Im Rahmen ihres fünftägigen Besuchs in Karlsruhe bat eine Delegation aus Temeswar mit dem Oberbürgermeister Dr. Gheorghe Ciuhandu an der Spitze am Freitag die Stadtwerke Karlsruhe um Hilfe bei der Neuorganisation der Fernwärmeversorgung der Partnerstadt. Quasi „ins kalte Wasser geworfen“ wurde die Stadtverwaltung, denn wo bisher die beiden staatlichen Heizwerke, die rund 270.000 der 320.000 Einwohner der rumänischen Großstadt mit Wärme versorgen, in der Planwirtschaft betrieben wurden, muss nun die Stadt einspringen. So schildert Dr. Ciuhandu die derzeitige Situation.
Ohne Vorbereitungszeit steht die Stadt jetzt vor der Aufgabe, die Fernwärmeversorgung kurzfristig neu zu ordnen. Den hohen örtlichen Beschaffungskosten für Fernwärme stehen niedrige Erträge gegenüber, die bisher Subventionen durch die Stadt erfordern. „Um diese Defizite zukünftig auszugleichen, muss die neu gegründete, zu 100 Prozent kommunale Betreibergesellschaft, Wege finden, die Fernwärmebereitstellung effizienter zu gestalten“, erklärte das Stadtoberhaupt von Temeswar und bat hier um die Hilfe der Stadtwerke Karlsruhe. „Auf die er zählen kann“, wie Prof. Jürgen Ulmer, Vorsitzender der Geschäftsführung, zusicherte.
Konkret gehe es um die Ausarbeitung eines Konzepts, das aufzeigen soll, wie die Produktionskosten verringert werden können. In ihm sollen technische Aspekte, wie etwa die Umrüstung eines der beiden Heizwerke auf Kraft-Wärme-Koppelbetrieb oder der Brennstoff-Einsatz, genauso beleuchtet werden, wie die Wirtschaftlichkeit der derzeitigen Prozessabläufe.
In den kommenden Wochen werden Fachleute der Stadtwerke Daten über die Fernwärmeversorgung in Temeswar zusammentragen und in einem Grundkonzept auswerten. Dieses soll dann nach einem Vorort-Termin und in enger Zusammenarbeit mit den dortigen Fachleuten detailliert ausgearbeitet und in einer Machbarkeitsstudie zusammengefasst werden.