Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH verbindet Dienstleistungen in der Stadt Stadtwerke blicken auf ein erfolgreiches Wirtschaftsjahr 2004 / VBK steigern erneut Fahrgastzahlen / Höherer Schiffsgüterumschlag bei den Karlsruher Häfen
„Die KVVH - Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH konnte im Geschäftsjahr 2004, trotz einer konjunkturell schwierigen Gesamtlage und starken Preissteigerungen auf den Energiemärkten, ihr operatives Ergebnis stabil halten“, so der Sprecher der Unternehmensgruppe, Harald Rosemann, bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz. Zwar musste im Geschäftsjahr 2004 insgesamt ein Jahresverlust der KVVH von 2,9 Millionen Euro ausgewiesen werden. Dieser ist jedoch in erster Linie auf den Totalausfall der Dividende aus der Beteiligung an der EnBW AG aus 2003 zurückzuführen. „Wären diese Erträge wie im Vorjahr geflossen, hätte sich bei der Dienstleistungsgruppe sogar ein leichter Gewinn in Höhe von 0,6 Millionen Euro ergeben“, unterstrich Rosemann.
Betrachtet man den direkten Ergebnisbeitrag der mit der KVVH verbundenen Tochtergesellschaften konnte für 2004 sogar eine Ergebnisverbesserung erreicht werden. Dabei ist es wieder gelungen, den gestiegenen Zuschussbedarf der Tochtergesellschaften VBK - Verkehrsbetriebe Karlsruhe, KASIG – Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft und KBG - Karlsruher Bädergesellschaft, durch einen höheren Ergebnisbeitrag der Stadtwerke auszugleichen. „Damit konnte 2004 wieder ein positiver Effekt aus der KVVH-Dienstleistungsgruppe für die Stadt Karlsruhe erwirtschaftet werden“, so Rosemann weiter. Maßgeblich verantwortlich für die positive Entwicklung der Gesellschaft war dabei die Gewinnausschüttung der Tochter Stadtwerke. Sie konnte eines der besten Ergebnisse seit ihrer Umgründung zur GmbH im Jahr 1997 erzielen. Es erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent, wobei die Stadtwerke im bundesweiten Vergleich nach wie vor zu den preisgünstigsten Versorgern zählen.
Fahrgastzahlen und Einnahmen stiegen
Der öffentliche Personennahverkehr hat sich in Karlsruhe im Jahr 2004 weiterhin gut entwickelt. Die VBK konnten die Fahrgastzahlen um 2,1 Prozent erneut steigern. Mit 102 Millionen Fahrgästen, inklusive der unentgeltlich beförderten schwerbehinderten Fahrgäste, wurde damit die „Schallmauer“ von 100 Millionen übertroffen. Die Fahrgeldeinnahmen stiegen dabei sogar noch stärker - um 6,4 Prozent - an. „Das ist bundesweit ein Spitzenwert“, so Dr.-Ing. E.h. Dieter Ludwig, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe und Vizepräsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen.
Die gesamten Einnahmen der VBK betrugen 83,4 Millionen Euro, das sind 4,1 Prozent mehr als im Wirtschaftsplan ursprünglich vorgesehen. Trotz dieser Steigerung der Einnahmen konnte das Defizit nicht mehr auf dem Niveau der Vorjahre gehalten werden. Es beträgt 22,9 Millionen Euro und liegt somit zwar um 1,1 Millionen Euro höher als im Vorjahr, doch immerhin um 1,0 Million Euro besser als ursprünglich geplant. Verantwortlich für diese Entwicklung ist unter anderem der Zwang, die Investitionen wegen verspäteter Zuschusszahlungen in größerem Maß als in den Vorjahren vorzufinanzieren. Die VBK gehörten auch 2004 zu den großen Investoren der Region. Insgesamt wurden 28,5 Millionen Euro, darunter 11,3 Millionen in neue Fahrzeuge und 14,4 Millionen in den Ausbau der Streckeninfrastruktur, investiert.
Steigende Umschlagszahlen in den Häfen
Steigende Umschlagszahlen sowohl im Rhein- als auch im Ölhafen konnte der für den Geschäftsbereich Rheinhäfen zuständige Geschäftsführer, Dipl.-Ing. Alexander Schwarzer, vermelden. Gegenüber dem von extremem Niedrigwasser beeinflussten Jahr 2003 konnte der Gesamtumschlag um 7,6 Prozent auf 6,6 Millionen Tonnen gesteigert werden. Besonders erfreulich ist hierbei die wiederum zweistellige Wachstumsrate beim Container-Verkehr. Mit 4,3 Millionen Euro wurde 2004 wieder kräftig in die Hafeninfrastruktur investiert. Auch im Berichtsjahr gelang es dem Geschäftsbereich Rheinhäfen eine „schwarze Null“ zu erwirtschaften.
Erfolgreiche Vertriebstätigkeiten
Erfolge hatten die Stadtwerke im abgelaufenen Geschäftsjahr bei ihren Vertriebsaktivitäten zu verzeichnen: „Wir haben unseren Marktanteil im Wärmemarkt mit unseren Energien Erdgas und Fernwärme weiter steigern können und auch im Strombereich konnten wir einige namhafte Firmen als Stromkunden zurückgewinnen“, so Dr. Thomas Unnerstall, Geschäftsführer der Stadtwerke für die Bereiche Vertrieb und Handel. Auch außerhalb der Stadtgrenzen von Karlsruhe ist es gelungen, weitere Stromkunden zu akquirieren. Negativ für die Volkswirtschaft entwickelten sich die Primärenergiepreise, die im Jahresverlauf deutlich zugelegt haben. Darüber hinaus führten die im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Handelspreise sowie eingetretene Erhöhungen bei der Netznutzung des vorgelagerten Transportnetzes zu einem deutlichen Anstieg bei den Strombereitstellungskosten.
Investitionen im technischen Bereich in die Versorgungssicherheit
Im Jahr 2004 haben die Stadtwerke Karlsruhe insgesamt 27 Millionen Euro investiert. „Unser Engagement in die Netze und Anlagen zeigt, dass die Begriffe ‚Versorgungssicherheit‘ und ‚Qualität der Versorgung‘ bei den Stadtwerken Karlsruhe sehr ernst genommen werden“, unterstrich Dr. Karl Roth, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke. Allein im Bereich der Stromversorgung wurden 6,1 Millionen Euro investiert. Das sind 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Gerade im östlichen Versorgungsbereich wurden störanfällige 20-kV-Freileitungen verkabelt und das Umspannwerk Ost modernisiert.
Kurzer Ausblick auf das laufende Jahr
Für das Jahr 2005 rechnen die Stadtwerke mit weiterhin steigenden Weltmarktpreisen für Öl, Erdgas und Strom und dadurch mit erheblichen weiteren Kostensteigerungen. Dadurch werden die Energiepreise für die Kunden in Deutschland auch im Jahr 2005 eher eine steigende Tendenz aufweisen. Die Stadtwerke werden jedoch ihre moderate Preispolitik der letzten Jahre fortführen und halten an ihrem Ziel fest, in Baden-Württemberg und darüber hinaus zu den günstigsten Energieversorgern zu gehören. Dazu wird das Unternehmen seine Anstrengungen weiter intensivieren, sowohl auf der Beschaffungsseite als auch bei den internen Kosten alle Optimierungspotenziale zu nutzen.
Aufgrund der Situation der öffentlichen Haushalte ist mit weiteren Rückgängen der öffentlichen Finanzierungsbeiträge zu rechnen. Daher wird die Finanzierung durch die Nutzer des ÖPNV künftig noch eine größere Rolle spielen müssen. Die VBK hoffen jedoch, mit einem guten Leistungsangebot und vergleichsweise günstigen Tarifen die Fahrgastzahlen 2005 auf dem hohen Niveau des Jahres 2004 zu halten. Für 2006 rechnet VBK-Chef Dieter Ludwig dann mit weiteren Steigerungen durch die derzeit im Bau befindliche Straßenbahnstrecke in die Nordstadt, die 2006 eröffnet wird. Die Zukunftsinvestitionen im Becken 1 stehen bei den Rheinhäfen kurz vor dem Abschluss. Dies und weiter steigende Umschlagszahlen lassen dort auch ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr 2005 erwarten.
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