiges Ziel des Europabades ist es nunmehr, durch gute Serviceleistungen und weitere attraktive Badangebote die Besucherzahlen weiter zu steigern und damit auch die wirtschaftlichen Zielsetzungen zu erreichen.

KASIG – Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft: Planfeststellung und Finanzierung in trockenen Tüchern

Zum Jahresende 2008 erhielt die KASIG das grüne Licht: Einerseits wurde die Planfeststellung zum Bau der Untertunnelung der Kaiserstraße mit dem Südabzweig Ettlinger Straße übergeben, nachdem zuvor bereits der baurechtliche Weg für den Autotunnel mit darüber liegender Straßenbahntrasse in der Kriegsstraße durch den Gemeinderat freigemacht worden war. Außerdem wurde das Gesamtprojekt Kombilösung in das Programm des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes aufgenommen.

Weit fortgeschritten sind andererseits die Planungen für den Bau der Kombilösung, nachdem die Baureihenfolge im Gemeinderat entschieden worden war: Gebaut wird ab Jahresbeginn 2010 zunächst der Stadt- und Straßenbahntunnel unter der Kaiserstraße mit dem Südabzweig Ettlinger Straße, mit dessen Inbetriebnahme für 2016 gerechnet wird. 2015 wird mit dem Umbau der Kriegsstraße begonnen.

Ausblick auf das laufende Jahr

Im Bereich der Stadtwerke muss davon ausgegangen werden, dass der Energieverbrauch im Gewerbe- und Industriebereich aufgrund von Produktionskürzungen in Folge des Konjunktureinbruchs zu einem Absatzmengenrückgang und damit zu einer Belastung des Ergebnisses führen wird. Hiervon wird insbesondere die Stromversorgung betroffen sein. Bereits heute sind deutliche Rückgänge festzustellen. Zusätzlich hat der Wettbewerb auf den Energiemärkten an Intensität und Dynamik weiter zugenommen.

Mit ihren nachhaltigen Klimaschutzaktivitäten, der intensiven Energieeinsparberatung und ihren Förderprogrammen werden die Stadtwerke trotz dieser belastenden Faktoren auch weiterhin alles daran setzen, ihrem Auftrag „Versorgung mit Verantwortung“ auch in Zukunft gerecht zu werden.

Die VBK rechnen im Jahr 2009 mit einer Stabilisierung der Fahrgastzahlen auf dem hohen Niveau des Jahres 2008. Dabei werden allerdings die Kosten, vor allem aufgrund der höheren Preise für Fahrzeug- und Streckenausrüstungsgegenstände sowie für Strom, weiter ansteigen und das Ergebnis belasten. Hinzu kommen noch die wieder ansteigenden Preise für Dieselkraftstoff.

Die KASIG wird 2009 die Arbeiten für den Rohbau des Bahntunnels unter der Kaiserstraße mit Südabzweig Ettlinger Straße ausschreiben. Bereits im August wird mit dem Bau des Infopavillons am Ettlinger Tor begonnen, dessen Fertigstellung für Dezember 2009 vorgesehen ist.

Die Rheinhäfen rechnen im Jahr 2009 insgesamt wieder mit einem Schiffsgüterumschlag auf Vorjahresniveau, wobei auch hier die vollständigen Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftskrise noch nicht abzusehen sind.

Grundlegende Zielsetzung der KVVH für das Geschäftsjahr 2009 wird es wiederum sein, im Unternehmensverbund ein möglichst ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Dieses Ziel erfordert gerade im Hinblick auf die geschilderten schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen äußerste Anstrengungen.


Fazit:
• Stabiles Ergebnis im Konzern
• Verlustausgleich innerhalb der Holding zwischen Versorgung und Verkehr gelungen
• Weitere Verbesserung der Fahrgastzahlen und Fahrgeldeinnahmen bei der VBK
• Stärkung des Hafenergebnisses durch Zunahme im Bereich Vermietung und Verpachtung

Dies in einem durch harte staatliche Regulierung im Versorgungsbereich und insgesamt durch die Wirtschafts- und Finanzkrise geprägten Umfeld


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