Die Stadtwerke Karlsruhe haben in diesem Jahr im Bereich ihres Leitungsnetzes viel vor. Ein umfangreiches Sanierungsprogramm sieht für 2005 allein im Bereich der Trinkwasserversorgung Investitionen in neue Leitungen in Höhe von rund 5 Millionen Euro vor.
Eine große Baumaßnahme der Stadtwerke hat vor wenigen Tagen auf der Kaiserallee begonnen. Dort erneuert das Unternehmen im Bereich zwischen der Koch- und der Händelstraße auf einer Länge von rund 900 Metern die mehr als 100 Jahre alte Trinkwasserleitung aus Grauguss. Um die Verkehrsbehinderungen möglichst gering zu halten, wird es zwei Bauabschnitte geben. Im ersten Teilstück bis in Höhe der Blücherstraße bauen die Stadtwerke eine wesentlich stärker dimensionierte Leitung als bisher ein. Wenn eine der wichtigen Transportleitungen am Kaiserplatz wegen des eventuellen Baus der „U-Strab“ außer Betrieb genommen werden muss, wird sie dann deren Anteil an der sicheren Trinkwasserversorgung der Innenstadt übernehmen.
Die zu erneuernde Leitung verläuft nicht direkt unter der Kaiserallee, sondern unter der nördlichen Anlieger-Fahrbahn, die Richtung Westen stadtauswärts führt. Deswegen rechnen die Stadtwerke mit keiner nennenswerten Beeinträchtigung durch das Baugeschehen. Allerdings werden abschnittsweise im unmittelbaren Baustellenbereich die Anwohnerparkplätze gesperrt sein.
Die Erneuerung der Trinkwasserleitung kostet die Stadtwerke 325.000 Euro und dauert voraussichtlich bis zum Jahresende. Tour de France-Fans brauchen aber keine Angst zu haben: Wenn die Radsportler am 8. Juli durch Karlsruhe rollen, wird von der Baustelle nichts zu sehen sein, denn zu diesem Mega-Event werden die Stadtwerke den Graben schließen.
Auch in der Lameystraße wird an der Trinkwasserleitung gearbeitet. Dies geschieht jedoch weitgehend ohne Graben, denn dort wird erstmalig in Karlsruhe ein innovatives Rohrsanierungsverfahren eingesetzt. In die alte, rund 170 Meter lange Graugussleitung, die zuvor gereinigt und mit Hilfe von Spezialkameras inspiziert wurde, ziehen die Stadtwerke einen so genannten „U-Liner“ ein. Heißer Dampf bringt ein in U-Form gefaltetes Kunststoffrohr wieder in seine ursprüngliche runde Form. Dieses grabenlose Sanierungsverfahren ist besonders effizient und bringt gerade in Gebieten mit enger Bebauung und hohem Verkehrsaufkommen Vorteile.