Drei weitere Schulen bekamen eine auf’s Dach: Dank des Solar-Projekts „Sonne in der Schule“ der Stadtwerke Karlsruhe erzeugen die Europaschule und die Grundschule Wolfartsweier mit Photovoltaikanlagen bereits seit August ihren ersten solaren Strom. Die Installationsarbeiten für die Solaranlage auf dem Dach der Carl-Engler-Schule laufen derzeit auf Hochtouren, so dass auch die dritte Anlage im Herbst ihren Betrieb aufnehmen kann. Nach dem großen Erfolg der ersten Aktion im Jahr 2000 entschlossen sich die Stadt-werke zu einer zweiten Runde von „Sonne in der Schule“ und nahmen erneut rund 80.000 Euro aus ihrem Fördertopf für regenerative und alternative Projekte in die Hand, um nach der Heinrich-Hertz-Schule, der Grund- und Hauptschule Grötzingen und dem St. Dominikus Gymnasium weiteren drei Karlsruher Schulen den Bau eigener Photovoltaik-Anlagen zu ermöglichen.
Fördergelder für drei Schulen mit stimmigem Ökokonzept
Die Fördergelder zu bekommen war nicht einfach, denn die Stadtwerke verlangten von den Schulen ein stimmiges ökologisches Konzept. Elf Karlsruher Schulen nahmen die Herausforderung an und stellten der Jury – bestehend aus Vertretern des Bürgermeisteramts, des Schul- und Sportamts, der Gebäudewirtschaft und der Stadtwerke – dar, wie die künftige Solaranlage in ihr Ökokonzept eingebunden wird, welche Begleitmaßnahmen zur Anlage und welche sonstigen Aktivitäten im Umweltbereich geplant sind oder schon laufen. So wurde die Europaschule bereits zweimal als Umweltschule Europas ausgezeichnet. Das Gymnasium in der Waldstadt ließ bereits ein Öko-Audit mit Energieeinsparkonzept durchführen. Ein eigenes Müllkonzept oder auch die Einführung des Wahlfachs Solartechnik zeichnen die Carl-Engler-Schule aus und mehrere Natur- und Wasserschutzprojekte kann sich die Grundschule Wolfartsweier auf die Fahnen schreiben.
Stadtwerke finanzieren und betreuen die Solaranlagen
Die Gewinnerschulen bekommen netzgekoppelte Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von jeweils 3 Kilowatt. Solche Anlagen kosten heute etwa 25.500 Euro. „Die Stadtwerke übernahmen auch dieses Mal wieder die Planung und Ausschreibung der Solaranlagen mit der dazugehö-renden Messtechnik zur Auswertung der Daten“, erläutert Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Thomas Unnerstall. Hierbei arbeite das Unternehmen eng mit dem Fraun-hofer Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg und den jeweiligen Schul- beziehungsweise Projektleitungen sowie der Gebäudewirtschaft zusammen.
Der Stromertrag einer solchen, etwa 30 Quadratmeter großen Anlage liegt bei rund 2.700 Kilowattstunden im Jahr, was nur wenigen Prozent des Gesamtenergieverbrauchs der Schulen entspricht. „Bei ‚Sonne in der Schule‘ gehe es jedoch nicht in erster Linie um die Stromerzeugung, sondern vielmehr um den Lernprozess“, hob Dr. Unnerstall die Bedeutung des Pro-jekts hervor. Um die solare Stromerzeugung für die Schülerinnen und Schüler anschaulich zu machen, werden die Messwerte über große Displays an exponierter Stelle in den Schulen visualisiert. Ziel in diesem Herbst ist es, dass die Messdaten auch direkt auf den Internetseiten der Stadtwerke Karlsruhe abgefragt werden können.
„Sonne in der Schule“ pädagogisch wertvoll
Durch „Sonne in der Schule“ ermöglichen es die Stadtwerke den ausgewählten Schulen, mit einem ideellen Kostenanteil von nur 250 Euro je installiertem Kilowatt, der selbst aufgebracht werden muss, eine eigene Solarstromanlage zu errichten. Die Schülerinnen und Schüler bekommen die Gelegenheit, regenerative Energieerzeugung praxisnah und anschaulich mit einer eigenen Photovoltaikanlage zu testen. „Bewusstseinsbildung durch Handeln ist hier die Devise“, verdeutlicht Erster Bürgermeister Siegfried König, der übrigens selber zur Jury gehört, den Sinn des Pro-jekts. Es schärfe das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Energie und sei daher pädagogisch sehr wertvoll.
„Die beim Verheizen fossiler Brennstoffe entstehenden Kohlendioxid-Emissionen sind Hauptverursacher der globalen Erwärmung. Eine solche Klimaveränderung könnte auch bei uns verheerende Auswirkungen haben, und vieles spricht dafür, dass die Flutkatastrophe in Ostdeutschland, Tschechien, Polen und Österreich Mitte August mit der Klimaveränderung zu tun hat“, bringt es Siegfried König auf den Punkt. Die intensive Förderung regenerativer Energien werde daher immer vordringlicher.