Solare Anlagenkapazität in Karlsruhe verdreifacht
Das Dach des Betriebshofs West der Verkehrsbetriebe Karlsruhe ist seit kurzem Standort dreier Solarkraftwerke, die die Stadtwerke Karlsruhe im Rahmen ihrer Solar-Initiative errichtet haben. Zusammen erzeugen sie prognostizierte 140.000 Kilowattstunden Sonnenstrom im Jahr, was für die Versorgung von rund 50 Haushalten reicht. „Jede weitere Solaranlage in Karlsruhe ist ein Gewinn für die Umwelt“, so Erster Bürgermeister Siegfried König bei der Vorstellung vor der Presse. „Die Solarzellen auf dem Dach der Verkehrsbetriebe sind das Ergebnis einer erfolgreichen Kooperation zweier Unternehmen des Konzerns Stadt; das umweltfreundliche Transportunternehmen leistet nun auch einen Beitrag zur umweltfreundlichen Energieerzeugung“, so König weiter.
Zwei der drei Anlagen gehören zum so genannten „Solarpark I“, an dem auch viele Privatpersonen beteiligt sind. „Ganz besonders freut es mich, dass die Vision der Stadtwerke, mit ihrer Solar-Initiative eine echte Bürger-Initiative zu schaffen, gelungen ist“, betont König.
Die Solarzellen, die zusammen eine Leistung von rund 140 Kilowatt haben, sind direkt auf die zwölf im vergangenen Jahr sanierten so genannten Sheddächer des Betriebshofs in der Wikingerstraße montiert. Da diese mit Aluminiumprofilen gedeckten Sheds mit einer Gesamtlänge von rund 800 Metern optimal geneigt und fast exakt nach Süden ausgerichtet sind, werden hervorragende Ertragswerte erwartet. Zum Einsatz kommen zwei verschiedene Modultypen: Im südlichen Bauabschnitt erzeugt eine Photovoltaik-Anlage mit innovativen microamorphen Tandem-Silizium-Dünnschichtmodulen solaren Strom. Im nördlichen Bauabschnitt wurden zwei technisch eigenständige Anlagen mit Cadmium-Tellurid-Dünnschichtmodulen installiert.
„Wir freuen uns, dass das Dach unseres Betriebshofs so ideal für die solare Stromerzeugung genutzt werden kann und wir damit einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Ressourcenschonung leisten können“, betont Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer der Karlsruher Verkehrsbetriebe, die nicht nur die Fläche zur Verfügung gestellt, sondern auch gleich eine der beiden auf dem nördlichen Dachstück installierten Anlagen komplett übernommen haben.
Die andere Anlage und auch die auf den südlichen Sheds gingen an die Projektgesellschaft des „Solarpark I“ über. Im Rahmen ihrer Solar-Initiative errichteten die Stadtwerke in Karlsruhe einen Anlagenpark, dessen Kernstück die Photovoltaik-Anlage auf der ehemaligen Mülldeponie West mit einer Leistung von 430 Kilowatt ist. Zum „Solarpark I“ gehören nun zehn große Solaranlagen, die zusammen eine Leistung von rund 840 Kilowatt haben und 300 Haushalte mit Strom versorgen.
„Seit dem Start unserer Solar-Initiative im Frühjahr 2005 konnten wir die solare Anlagenkapazität in Karlsruhe mehr als verdreifachen“, sagt Dr. Karl Roth, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe stolz.
Die Resonanz der Bürgerinnen und Bürger an der Solarbeteiligung war sehr groß. Mehr als 170 private Anteilseigner sind am Kommanditkapital des „Solarpark I“ beteiligt. Damit sind 60 Prozent der Anteile in Händen von Privatpersonen, 26 Prozent behält die Stadt Karlsruhe und 14 Prozent verbleiben bei den Stadtwerken. Aufgrund der großen Nachfrage stellen die Stadtwerke derzeit Überlegungen an, einen Solarpark II zu gründen. Interessenten können sich für eine eventuelle Beteiligung unter der Telefonnummer 599-2255 vormerken lassen.

Erster Bürgermeister Siegfried König (2. v. l.), Dr. Karl Roth (links) und Dr. Walter Casazza begutachten vom Energieberg aus Karlsruhes größte Aufdach-Solaranlage.

Dr. Karl Roth, Siegfried König und Dr. Walter Casazza (von links) vor einem der Scheddächer auf dem Dach des Betriebshofes West.