Im Rahmen eines EU-Projektes haben sich sieben südamerikanische und europäische Partner unter Federführung der Stadtwerke Karlsruhe zusammengeschlossen, um die Abfallprobleme auf Galapagos (Ecuador) und der kolumbianischen Insel San Andrés zu lösen. Die beiden als Biosphärenreservate unter Schutz gestellten Inseln leiden unter dem Abfall, den der Tourismus mit sich bringt. Abfallvermeidung, Trennung und Recycling sind die eine Seite, Schulung von Fachkräften und Aufklärungsarbeit unter der Bevölkerung über die Gefahren der Umweltverschmutzung sind aber genauso Aufgabe des Projektes.
Als Anerkennung und zugleich Verpflichtung für die Stadt Karlsruhe und die Stadtwerke sieht Erster Bürgermeister Siegfried König die Übertragung des Projektes: „Ich bin überzeugt, dass mit gutem Willen und Engagement auch bei schwieriger Haushaltslage kommunale Entwicklungszusammenarbeit möglich und nötig ist.“ Entwicklungsarbeit und Umweltschutz dürfen nicht nach Kassenlage begonnen oder beendet werden, unterstreicht König. Allerdings ließ er keinen Zweifel, dass ohne die Hilfe der EU das Projekt nicht realisierbar sei.
Was sich die Projektpartner vorgenommen haben, ist eine Kombination aus technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Maßnahmen, erläuterte Dr. Roland Roth, Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe. Die technischen Maßnahmen beziehen sich auf eine geordnete Deponierung, die Niederschlagswasser abhält und Schadstoffeinträge in den Boden vermeidet. Eine Deponieabdeckung, Umzäunung und Ableitung der Sickerwässer sind einige Maßnahmen. Mindestens den gleichen Stellenwert haben Fragen der Organisation, die mit Wirtschaftlichkeitsfragen zusammenhängen. Hier wird geprüft, welche Wertstoffe sich trennen lassen, wie Verwertungsmöglichkeiten aussehen und wie sich der Abtransport der Abfälle von den Inseln optimieren lässt.
Die Projektpartner arbeiten in diesen Fragen Hand in Hand und ergänzen sich durch Fachwissen. Die spanischen Partner aus Arucas auf Gran Canaria haben beispielsweise als stark touristisch besuchte Kommune Erfahrungen mit Kompostierung und Abfalltrennung auf einer Insel. Die Erfahrungen aus Lima mit Abfallverwertung und Sammlung ergänzen diese. Die Fachleute aus dem Amt für Abfallwirtschaft in Heidelberg konzentrieren sich auf die Bereiche Schulung und Umweltbildung und die Stadtwerke Karlsruhe auf wirtschaftliche Fragen Über ihren Partner, die Firma wat - Wasser und Abfalltechnik, sind Fachleute zu Fragen der Deponietechnik und Abfallbehandlung eingebunden.