Stadtwerke und MiRO vereinbaren langfristige Zusammenarbeit zur
Nutzung von Prozessabwärme für die Fernwärmeversorgung in Karlsruhe
Die
Mineraloelraffinerie Oberrhein (MiRO) und die Stadtwerke Karlsruhe
vereinbarten die Eckpunkte einer möglichen Zusammenarbeit, um
überschüssige Niedertemperatur-Abwärme aus den Raffinerieprozessen für
die Fernwärmeversorgung der Stadtwerke nutzbar zu machen. Hierfür ist
auf dem Raffineriegelände der Bau von Wärmetauschern notwendig, mit
denen die Prozessabwärme „eingesammelt“ wird. Diese Wärme soll nach
ersten Planungen durch eine neue, etwa fünf Kilometer lange
Transportleitung zum Heizkraftwerk West der Stadtwerke transportiert
und von da in das Fernwärmesystem der Stadtwerke eingespeist werden.
„Ein großes Projekt, das gut für die Umwelt und gut für die
Wirtschaftlichkeit ist“, unterstrich Harald Rosemann, Sprecher der
Geschäftsführung und Kaufmännischer Geschäftführer der Stadtwerke.
Eine
Wärmeleistung von rund 40 Megawatt kann nach einer jüngeren
Untersuchung allein im Werk 2 der MiRO für die Fernwärmeversorgung
nutzbar gemacht werden – eine Menge, die für die Versorgung von 8000
Haushalten reicht. Die Möglichkeit zur Einsparung von Primärenergie und
damit von Kohlendioxid-Emissionen rückt dieses für Deutschland
neuartige Projekt mit einer Gesamtinvestitionssumme von etwa 27
Millionen Euro ins Blickfeld. Nach der aufwändigen Genehmigungsphase
soll die große Fernwärmetransportleitung bis 2010 gebaut werden. Bis
dahin sollen in den Jahren 2009 und 2010 die notwendigen Wärmetauscher
auf dem Raffineriegelände installiert werden. Eine neue Generation von
Plattenwärmetauschern, die wesentlich kleiner als die bisher üblichen
Rohrbündelwärmetauscher sind, kommt hier zum Einsatz. „Durch die
Nutzung der Abwärme können wir die Energieeffizienz um rund 3 Prozent
steigern. Das hilft unserem Raffineriestandort Karlsruhe, im
europäischen Vergleich noch besser auszusehen“, unterstreicht Dr.
Hans-Gerd Löhr, Sprecher der Geschäftsführung der MiRO. Rund 65.000
Tonnen Kohlendioxid können durch die Abwärmenutzung jährlich eingespart
werden.
Da diese Abwärme ganzjährig anfällt, kann ein großer
Teil der Eigenerzeugung von Fernwärme im Heizkraftwerk West der
Stadtwerke ersetzt werden. Damit entsteht für die Fernwärmeversorgung
in Karlsruhe ein weiteres Standbein. „Ich freue mich über das
gegenseitige Vertrauen der beiden Unternehmen in die Zukunftsfähigkeit
der Investition und über die sehr positiven Umweltauswirkungen“, so Dr.
Karl Roth, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke. „Daneben macht
uns diese Zusammenarbeit mit der Raffinerie MiRO ein Stück weit
unabhängiger von den Preisentwicklungen auf den Energiemärkten“,
ergänzt Dr. Thomas Unnerstall, Geschäftsführer für Vertrieb und Handel.
Über 21.000 Wohnungen in Karlsruhe werden heute durch die Fernwärme
beheizt und die gleiche Wärmemenge stellen die Stadtwerke öffentlichen
Einrichtungen, Geschäftshäusern und Unternehmen zur Verfügung.
Technische Informationen zum Projekt „Abwärmenutzung der Raffinerie für die Erzeugung von Fernwärme“ :