Das Karlsruher Trinkwasser gehört zu den besten in Deutschland. Es wird ausschließlich aus Grundwasser gewonnen und ist von Natur aus so gut, dass es in der Regel nicht gechlort werden muss. Es ist außerdem reich an Mineralstoffen, frei von Nitrit und sehr nitratarm. „Der Nitratgehalt liegt um das Zwanzigfache unter dem Grenzwert; deswegen kann das Karlsruher Trinkwasser auch bedenkenlos für die Zubereitung von Babynahrung verwendet werden“, betonte Dr. Karl Roth, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe, am Trinkwassermobil des Unternehmens beim Freibad Rappenwört. Dort informierten die Stadtwerke über das „Lebensmittel Nummer eins“ und schenkten kostenlos Trinkwasser an die Badegäste aus. Am 2. und 4. August machen sie Station vor den Freibädern in Durlach und Rüppurr.
Das Karlsruher Trinkwasser ist deshalb so gut, weil die vier Wasserwerke der Stadtwerke alle samt in ausgedehnten Waldgebieten liegen, wo sich das Grundwasser weitgehend unbeeinflusst vom Menschen bilden kann. Damit das Trinkwasser zuverlässig und in gleich bleibend guter Qualität beim Kunden ankommt, nehmen die Stadtwerke jedes Jahr mehrere Millionen Euro für die Trinkwasserversorgung der Fächerstadt und von Umlandgemeinden in die Hand. Eine der wichtigsten Baumaßnahmen im Leitungsnetz in diesem Jahr ist etwa die Erneuerung einer rund 100 Jahre alten Grauguss-Leitung in der Kaiserallee.
Auch im Bereich der Qualitätssicherung wird viel getan. Neben ständigen Kontrollen im Karlsruher Technologiezentrum Wasser überwachen die Stadtwerke die Qualität des Karlsruher Trinkwassers rund um die Uhr in ihrer Wassergütemessstation. Im Internet unter www.stadtwerke-karlsruhe.de und auf einem Monitor im Schaufenster der Kundenberatung auf der Kaiserstraße sind die aktuellen Messwerte des Karlsruher Trinkwassers jederzeit einsehbar. „Dieses gläserne Wasserwerk ist bisher einzigartig in Deutschland“, unterstrich Dr. Roth.
Schon vor mehreren Jahren ließen die Stadtwerke die Qualität ihrer Trinkwasserversorgung vom Deutschen Verband des Gas- und Wasserfachs (DVGW) zertifizieren. Mit diesem Qualitäts-Prüfsiegel und aufbauend auf jahrzehntelangen Erfahrungen können die Stadtwerke Gemeinden wie auch Geschäftskunden eine breite Palette qualifizierter Dienstleistungen im Bereich der Trinkwasserversorgung anbieten. So greifen etwa Elchesheim-Illingen, Ötigheim und Bietigheim seit einiger Zeit auf ihr Know-how zurück und haben zum Beispiel die Betriebsführung ihrer Leitungsnetze in die Hände der Stadtwerke gegeben.
Nicht nur über die Qualität, sondern auch die Quantität ihres Trinkwassers können sich die Karlsruherinnen und Karlsruher freuen. „Selbst bei einer anhaltenden Hitzewelle kommt es in der Fächerstadt nicht zu Engpässen bei den Grundwasserressourcen“, unterstrich Dr. Roth. Karlsruhe liegt in einer Region mit großen Grundwasservorräten, in der jedes Jahr rund 200 Millionen Kubikmeter Grundwasser durch Niederschläge neu gebildet werden. Sogar in trockenen Jahren entnehmen die Stadtwerke nur ein Zehntel davon für die Trinkwassergewinnung. „Auch wenn wir hier mit Wasserreichtum gesegnet ist, sehen wir es als unsere Aufgabe an, schonend mit der Ressource Wasser als elementare Lebensgrundlage umzugehen“, so Dr. Roth.
Grundwasser ist in ausreichender Menge vorhanden. Die Stadtwerke beobachten allerdings seit mehreren Jahren einen Anstieg der Tages- und Stunden-Spitzenverbräuche. Im Rekordsommer 2003 etwa lieferten die Stadtwerke im extrem heißen August vier mal etwa 100.000 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag an ihre Kunden - fast doppelt so viel wie an einem durchschnittlichen Tag. Den bisherigen Nachfragerekord beim Trinkwasser in diesem Sommer verzeichneten die Stadtwerke mit 98 Millionen Litern Trinkwasser am 28. Juni. „An solchen Spitzenverbrauchstagen laufen unsere technischen Anlagen auf Hochtouren, damit der Trinkwasserbedarf der Karlsruher Bürgerinnen und Bürger gedeckt werden kann“, sagte Dr. Roth. „Da darf es zu keinem Ausfall in den Wasserwerken kommen.“ Um die Trinkwasserversorgung langfristig zu sichern und für Bedarfspitzen im Sommer gewappnet zu sein, wurden schon vor rund 30 Jahren die Vorbereitungen zur Ausweisung eines fünften Wasserschutzgebiets im Westen von Karlsruhe getroffen. In diesem Wasserschutzgebiet Bellenkopf / Kastenwört planen die Stadtwerke, ein modernes Wasserwerk zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung und zur Vermeidung von Versorgungsengpässen zu bauen. Erste vorbereitende Maßnahmen, wie etwa Messungen zur Erfassung des Bodenwasserhaushalts, sind bereits angelaufen.