Größte „Zentralheizung“ der Fächerstadt versorgt über 21.000 Wohnungen, öffentliche Gebäude, Gewerbebetriebe und Firmen / Stadtwerke zählen bundesweit zu den günstigsten Versorgern
Die zentrale Wärmeversorgung in Karlsruhe feierte ein rundes Jubiläum: Seit 100 Jahren liefert das ehemalige Großherzogliche Wasser- und Elektrizitätswerk vom Rande des Schlossgartens aus Wärme für die Bauten im Schlossbezirk. Heute ist das Werk im Eigentum der Stadtwerke und mit modernen Heizkesseln in die Fernwärmeversorgung der Fächerstadt eingebunden. Das Heizkraftwerk West der Stadtwerke und vor allem das Rheinhafen-Dampfkraftwerk der EnBW Energie Baden-Württemberg AG sind die Hauptlieferanten der Fernwärme für die Fächerstadt. „Das zentrale Heizen ist gerade auch ökologisch sinnvoll“, unterstrich Erster Bürgermeister Siegfried König vor der Presse. Die Fernwärme macht die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme nutzbar. Durch die optimale Ausnutzung der Brennstoffe spart sie wertvolle Energie und schont die Ressourcen der eingesetzten Energieträger. Jeder Fernwärme-Nutzer leistet deswegen einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.
Anstatt dass jedes Gebäude seinen eigenen Heizkessel unterhält, wird die Fernwärme in modernen, großen Anlagen erzeugt, wo effiziente Technik ein Optimum an Brennstoffausnutzung erreicht. „Dies führt auch zu einer Reduktion des CO2-Ausstoßes: Die Emission beträgt weniger als die Hälfte im Vergleich zu herkömmlichen Heizenergien“, so Dr. Karl Roth, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke. Die kombinierte Erzeugung von Strom und Fernwärme in den Kraftwerken nennt man Kraft-Wärme-Kopplung. Während bei der reinen Stromerzeugung in herkömmlichen Kraftwerken nur rund 40 Prozent des eingesetzten Brennstoffes in nutzbare Energie umgewandelt werden können, sind es bei der kombinierten Erzeugung von Strom und Fernwärme bis 85 Prozent, weil ein großer Teil der Abwärme aus der Stromerzeugung für die Produktion von Fernwärme genutzt werden kann.
Fernwärme wird sich kontinuierlich weiterentwickeln
Von den Heizkraftwerken kommt das 85 bis 130 Grad Celsius heiße Fernwärme-Wasser in gut isolierten Leitungen in die an das Fernwärmenetz angeschlossenen Häuser. Bei den Kunden wird es zum Heizen und für die Warmwasserbereitung genutzt. Nicht jeder Stadtteil ist in Karlsruhe an die Fernwärme angeschlossen. Die aufwändigen Baumaßnahmen für die Fernwärmeleitungen lohnen sich nur dort, wo viele Kunden auf dichtem Raum leben. Über 21.000 Wohnungen werden heute so mit Wärme versorgt und die Stadtwerke liefern die gleiche Wärmemenge auch an öffentliche Gebäude, Gewerbebetriebe und Firmen. Dr. Roth prognostiziert, dass es hierbei in Zukunft keine Riesensprünge mehr geben wird; er setzt auf einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess. Die Stadtwerke gehören mit einer Abgabe von etwa 650 Millionen Kilowattstunden im Jahr zu den größten Fernwärme-Unternehmen Deutschlands.
„Ob Unternehmen oder Hauseigentümer, alle profitieren von den Vorteilen der Fernwärme“, so Dr. Thomas Unnerstall, Geschäftsführer für die Bereiche Vertrieb und Handel bei den Stadtwerken. Gerade bei einer langfristigen Betrachtung zeige die Heizung mit Fernwärme große geldwerte Vorteile. Daneben sei die Fernheizung seit vielen Jahren die preisstabilste aller Heizenergien. „Die Stadtwerke Karlsruhe sind in Baden-Württemberg der günstigste Anbieter von Fernwärme und auch im bundesweiten Vergleich haben sie ihren Platz unter den fünf preisbesten Unternehmen“, betont Dr. Unnerstall. Kein eigener Heizkessel, keine Bestellung und Lagerung des Brennstoffes, Platz sparende Hausübergabestationen und ein sehr geringer Wartungsaufwand sowie Service rund um die Uhr, zählt der Vertriebsgeschäftsführer die weiteren Vorteile der Fernwärme auf. Auch bei der Umrüstung auf Fernwärme bieten die Stadtwerke viele Vorteilspakete an.
100 Jahre Fernwärme: Die Aktionen
Die Stadtwerke hatten sich zum 100. Geburtstag der Fernwärme eine ganze Reihe von Veranstaltungen und Aktionen einfallen lassen. Es entstand eine Chronik zum Jubiläum, ein Geburtstagsfest auf dem Marktplatz machte auf die Fernwärme aufmerksam, Führungen durch das Rheinhafen-Dampfkraftwerk und Veranstaltungen für Marktpartner und Großkunden wurden organisiert, und die Stadtwerke bedankten sich mit einem großen Gewinnspiel bei allen Fernwärme-Nutzern in Karlsruhe.
Neue Kunden im Jubiläumsjahr
Durch Sonderaktionen und günstige Konditionen konnten im Jubiläumsjahr eine Reihe von neuen Kunden gewonnen werden: Ob Mehrfamilienhäuser in der Bachstraße, ein Jugendstilhaus in der Humboldtstraße, Landesgebäude an der Moltkestraße, das Universitätsgelände, das neue ECE-Center oder das Zelch-Haus in der Gartenstraße - alle haben eines gemeinsam: Sie lassen nun durch die Stadtwerke heizen und sorgen so für saubere Luft in Karlsruhe.