Seit über 25 Jahren steuerte Prof. Jürgen Ulmer als Werkleiter und späterer Geschäftsführer den Kurs der Stadtwerke Karlsruhe. Die Palette seiner Aufgaben und erreichten Ziele im Bereich der Energie- und Trinkwasserversorgung der Fächerstadt ist lang und beginnt bereits Mitte der 60er Jahre mit der Umstellung der Karlsruher Gasversorgung von Stadtgas auf Erdgas. Hier oblag ihm die Projektleitung. „Keine leichte Zeit und eine harte Schule“, kommentierte Oberbürgermeister Heinz Fenrich die erste große Aufgabe des jungen, engagierten Maschinenbau-Ingenieurs.
Diese bestandene Bewährungsprobe führte Jürgen Ulmer dann innerhalb weniger Jahre in große Verantwortung: Schon 1975 bekam er im Alter von nur 37 Jahren in der Werkleitung der Stadtwerke die Verantwortung für den gesamten Gas- und Wasserbereich übertragen und gehört so zu den am längsten im Dienst stehenden Geschäftsführern des ganzes Fachs in Deutschland.
Zusammen mit seinen vier Werkleiter-Kollegen, die zuständig für die Bereiche Rheinhafen, Verkehrsbetriebe, Fernwärme und Strom sowie Verwaltung waren, gab er den Kurs der Stadtwerke vor, die damals noch ein Eigenbetrieb der Stadt Karlsruhe waren. Ab 1989 führte er dann als alleiniger Werkleiter die Versorgungsbetriebe weiter.
Schon früh hatte er das ehrgeizige Ziel, die stark verwaltungsorientierten Versorgungsbetriebe in ein modernes Dienstleistungsunternehmen umzuwandeln. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Kundenberatung in der Karlsruher City, die heute auf über zehn Jahre erfolgreiche Arbeit zurückschauen kann und internationalen Modellcharakter besitzt.
Ein Höhepunkt seines Wirkens war zweifelsohne die Umgründung der Stadtwerke zu einer GmbH mit der Stadt Karlsruhe, der Energie Baden Württemberg EnBW AG und der Ruhrgas AG als Gesellschaftern. „Prof. Ulmer hat die Zeichen der Zeit erkannt und sein Unternehmen frühzeitig für den Wettbewerb am liberalisierten Strommarkt gerüstet“, so Oberbürgermeister Fenrich in seiner Laudatio. Eine schwierige Aufgabe, die sehr viel Verhandlungsgeschick und Überzeugungsarbeit bei den Politikern, den neuen Gesellschaftern und nicht zuletzt den Mitarbeitern erforderte.
Der Wettbewerb auf dem Strommarkt forderte neue Strom-Beschaffungskonditionen. Hier galt es, die Partnerschaft mit der EnBW zu intensivieren. Die intensive Zusammenarbeit insbesondere im Rheinhafen Dampfkraftwerk und die gleichzeitige Einstellung der kostenintensiven Kohleverbrennung im Heizkraftwerk West hat die Stadtwerke zu einem auch heute marktfähigen Unternehmen gemacht.
Auch auf nationaler Ebene verschaffte sich Prof. Ulmer durch sein Fachwissen Ansehen, was unter anderem durch seine Wahl zum Präsidenten des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches im Jahr 1998 deutlich wurde. Im Rahmen seines jahrelangen Engagements als Dozent am Engler-Bunte-Insitut der Universität Karlsruhe wurde er 1993 zum Honorarprofessor ernannt.
Da die Geschäftsführung der Stadtwerke seit einigen Jahren aus einem alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführer Prof. Ulmer und zwei Vertretern mit eigenen Geschäftsbereichen bestand, war es nur konsequent, einen kontinuierlichen Übergang in der Leitung des Unternehmens sicher zu stellen. Der bisherige Stellvertreter für den kaufmännischen Bereich, Diplomvolkswirt Harald Rosemann, wurde bereits zum 1. Oktober 2001 Geschäftsführer. Den Bereich „Vertrieb und Handel“ leitet seit Februar diesen Jahres Dr. Thomas Unnerstall und Dr. Karl Roth hat Anfang September die technische Leitung übernommen.