Dienstleistungen verbinden: KVVH – Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH
Erfolgreiches
Wirtschaftsjahr 2005 der Stadtwerke / VBK steigerten erneut die
Fahrgastzahlen / Häfen verzeichneten trotz lang anhaltendem
Niedrigwasser hohen Schiffsgüterumschlag
„Die KVVH –
Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH entwickelte sich im
Geschäftsjahr 2005 trotz eines energiewirtschaftlich und
verkehrspolitisch schwierigen Umfeldes positiv“, so der Sprecher der
Unternehmensgruppe, Harald Rosemann, bei der diesjährigen
Bilanzpressekonferenz.
Mit einem Plus von 2,7 Millionen Euro
konnte das Wirtschaftsjahr 2005 stabil abgeschlossen werden. Zusätzlich
war die KVVH in der Lage, die angefallenen Verluste der
Verkehrsbetriebe wirtschaftlich auszugleichen. „Das positive
Jahresergebnis der KVVH als Holdinggesellschaft wird auch ermöglicht
durch die finanziell äußerst wichtige Nutzung von Steuervorteilen
zwischen Versorgung und Verkehr“, unterstrich Geschäftsführer Rosemann.
Von besonderer Bedeutung für das Ergebnis der Holding waren auch
die verbesserten Erträge der Stadtwerke. Hierin enthalten war unter
anderem ein periodenfremder Einmaleffekt aus Zuschüssen aufgrund des
Kraft-Wärme-Koppel-Gesetzes (KWKG). Zusätzlich haben die
Dividendenerträge aus der EnBW-Beteiligung zur Verbesserung des
Ergebnisses der KVVH im Jahr 2005 beigetragen.
Die KVVH-Gruppe
investierte im Jahr 2005 insgesamt 66,7 Millionen Euro: Über 26
Millionen Euro wurden bei den Stadtwerken und bei den Verkehrsbetrieben
29,9 Millionen Euro investiert. Mit rund 2400 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern gehört die KVVH-Gruppe zu den großen Arbeitgebern in der
Fächerstadt.
Stadtwerke: Gutes Ergebnis bei energiewirtschaftlich schwierigem Umfeld
Das
abgelaufene Geschäftsjahr der Stadtwerke war besonders geprägt durch
einen drastischen Anstieg der Primärenergiepreise für Erdöl, Kohle und
Erdgas auf den Weltmärkten: In den vergangenen zwei Jahren ist Heizöl
dadurch in Deutschland um über 50 Prozent, Erdgas um rund 35 Prozent
teurer geworden. Kohle verteuerte sich im gleichen Zeitraum um 30
Prozent. „Hieraus ergaben sich auch für die Stadtwerke in der eigenen
Beschaffung Preiserhöhungen, die weitgehend an die Kunden weitergeben
werden mussten. Diese Notwendigkeit bedauern wir“, so Rosemann weiter.
„Der Preisanstieg auf den Energiemärkten trifft alle Energieversorger
gleichermaßen.“ Der Blick auf den Vergleich der Nebenkosten
baden-württembergischer Großstädte zeige allerdings, dass die
Stadtwerke mit ihren Preisen nach wie vor zu den günstigen Versorgern
im Land zählen.
Im investiven Bereich wurden von den
Stadtwerken insgesamt 26 Millionen Euro für Leitungsnetze und Anlagen
zur Energie- und Trinkwasserversorgung aufgewendet. So erneuerte das
Unternehmen beispielsweise rund 50 Kilometer Leitungen, begann mit der
Modernisierung seiner Umspannwerke Ost und Nord sowie des Fernheizwerks
in der Waldstadt und baute das Erdgasnetz in mehreren Karlsruher
Stadtteilen weiter aus. „Die Stadtwerke sehen es als ihre Verpflichtung
an, durch kontinuierliche Investitionen ein Höchstmaß an
Versorgungssicherheit auch in Zukunft zu gewährleisten“, so Rosemann.
„Außerdem stellen unsere Investitionen einen erheblichen
Wirtschaftsfaktor für die Region dar, da die Stadtwerke als Unternehmen
mit örtlicher Verbundenheit weitgehend lokal und regional ansässige
Firmen mit den Bauarbeiten beauftragen.“
VBK: Fahrgastzahlen und Einnahmen nochmals gestiegen
Der
öffentliche Personennahverkehr hat sich in Karlsruhe im Jahr 2005
weiterhin gut entwickelt: Die VBK konnten die Fahrgastzahlen erneut um
1,9 Prozent auf 104,5 Millionen Fahrgäste steigern.
Die gesamten
Einnahmen der VBK betrugen 85,9 Millionen Euro, das sind 4,9 Prozent
mehr als im Wirtschaftsplan ursprünglich vorgesehen. Leider stieg trotz
dieser Entwicklung das Defizit. Es beträgt 23,2 Millionen Euro und
liegt somit zwar um 0,3 Millionen Euro schlechter als im Vorjahr, doch
immerhin um 1,3 Millionen Euro besser als ursprünglich geplant.
Verantwortlich für das höhere Defizit sind unter anderem neben dem
Zwang, die Investitionen wegen verspäteter Zuschusszahlungen
vorzufinanzieren, auch die gestiegenen Kosten für Dieselkraftstoff und
Fahrstrom sowie die Kürzungen von Ausgleichszahlungen für die
Schülerbeförderung nach dem so genannten Koch-Steinbrück-Papier. Die
hohen Energiekosten wirkten sich einerseits negativ aus, da die Kosten
für die Verkehrsbetriebe stiegen, auf der anderen Seite entschieden
sich jedoch vermehrt Autofahrer für den ÖPNV, um den hohen Spritpreisen
zu entgehen.
Die VBK gehörten auch 2005 wieder zu den großen Investoren der
Region. Insgesamt wurden 29,9 Millionen Euro, darunter 14,2 Millionen
in neue Fahrzeuge und 14,0 Millionen in den Ausbau der
Streckeninfrastruktur, investiert.
Rheinhäfen: Gute Umschlagzahlen trotz lang anhaltendem Niedrigwasser
Ein
ab Oktober 2005 einsetzendes extremes Niedrigwasser, das bis in den
Februar 2006 hinein anhielt, verhinderte weitere Steigerungen beim
Schiffsgüterumschlag. Mit 6,5 Millionen Tonnen wurde dennoch ein sehr
erfreuliches Ergebnis erzielt.
Weiter wachsende Aktivitäten
auf dem Gebiet der Vermietung und Verpachtung stärkten dieses „zweite
Bein“ der Rheinhäfen. Mehrere Grundstücke konnten aus Privatbesitz
erworben werden, der Ostteil des Thomy-Gebäudes wurde samt der
angrenzenden Freifläche Ende des Jahres an den Mieter übergeben.
Ausblick auf das laufende Jahr
Die Stadtwerke
durchleben energiewirtschaftlich nunmehr ein weiteres schwieriges Jahr
in Folge. Die Preise am Weltmarkt für Primärenergie steigen weiter.
Dies schlägt sich in fortgesetzt hohen Öl-, Gas- und Strompreisen auch
in Deutschland nieder.
Durch Konzentration auf das
Kerngeschäft, bei gleichzeitiger Erhaltung betrieblicher Synergien und
schlanker Organisationsstrukturen, wollen die Stadtwerke auch in
Zukunft eine sichere und kostengünstige Energie- und
Trinkwasserversorgung in Karlsruhe gewährleisten.
Aufgrund der
Situation der öffentlichen Haushalte ist mit weiteren Rückgängen der
öffentlichen Finanzierungsbeiträge für den ÖPNV zu rechnen. Zahlreiche
Gesetzesänderungen sehen Kürzungen der Mittel vor. Daher wird die
Finanzierung durch die Nutzer des ÖPNV künftig eine noch größere Rolle
spielen müssen. Die VBK hoffen jedoch, mit einem guten Leistungsangebot
und vergleichsweise günstigen Tarifen die Fahrgastzahlen 2006 auf dem
hohen Niveau des Jahres 2005 halten zu können.
Nach Ende der
Niedrigwasserperiode stiegen die Umschläge in den Rheinhäfen 2006
wieder kräftig an und haben bereits das Vorjahresniveau für den
gleichen Zeitraum übertroffen. Nach Abschluss weiterer Bauarbeiten auf
neu erworbenen Grundstücken ist im Jahr 2006 mit einem Anstieg der
Mieteinnahmen zu rechnen.
Fazit:
• Stabiles Ergebnis im Konzern bei hoher Leistung
• Verbesserung im Bereich Versorgung
• Spitzenwert bei den Verkehrsleistungen
• Hoher Hafenumschlag trotz Niedrigwasser
• Insgesamt stabile Beschäftigungslage bei zusätzlicher
Wertschöpfung
bei:
• schwierigem energiewirtschaftlichen Gesamtumfeld mit hohen
Primärenergiepreisen
• rückläufigen öffentlichen Zuschüssen für den ÖPNV