(08.05.2009) Notbrunnen und abgepacktes Wasser
Notwasserversorgung - Internationale Konferenz in Karlsruhe:
Trinkwasser ist ein lebenswichtiges Gut und kann nicht ersetzt werden - ein Sachverhalt, der besonders dann deutlich wird, wenn Naturkatastrophen wie etwa Erdbeben oder Überschwemmungen die Verfügbarkeit des Trinkwassers einschränken und eine sichere Wasserversorgung nicht mehr möglich ist.
In den mitteleuropäischen Ländern wird durch vorausschauende Planung und präventive logistische Maßnahmen dann in Krisensituationen sauberes Trinkwasser, aus Notbrunnen, durch den Verbund mit anderen Wasserversorgungsunternehmen oder als abgepacktes Wasser zur Verfügung gestellt. Ganz anders stellt sich die Situation in vielen Schwellenländern und Wassermangelgebieten dar. So müssen bereits jetzt 1,1 Mio. Menschen ohne sauberes Trinkwasser auskommen und bei mehr als 1/3 der Weltbevölkerung sind die Voraussetzungen für eine geordnete, von der Trinkwasserversorgung ausreichend getrennte Abwasserentsorgung nicht gegeben.
Daher besteht in Katastrophensituationen in kurzer Zeit ein gewaltiger Bedarf an Trinkwasseraufbereitung, um den Ausbruch von Epidemien zu verhindern. Dabei kommt der Koordination der einzelnen Hilfsmaßnahmen eine besondere Bedeutung zu, da die Verbreitung wasserbedingter Krankheiten über den Trinkwasserpfad verhindert werden muss. Aus diesem Grund stellten vor kurzem auf einer internationalen Notwasserkonferenz in Karlsruhe Hersteller von Trinkwasseraufbereitungsanlagen aus England, Australien, den Niederlanden und Deutschland ihre Konzepte und Betriebserfahrungen in Notstandsfällen vor. Berichte über neueste Methoden und die Möglichkeit chemischer und mikrobiologischer Schnellanalysen bereicherten das Programm.
Die Notwasserkonferenz „International Conference on Water in Emergencies“ fand an der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft unter der Leitung von Prof. Dr. Clemens Wittland, Studiendekan an der dortigen Fakultät für Architektur und Bauwesen, und Prof. Matthias Maier, Stadtwerke Karlsruhe, statt und führte nahezu 150 Wissenschaftler und Praktiker zusammen. Sie war dem international anerkannten Wasserchemiker Prof. Dietrich Maier zum 65. Geburtstag gewidmet, der neben seinen beachtlichen wissenschaftlichen Beiträgen in über 35 Jahren zu Themen der Wasserversorgung insbesondere in den letzen Jahren auf dem Gebiet der Notwasserversorgung geforscht hat.
Von besonderem Interesse waren die Berichte der Nichtregierungsorganisationen. Beispielsweise beschrieb Prof. Dietrich Maier die Erfahrungen bei der Trinkwasserhilfe nach dem Tsunami in Sri Lanka und bei der Chlorepidemie in Simbabwe in Zusammenarbeit mit der Europäischen Brunnengesellschaft und den Stadtwerken Karlsruhe. Als weitere Organisationen stellten das Technische Hilfswerk, die Organisation „Engineers without Borders“ sowie „aqua nova“ ihre Erfahrungen dar.