KVVH – Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH verbindet Dienstleistungen in der Stadt
Erfolgreiches Wirtschaftsjahr 2006 der Stadtwerke / VBK steigern erneut die Fahrgastzahlen und Verkehrseinnahmen / Häfen verzeichnen hohen Schiffsgüterumschlag
„Die KVVH – Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH entwickelte sich auch im Geschäftsjahr 2006 in einem energiewirtschaftlich und verkehrspolitisch schwierigen Umfeld positiv“, so der Sprecher der Unternehmensgruppe, Harald Rosemann, bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz.
Das Wirtschaftsjahr 2006 konnte bei einem Konzernumsatz von über 560 Millionen Euro mit einem Plus von 3,5 Millionen Euro abgeschlossen werden. Dabei war die KVVH innerhalb der Dienstleistungsgruppe in der Lage, die angefallenen Verluste der Verkehrsbetriebe wirtschaftlich auszugleichen. „Das positive Jahresergebnis der KVVH als Holdinggesellschaft wird auch ermöglicht durch die finanziell äußerst wichtige Nutzung von gesetzlichen Steuervorteilen zwischen Versorgung und Verkehr im Rahmen des Verlustausgleichs“, unterstrich Geschäftsführer Rosemann.
Von besonderer Bedeutung für das Ergebnis der Holding war vor allem die stabile Ertragssituation der Stadtwerke. Das gute operative Ergebnis im Versorgungsbereich wurde gestützt durch eine erfolgreich durchgesetzte Schadensersatzforderung.
Die KVVH-Gruppe investierte im Jahr 2006 insgesamt über 90 Millionen Euro in Sachanlagen. Dabei wurden 35,8 Millionen Euro bei den Stadtwerken, 39,5 Millionen Euro bei den Verkehrsbetrieben, 6,5 Millionen bei den Rheinhäfen und 8 Millionen für das neue Freizeitbad investiert. Mit rund 2400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört die KVVH-Gruppe zu den großen Arbeitgebern in der Fächerstadt.
Stadtwerke: Stabiles Ergebnis bei energiewirtschaftlich schwierigem Umfeld
Das abgelaufene Geschäftsjahr der Stadtwerke war wiederum geprägt durch einen weiteren Anstieg der Primärenergiepreise für Erdöl, Kohle und Erdgas auf den Weltmärkten. „Durch eine gezielte Beschaffungsstrategie sowie allgemeine Kosteneinsparungen ist es gelungen, die eingetretenen Preissteigerungen teilweise zu kompensieren“, so Rosemann weiter. Hierdurch wurde es den Stadtwerken möglich, die Strompreise im Jahresverlauf konstant zu halten und die Gaspreise erst zeitlich versetzt den höheren Einstandspreisen anzupassen. Der Blick auf den Vergleich der Nebenkosten baden-württembergischer Großstädte zeigt nach wie vor: Die Stadtwerke Karlsruhe zählen mit ihren Preisen zu den günstigen Versorgern im Land.
Als komplexe Vorgabe des neuen Energiewirtschaftsgesetzes erfolgte während des Geschäftsjahres 2006 die Gründung der Stadtwerke Karlsruhe Netze GmbH als 100- prozentige Tochter der Stadtwerke. Der Netzbetrieb musste gesellschaftsrechtlich von den Bereichen Erzeugung und Vertrieb getrennt werden. Die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben konnte unter Sicherstellung und Beibehaltung der vorhandenen Betriebsabläufe erreicht werden. Dies war ohne zusätzlichen Personalmehraufwand möglich, wodurch Kosten gespart werden konnten.
Im Geschäftsjahr 2006 mussten die Stadtwerke darüber hinaus in einem außerordentlich aufwändigen Genehmigungsverfahren erstmals die Netznutzungs-entgelte bei den zuständigen Regulierungsbehörden, der Bundesnetzagentur für die Sparte Strom und der Landesregulierungsbehörde Baden-Württemberg für die Sparte Gas beantragen.
Im investiven Bereich wurden von den Stadtwerken insgesamt 35,8 Millionen Euro für Leitungsnetze und andere Anlagen zur Energie- und Trinkwasserversorgung und für weitere Sachanlagen aufgewendet, eine Steigerung von 24 Prozent zum Vorjahr. „Die Stadtwerke sehen es als ihre Verpflichtung an, durch kontinuierliche Investitionen ein Höchstmaß an Versorgungssicherheit auch in Zukunft zu gewährleisten“, so Rosemann. „Außerdem stellen unsere Investitionen einen erheblichen Wirtschaftsfaktor für die Region dar, da die Stadtwerke als Unternehmen mit örtlicher Verbundenheit weitgehend lokal und regional ansässige Firmen beauftragen.“
VBK: Fahrgastzahlen und Einnahmen nochmals gestiegen
Der öffentliche Personennahverkehr hat sich in Karlsruhe im Jahr 2006 weiterhin gut entwickelt: Die VBK konnten die Fahrgastzahlen erneut um 3,4 Prozent auf jetzt 108,1 Millionen Fahrgäste steigern.
Die gesamten Einnahmen der VBK beliefen sich auf 93,1 Millionen Euro, das sind 7,5 Prozent mehr als im Wirtschaftsplan ursprünglich vorgesehen. Leider stieg trotz dieser äußerst positiven Entwicklung das Defizit leicht an. Verantwortlich für das höhere Defizit sind unter anderem, neben den gestiegenen Kosten für Dieselkraftstoff und Fahrstrom, Kürzungen von Ausgleichszahlungen für die Schülerbeförderung. Das Defizit beträgt 23,8 Millionen Euro und liegt somit zwar um 0,6 Millionen Euro über dem Ergebnis des Vorjahres, doch immerhin um 0,3 Millionen Euro besser als ursprünglich geplant.
Die erhöhten Energiepreise wirkten sich einerseits negativ aus, da die Kosten für die Verkehrsbetriebe stiegen, auf der anderen Seite entschieden sich jedoch vermehrt Autofahrer für den ÖPNV, um den hohen Spritpreisen zu entgehen und steigerten damit die Fahrgastzahlen.
Die VBK gehörten auch 2006 wieder zu den großen Investoren der Region. Insgesamt wurden 39,5 Millionen Euro, darunter 23,1 Millionen für die Übernahme von Leasing-Fahrzeugen und 11,2 Millionen in den Ausbau und Erhalt der Streckeninfrastruktur, investiert.
Voraussichtlich werden die Kosten für den ÖPNV, vor allem für Energie, Fahrzeug- und Streckenausrüstungsgegenstände etwas stärker ansteigen als die Einnahmen. Zumal mit weiteren Rückgängen der öffentlichen Finanzierungsbeiträge für den ÖPNV zu rechnen ist. Die Erhöhung der Tarife sowie Entlastungen im Personalkostenbereich werden diese Entwicklung nicht ganz ausgleichen können. Die VBK sind jedoch optimistisch, mit einem weiterhin guten Leistungsangebot und vergleichsweise günstigen Tarifen die Fahrgastzahlen 2007 erneut leicht steigern zu können.
Rheinhäfen: Erfreuliche Entwicklung der Umschlagszahlen
Der Geschäftsbereich Rheinhäfen blickt mit einem Rekordumschlag von über 7 Millionen Tonnen auf das beste Ergebnis seit der Raffineriefusion 1997. Zulegen konnten alle Gütergruppen. Die größte Steigerungsrate weist der Baustoff-Umschlag aus: Mit über 30 Prozent Zuwachs ist er ein Indikator für die anlaufende Konjunktur. Die in den Vorjahren getätigten Investitionen am Becken 1 trugen erste Früchte und führten zu Mehreinnahmen beim Ufergeld und im Bereich Vermietung und Verpachtung. So zogen in das umgebaute Thomy- Gebäude die ersten Mieter ein.
KBG – Karlsruher Bädergesellschaft: Baubeginn im Berichtsjahr
Der Baubeginn des Freizeitbades durch die KBG erfolgte im April 2006. Das Vorhaben mit einer Investitionshöhe von 25 Millionen Euro wird voraussichtlich im Dezember 2007 abgeschlossen. Die Errichtung eines Parkdecks neben dem Bad ist geplant.
KASIG – Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft: Genehmigungsverfahren fortgeführt
Die KASIG setzte ihre planungstechnischen Arbeiten zur Umsetzung der so genannten Kombi-Lösung zur Entlastung der Kaiserstraße und Umgestaltung der Kriegsstraße fort und führte weitere Verfahrensschritte im Genehmigungsverfahren durch. Das Innenministerium Baden-Württemberg hat im Jahr 2006 begonnen, den Antrag nach dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungs-Gesetz zu prüfen. Der Abschluss dieser Prüfung wir für 2007 erwartet.
Ausblick auf das laufende Jahr
Mit dem Angebot „Kombi 24“ für den Bezug von Strom und Erdgas bieten die Stadtwerke ihren Kunden zusätzlich zu den ohnehin schon günstigen Preisen einen weiteren finanziellen Vorteil. Gleichzeitig wird der vor Ort-Service weiter ausgebaut. Aufgrund des extrem warmen Winters im ersten Quartal 2007 wird ein Rückgang der Verkaufszahlen, insbesondere bei Erdgas und Fernwärme, belastenden Einfluss auf das Ergebnis des laufenden Jahres haben.
Für 2007 rechnen die VBK mit einer Konsolidierung der Fahrgastzahlen auf dem hohen Niveau des Jahres 2006. Niedrigere staatliche Ausgleichszahlungen für die Schülerbeförderung und Beförderung von schwerbehinderten Fahrgästen werden das Ergebnis belasten.
Die Rheinhäfen rechnen aufgrund eines revisionsbedingten Großstillstands der Karlsruher Raffinerie und zwei Havarien auf dem Rhein mit einem leichten Rückgang beim Schiffsgüterverkehr im Jahr 2007.
Fazit:
• Solides Ergebnis im Konzern bei hoher Leistung
• Wirtschaftliche Stabilität im Bereich Versorgung
• Verbesserung bei den Verkehrsleistungen
• Rekord-Hafenumschlag
• Insgesamt stabile Beschäftigungslage bei zusätzlicher Wertschöpfung aus weiteren Leistungen
bei:
• nach wie vor schwierigem energiewirtschaftlichen und energiepolitischen Gesamtumfeld mit hohen Primärenergiepreisen
• rückläufigen öffentlichen Zuschüssen für den ÖPNV
