Ein Gebäudedach der Europäischen Schule beherbergt seit kurzem eine große Photovoltaikanlage. Sie wird etwa 60.000 Kilowattstunden Sonnenstrom im Jahr erzeugen, dies reicht für die Versorgung von rund 20 Haushalten. „Angesichts der prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels ist jeglicher Beitrag zum Klimaschutz sehr wertvoll“, betonte Erster Bürgermeister Siegfried König bei dem kleinen Festakt zur Inbetriebnahme, an dem auch die Grundschulkinder mitwirkten. „Das war das letzte Puzzlestück zur Komplettierung unseres Solarparks“, freute sich Harald Rosemann, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Karlsruhe. Im Rahmen ihrer Solar-Initiative haben die Stadtwerke einen Anlagenpark mit mehreren hundert Kilowatt Leistung auf Dächern öffentlicher Gebäude in der Fächerstadt errichtet. Mit der zehnten Solaranlage auf dem Dach der Europäischen Schule ist der so genannte Solarpark I nun vollständig.
Die polykristallinen Solarzellen, die die Firma IGA TEC aus Waldsee auf dem Dach der „Oberschule“ montiert hat, haben zusammen eine Leistung von rund 63 Kilowatt. „Wir freuen uns, dass das Dach unseres Schulgebäudes so ideal für die solare Stromerzeugung genutzt werden kann und wir damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können“, betonte Tom Høyem, Stadtrat und Direktor der Europäischen Schule. „Toll ist natürlich auch, wenn die Europäische Schule, die Stadtwerke und die Stadt Karlsruhe gemeinsam an Projekten beteiligt sind und so hervorragend zusammenarbeiten.“ Die Schule, die rund 1100 Schüler aus einer Vielzahl europäischer und nichteuropäischer Länder unterrichtet, hat bereits seit 2002 eine kleine Sonnenstrom-Anlage mit drei Kilowatt Leistung auf dem Dach. Damals hatte sie sich beim Projekt „Sonne in der Schule“ der Stadtwerke mit ihrem Umweltkonzept beworben und die Anlage gewonnen.
Kerngedanke der Solar-Initiative der Stadtwerke ist, dass sich Karlsruher Bürger an den großen Anlagen beteiligen können. Mehr als 170 private Anteilseigner haben dieses Angebot wahrgenommen. „Unsere Vision, mit der Solar-Initiative eine wirkliche Bürger-Initiative zu schaffen, ist also gelungen“, betonte Dr. Karl Roth, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke. Und dieses Engagement für die Umwelt lohnt sich: In seiner Endausbaustufe hat der Solarpark I nun eine Leistung von 840 Kilowatt peak erreicht. Mit dem solar erzeugten Strom können rund 200 bis 300 Vier-Personen-Haushalte versorgt und jährlich rund 500 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Da großes Interesse der Karlsruher Bevölkerung an einer Solarbeteiligung besteht, stellen die Stadtwerke derzeit Überlegungen an, einen „Solarpark II“ zu gründen.

Schlusspunkt eines großen Solar-Projektes mit 4 Mio. Euro Investiiton: Die neue Solaranlage auf der Europäischen Schule wurde heute vorgestellt. Sie ist die letzte Anlage des Solarpark I der Stadtwerke. Rund 300 Haushalte können durch die insgesamt sechs großen Anlagen versorgt werden. An der Projektgesellschaft haben sich 170 Privatleute aus Karlsruhe mit 1,2 Mio. Euro beteiligt. Eine Chance für viele, die selbst keine Solaranlage bauen können. Bei anhaltend starker Nachfrage werden die Stadtwerke einen Solarpark II in Karlsruhe planen. Zur Feier der Inbetriebnahme der Anlage ließen die Schüler der Europäischen Schule gelbe Luftballons steigen.