Auch die Stadtwerke beteiligen sich am Tag der Erneuerbaren Energien und laden für Samstag, 30. April, zu ihrer „R-Tour", einer geführten Fahrradtour zum Karlsruher Sonnendach, Laufwasserkraftwerk Appenmühle und Windmühlenberg am Rheinhafen ein. Treffpunkt ist um 10 Uhr vor dem Haupteingang der Stadtwerke in der Daxlander Straße 72.
Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten die Stadtwerke ab dem 23. April um Anmeldung unter der Telefonnummer 599-22 22. Bei sehr schlechtem Wetter findet die Tour nicht statt und wird auf einen späteren Termin verschoben. Die angemeldeten Teilnehmer werden dann rechtzeitig benachrichtigt.
Die „R-Tour“, die die Stadtwerke vor mehr als fünf Jahren ins Leben riefen und die schon lange zum festen Bestandteil des Veranstaltungsprogramms der Kundenberatung geworden ist, führte bereits rund 1.400 Umweltfreunde zu regenerativen Energieerzeugungsanlagen in Karlsruhe. Diese Anlagen werden mit den Geldern aus dem Umweltangebot „R plus“ gefördert. Bislang haben sich rund 1.650 Kunden für diesen „grünen Strom“ der Stadtwerke entschieden und unterstützen mit einem kleinen Aufschlag auf den Strompreis den Ausbau der regenerativen Energieerzeugung in der Fächerstadt.
Erste Station der „R-Tour“ ist das Karlsruher Sonnendach, eine Gemeinschafts-Solaranlage auf dem Verwaltungsgebäude der Stadtwerke in der Daxlander Straße. Diese Photovoltaikanlage, in die 200 private Anteilseigner investiert haben, ist mit 50 Kilowatt Leistung die größte und leistungsfähigste netzgekoppelte Anlage in der Fächerstadt. Das Sonnendach ging 1999 in Betrieb und wurde dank des großen Zuspruchs zweimal erweitert. Heute erzeugen die 530 Solarmodule der 475 Quadratmeter großen Anlage rund 50.000 Kilowattstunden Strom im Jahr - eine Menge, mit der etwa 20 Haushalte versorgt werden können. Die Rahmenbedingungen für einen guten Stromertrag sind ideal: Die Längsachse der Anlage ist ost-west-orientiert, so dass die Solarzellen nahezu optimal nach Süden ausgerichtet sind und das Dach ist nahezu verschattungsfrei.
Nächste Etappe der „R-Tour“ ist das Laufwasserkraftwerk Appenmühle an der Alb in Daxlanden. Mit ihm erzeugen die Stadtwerke jährlich rund 200.000 Kilowattstunden Strom, welcher für die Versorgung von 80 Karlsruher Haushalten reicht.
Zum Abschluss der Tour besuchen die Radler den Karlsruher „Windmühlenberg“. Auf der Mülldeponie West tun drei Windkraftanlagen ihren Dienst - zwei mit einer Leistung von 750 Kilowatt und eine leistungsstärkere mit 1.500 Kilowatt. Die Anlagen, die die Windmühlenberg GmbH zwischen 1999 und 2003 installierte, erzeugen jährlich insgesamt 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom. Damit können 1.800 Haushalte versorgt werden. Die Windkraft ist nicht die einzige regenerative Energiequelle auf der Mülldeponie. Auch das Deponiegas, das dort entsteht, wird aufgefangen und in Blockheizkraftwerken in Strom und Wärme umgewandelt. Die Stadtwerke bauten im Jahr 2001 zusammen mit dem Amt für Abfallwirtschaft und der Firma Haase drei solcher Anlagen, die zusammen jährlich rund 4 Millionen Kilowattstunden Wärme und über 8 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Mit dieser Strommenge können mehr als 3.200 Haushalte versorgt werden.
Wie viel Strom aus erneuerbaren Energiequellen in Karlsruhe täglich gewonnen wird, zeigt die Internet-Seite www.zdee.de. Diese „Zentrale Datenbank Erneuerbarer Energien“ listet alle stadt- und firmeneigenen sowie privaten Karlsruher Anlagen auf und erfasst die Messergebnisse.