(24.07.2008) Zuschuss aus Berlin ist Auszeichnung für den Klimaschutz in Karlsruhe
Bundesumweltministerium fördert innovative Abwärmenutzung aus der Mineralölraffinerie für die Fernwärmeversorgung der Stadt
Die Stadtwerke Karlsruhe erhalten vom Bundesumweltministerium einen 5 Millionen Euro Zuschuss für ihr großes MiRO-Fernwärmeprojekt. In Zusammenarbeit mit der Mineraloelraffinerie Oberrhein wird die im Raffinerieprozess entstehende Abwärme künftig mit Hilfe neuartiger Plattenwärmetauscher eingesammelt und für die Fernwärmeversorgung der Fächerstadt genutzt. Dieses Projekt mit einer Investitions-summe von insgesamt fast 30 Millionen Euro wird nun im Rahmen der Klimaschutz-initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.
„Über diese nachhaltige Unterstützung unseres Projektes aus Berlin freue ich mich ganz besonders. Es ist auch eine Auszeichnung für die bisherigen Bemühungen zum Klimaschutz in Karlsruhe und wird dem Fernwärmeausbau der Stadtwerke einen deutlichen Schub geben. Dies ist für uns ein besonderer Ansporn“, so die Aufsichtsratvorsitzende der Stadtwerke, Bürgermeisterin Margret Mergen. Die Fernwärme aus der Raffinerie MiRO wird ab dem Jahr 2010 zur Verfügung stehen. Mit dem Bau der für den Transport der Wärme notwendige Verbindungsleitung zum Heizkraftwerk West der Stadtwerke wurde im Frühjahr begonnen.
Die Fernwärmeversorgung in Karlsruhe gehört mit zu dem großen zentralen Wärmeversorgungen in Deutschland. Durch gut isolierte Rohrleitungen wird Wärme, zu einem großen Anteil aus so genannter Kraft-Wärme-Kopplung, also der gemeinsamen Erzeugung von Strom und Wärme, zu Heizzwecken in der Stadt verteilt. Durch die sehr hohe Ausnutzung der Primärenergie (über 80 Prozent) gilt die Fernwärmenutzung als besonders umweltschonend. Die nun nutzbare Niedertemperatur-Abwärme aus der Raffinerie sorgt dafür, dass die Fernwärmeversorgung Karlsruhes aus ökologischer Sicht modellhaft wird: Rund 65.000 Tonnen CO2 können durch die Wärmeauskopplung jährlich eingespart werden.
Die nun auch aus Berlin geförderte Investition dient der langfristigen Sicherung der Fernwärmeversorgung in Karlsruhe, denn diese bekommt mit der Nutzung der MiRO-Abwärme ein weiteres Standbein. Bisher wird die Fernwärme für Karlsruhe im Rheinhafendampfkraftwerk der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, im Heizkraftwerk West der Stadtwerke und in den beiden Heizwerken im Ahaweg und in der Waldstadt erzeugt. Rund 22.000 Wohnungen sowie viele öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen in Karlsruhe werden heute durch die Fernwärme versorgt.
> Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums
> Projektbeschreibung des Bundesumweltministeriums
> mehr Info zu dem Abwärme-Nutzungsprojekt