Enthüllung des Zankel-Bildes: „UN-RAT-HAUS-BRUNNEN“ gegen Unrat im Brunnen
Bereits im vierten Jahr nach ihrer Gründung kümmert sich die Europäische Brunnengesellschaft e. V. um die Erhaltung, Sanierung und Sauberkeit von Zier- und Trinkbrunnen.
„49 ehrenamtliche Brunnenpatinnen und Brunnenpaten sponsern und reinigen regelmäßig 43 von 207 öffentlich zugänglichen Brunnen in Karlsruhe“, verkündete stolz der Präsident der Europäischen Brunnengesellschaft, Prof. Dr. Dietrich Maier, beim dritten Treffen der Patinnen und Paten. Dieses fand am 2. Juli im Wasser- und Brunnenmuseum der Stadtwerke Karlsruhe statt.
Harald Rosemann, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Karlsruhe, dankte allen Teilnehmern bei diesem Treffen mit dem traditionellen „Brunnenmahl“ „für die vielen Stunden, die Sie an Ihren Brunnen im vergangenen Brunnenjahr zur Zierde unserer Stadt ehrenamtlich gearbeitet haben“. Erster Bürgermeister Siegfried König – selbst Mitglied der Europäischen Brunnengesellschaft – lobte die gute Zusammenarbeit mit den für die Brunnen zuständigen städtischen Ämtern wie Amt für Abfallwirtschaft, Gartenbauamt und Stadtwerke Karlsruhe. Er fügte aber gleichzeitig hinzu: „Wir benötigen dringend noch mehr engagierte Bürgerinnen und Bürger in allen Stadtteilen, denn täglich werden die Brunnen aufs Neue verschmutzt – meist aus Gedankenlosigkeit.
An belebten Brunnenstandorten, wie beispielsweise dem Karlsruher Marktplatz, kann die Brunnenreinigung mit der Verschmutzung einfach nicht Schritt halten“.
Den Beweis hierzu erbrachte der Präsident der Brunnengesellschaft anlässlich der Karlsruher „Dreck-weg-Wochen“ Ende April: An drei hintereinander folgenden Tagen fischte er frühmorgens den Müll aus dem Großherzog-Ludwig-Brunnen vor dem Rathaus. Zigarettenkippen, Flaschen, Dosen, Zeitungen, Essensreste, Besteck, Becher, Batterien, Pflanzenreste, ja sogar die Verpackung einer Geldrolle fand er vor, insgesamt etwa 250 Einzelteile.
Der Künstler Dietmar Zankel, Pfinztal-Berghausen, schuf aus diesen Teilen ein bemerkenswertes Kunstwerk mit dem vielsagenden Titel „UN-RAT-HAUS-BRUNNEN“, das seit gestern im Foyer des Rathauses mit einem Plakat „ANZEIGE GEGEN UNBEKANNT WEGEN BRUNNENVERSCHMUTZUNG“ vor Nachahmen warnt.
Bei der Enthüllung des Kunstwerkes durch Ersten Bürgermeister Siegfried König schlug Maier vor, das originelle Bild zum Höchstpreis, zumindest aber zum Bußgeldpreis der weggeworfenen Gegenstände in Höhe von 2.130 Euro, zugunsten der Europäischen Brunnengesellschaft zu versteigern.

Der Künstler Dietmar Zankel (links) will mit einem Kunstwerk auf die Verschmutzung der Karlsruher Brunnen aufmerksam machen. Fein geordnet sind Zigarettenkippen, Flaschen, Essensreste, Besteck, Batterien und anderer Unrat verewigt. Mit auf dem Bild Harald Rosemann, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke (rechts) und Prof. Dr. Dietrich Maier, der Präsident der Europäischen Brunnengesellschaft.