(30.06.2008) Waldkalkung sichert gesunde Böden und gesundes Trinkwasser
Gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Rheinstetten und der Stadtwerke Karlsruhe
Mit einer Waldboden-Schutzkalkung im Stadtwald Rheinstetten soll die Versauerung der obersten Bodenschichten aufgehalten und das Fortschreiten in tiefere Bodenschichten verhindert werden. Nachdem die Arbeiten im Gemeindewald Malsch dank der effektiven Arbeit der beauftragen Firma schneller als geplant beendet werden konnten, fliegen jetzt die Hubschrauber nun im Rheinstettener Wald.
Vor dieser Kalkungsaktion wurden von den Waldbesitzern Bodenproben gezogen, die die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt analysiert hat. Die Untersuchungen ergaben, dass die pH-Werte der obersten Bodenschichten teilweise unter 4 (stark sauer) liegen – eine Folge der immer noch zu hohen Säureeinträge aus der Luft. Um negative Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum und um die Qualitätsminderung des Grundwassers durch Mobilisierung von im Boden natürlich vorkommenden Metallen zu verhindern, hat die Versuchsanstalt daher die Ausbringung von drei Tonnen magnesiumhaltigem Kalkstaub je Hektar Wald empfohlen.
Die Dosierung des Kalkes ist so gewählt, dass keine Nährstoffe – wie beispielsweise Nitrat – ausgewaschen und auch keine negativen Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen zu erwarten sind.
Der Kalk wird zunächst mit dem Hubschrauber verteilt und dann voraussichtlich ab 14. Juli 2008 von Fahrzeugen, die auf Wegen oder Rückegassen fahren, in die Bestände geblasen werden.
Um auch den Belangen des Naturschutzes Rechnung zu tragen, werden in Absprache mit den betroffenen Behörden empfindliche Biotope oder sonstige schützenswerte Bereiche ausgespart.
Während der Kalkausbringung werden die betroffenen Waldteile für die Besucher kurzfristig gesperrt. Unmittelbar nach Abschluss der Arbeiten können die Wege aber nach Freigabe der betroffenen Strecken wieder begangen werden. Das Forstamt appelliert an die Waldbesucher, die Sperrungen im eigenen Interesse zu beachten. Einerseits weil die Ausbringungsmaschinen überraschend aus dem Wald fahren können, andererseits kann der nicht gesundheitsschädliche Kalkstaub die Kleidung verschmutzen.
Die Waldbesucher werden um Verständnis gebeten, dass die Bodenausbringung kurzfristig eine optische Beeinträchtigung des Waldbildes nach sich zieht. Der Düngerstaub lagert sich auf dem Boden, bei nasser Witterung während der Ausbringung teilweise auch auf den Zweigen und Blättern der Bäume sowie der Bodenvegetation ab. Nach einigen Regenschauern wird davon aber nichts mehr zu sehen sein.
Für die Gemeinden wird die Bodenschutzkalkung ihrer Wälder durch das Land Baden-Württemberg und die EU mit Fördermitteln unterstützt. Die Stadtwerke Karlsruhe beteiligen sich zur Sicherung der Trinkwasserqualität in den Schutzgebieten ihrer Wasserwerke finanziell an der Maßnahme. „Die Erhaltung der ausgezeichneten Qualität des Karlsruher Trinkwassers hat für uns oberste Priorität“, begründet Dr. Karl Roth, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke, die Entscheidung für die finanzielle Unterstützung der Kalkungsaktion. „Unsere Wasserwerke liegen alle in ausgedehnten Waldgebieten, so kann sich das Grundwasser weitgehend unbeeinflusst vom Menschen bilden. Ein gesunder Wald bedeutet also auch gesundes, sauberes Trinkwasser.“ Das Unternehmen übernimmt einen Teil der Kosten, die nicht durch Fördermittel abgedeckt sind.

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