Im Wasserschutzgebiet Kastenwört sind die ersten vorbereitenden Maßnahmen für den Neubau eines Wasserwerkes angelaufen. Die Stadtwerke führen dort in Zusammenarbeit mit der Universität Karlsruhe an mehreren Stellen kontinuierliche Messungen durch, um die Grundwasser-Neubildungsmengen langfristig zu erfassen und auszuwerten. Dazu kommen auch detaillierte Studien, etwa zur Vegetation und zum regionalen Klima, sowie umfangreiche Versuche zur Grundwasserqualität. Außerdem führen die Stadtwerke an drei Brunnen – einer davon ist fertig gestellt, zwei weitere folgen im Herbst – Pumpversuche durch, um sich ein realistisches Bild von den Auswirkungen einer späteren Grundwasserförderung auf den Bodenwasser-haushalt machen zu können.
Dieses aufwändige und rund 3,5 Millionen teure Untersuchungsprogramm soll die Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit der Trinkwasserversorgung aus dem zukünftigen Wasserwerk Kastenwört sicherstellen. „Eine intakte Umwelt und Natur sind die Basis für ein qualitativ hochwertiges Trinkwasser“, betonte Dr. Matthias Maier, der bei den Stadtwerken verantwortlich für die Trinkwassergewinnung ist, bei einem Vor-Ort-Termin im Wasserschutzschutzgebiet. Deswegen sind auch eine vorausschauende Planung, eine nachhaltige Bewirtschaftung und der Ressourcenschutz die Säulen, auf denen die Trinkwasserversorgung von Karlsruhe und mehreren Umlandgemeinden aufgebaut ist.
Um die Trinkwasserversorgung langfristig zu sichern und für Bedarfspitzen im Sommer oder bei Ausfällen anderer Wasserwerke gewappnet zu sein, stellten die Stadtwerke schon vor rund 30 Jahren mit ersten Untersuchungen und einem daraus resultierenden hydrologischen Gutachten die Weichen für die Ausweisung eines fünften Wasserschutzgebietes und die Genehmigung durch das Regierungspräsidium Karlsruhe im Jahr 1996. Nach diesem Gutachten des geologischen Landesamtes könnten in diesem rund 20 Quadratkilometer großen Gebiet im Westen von Karlsruhe rund 7,4 Millionen Kubikmeter Grundwasser pro Jahr gefördert werden, ohne den Bodenwasserhaushalt zu belasten.
Für die Trinkwasserversorgung der Fächerstadt und einiger Umlandgemeinden stehen den Stadtwerken momentan vier Wasserwerke mit zusammen über 60 Brunnen zur Verfügung. Pro Tag liefern die Stadtwerke etwa 50.000 Kubikmeter Trinkwasser an ihre Kunden. An einem heißen Sommertag ist es jedoch wesentlich mehr. So verdoppelte sich beispielsweise an vier Tagen im extrem heißen August des Rekordsommers 2003 der Trinkwasserbedarf auf etwa 110.000 Kubikmeter. Den bisherigen Nachfragerekord beim Trinkwasser in diesem Sommer verzeichneten die Stadtwerke mit 98 Millionen Litern Trinkwasser am 28. Juni. „Wir beobachten seit mehreren Jahren einen Anstieg der Tages- und Stunden-Spitzenverbräuche“, erläutert Dr. Maier. „An solchen Spitzenverbrauchstagen laufen unsere technischen Anlagen auf Hochtouren, da darf es zu keinem Ausfall in den Wasserwerken kommen“, begründet er unter anderem die Notwendigkeit des geplanten Wasserwerks Kastenwört.