Durch eine Solar-Initiative wollen die Stadtwerke die klimafreundliche Stromerzeugung aus Sonnenenergie in Karlsruhe voranbringen: Schlüsselfertig und zum Festpreis bieten sie zusammen mit einem Partnerunternehmen und Banken Hausbesitzern Photovoltaikanlagen im Komplettpaket an. „Die Stadtwerke verbinden vorbildlich ein mögliches Engagement von Umweltfreunden mit dem wirtschaftlichen Grundgedanken“, unterstrich Erster Bürgermeister Siegfried König bei der Vorstellung des Programms. Denn mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird für Strom aus Solaranlagen langfristig ein hoher Vergütungssatz festgelegt und hierdurch die Solaranlage während der Betriebszeit finanziert. In der Regel werden sogar Überschüsse entstehen, da heutige Solaranlagen eine durchschnittliche Betriebszeit von über 20 Jahren erreichen.
EEG garantiert hohen Vergütungssatz für Solarstrom
Hintergrund für die Initiative der Stadtwerke ist das im August vergangenen Jahres in Kraft getretene Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG). Es legt für eingespeisten Strom aus solarer Strahlungsenergie langfristig hohe Vergütungssätze fest, die die Errichtung und den Betrieb von Photovoltaikanlagen wirtschaftlich werden lassen. Für Strom aus Aufdachanlagen werden je nach elektrischer Leistung 51,30 bis 54,53 Cent pro Kilowattstunde bei Inbetriebnahme im Jahr 2005 vergütet. Der Vergütungssatz ab dem Inbetriebnahmejahr ist für die jeweils folgenden 20 Jahre festgeschrieben und konstant.
Projektpartner planen, bauen, finanzieren
Für die Realisierung von PV-PRIVAT ist es den Stadtwerken gelungen, mit dem Unternehmen SunTechnics, einen der europaweit führenden solaren Systemanbieter mit ins Boot zu holen. Die Ingenieure von SunTechnics haben bereits viele Anlagen von der kleinen Privatanlage bis hin zu solaren Großprojekten realisiert. Nach einer Vorprüfung durch die Energieberater der Stadtwerke übernimmt SunTechnics die weiteren Vertragsmodalitäten mit dem Kunden. Die Firma prüft die Machbarkeit der Anlage, plant und errichtet als Generalunternehmer die „schlüsselfertige“ Anlage zu einem Festpreis: Einschließlich Inbetriebnahme und Zählersetzung kostet eine 1 Kilowatt-Anlage 5.900 Euro, eine 2 kW-Anlage 11.500 Euro und jedes weitere Kilowatt installierter Leistung 5.500 Euro zusätzlich. Diese Preise - aufgerundet und ohne Mehrwertsteuer - gelten für eine standardisierte Installation auf einem Schrägdach. Aus wirtschaftlichen Gründen raten die Stadtwerke jedoch mindestens eine 2 Kilowatt Anlage ins Auge zu fassen. Benötigt werden mindestens 8 Quadratmeter unverschattete Dachfläche je Kilowatt installierter Leistung.
Die Stadtwerke garantieren mit ihrem Know How für die Qualität des Angebots. Der Kunde kann eine Kleinanlage bis etwa 5 Kilowatt Leistung erwerben, die sich auch mit nur wenig Eigenkapital durch die erzielten Einspeisevergütungen schon über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren unter günstigen Voraussetzungen weitgehend selbst finanziert.
Maßgeschneiderte Finanzierung
„Sehr viel einfacher geht es nicht mehr Strom mit der Sonne selbst zu erzeugen“, unterstreicht Dr. Karl Roth, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke. „Zudem ist es gelungen, mit den beiden Karlsruher Banken, der Spar- und Kreditbank (SKB) und der BBBank, den Interessenten maßgeschneiderte Finanzierungsmodelle über Darlehen oder auch einen Bausparvertrag anbieten zu können.“ Die Partner verzichten bei einer Standardanlage auf die Sicherung im Grundbuch. Die Finanzierung ist alternativ natürlich auch über die eigene Hausbank oder über eine andere Bank und die günstigen Kredite der KfW möglich.