Die Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs und Hafen GmbH (KVVH) kann auch im Jahr 2001 auf eine schwarze Zahl im Ergebnis blicken. „Die städtische Holding hat sich zusammen mit ihren Beteiligungsgesellschaften wirtschaftlich sehr gut behauptet“, so der Sprecher der Unternehmensgruppe, Prof. Jürgen Ulmer, bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz. Die Stadtwerke, Verkehrsbetriebe und die Häfen werden von den Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern als „lokale Premiummarken“ gesehen. Diese Kundenbindung war die Basis, die Unternehmen im Wettbewerb zukunftsfähig auszurichten.
Der Finanzbereich der Holding und die Gewinnabführung der Stadtwerke Karlsruhe GmbH konnten den Aufwandsüberschuss der Verkehrsbetriebe von 21,3 Millionen Euro in diesem Jahr wieder ausgleichen. Darüber hinaus erhielt die Stadt Karlsruhe 20,2 Millionen Euro an Konzessionsabgabe von den beiden Unternehmen und einen Überschuss von 400.000 Euro. „Ich bin grundsätzlich recht zuversichtlich, dass ähnlich gute Ergebnisse auch in den kommenden Jahren erwirtschaftet werden können, es sei denn, dass staatliche Eingriffe oder heute nicht vorhersehbare Marktveränderungen zu plötzlichen Mehrbelastungen führen. Dabei ist nicht auszuschließen, dass in dem einen oder anderen Jahr das KVVH-Ergebnis auch etwas unter die Nulllinie rutschen kann“, wagt Prof. Ulmer einen Ausblick auf die nächsten Jahre.
Das Ergebnis der Stadtwerke Karlsruhe GmbH lag vor Steuer im Jahr 2001 exakt in der Höhe des vorangegangenen Jahres. Rückgänge in der Stromsparte konnte das Unternehmen insbesondere auch durch den Fernwärmebereich ausgleichen. Nach dem in den Jahren 1998 bis 2000 heftig geführten Wettbewerb auf dem Strommarkt, der zum Teil zu nicht mehr kostendeckenden Strompreisen führte, trat im Jahr 2001 eine gewisse Marktberuhigung ein. Zahlreiche Billiganbieter sind wieder vom Markt verschwunden und die seriösen Wettbewerber haben erkannt, dass die Akquisition von Kunden zu Dumpingpreisen langfristig nicht zum Erfolg führen kann. Der Marktpreis für die Strombeschaffung bewegt sich zwischenzeitlich deutlich nach oben.
Der Wettbewerb auf dem Erdgasmarkt verlief im vergangenen Jahr noch eher verhalten. Prof. Ulmer rechnet auch in diesem Jahr nicht mit Einbrüchen durch den nun auch liberalisierten Gasmarkt, da die Stadtwerke Karlsruhe in Baden-Württemberg mit zu den günstigsten Anbietern gehören. Der Bereich Fernwärme konnte im Jahr 2001 weiter ausgebaut und in der Ertragskraft deutlich gestärkt werden. Dabei gehören die Stadtwerke zu den günstigsten Fernwärmeanbietern Deutschlands. Der Sprecher der Geschäftsführung nahm die Präsentation des guten Ergebnisses zum Anlass, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich mit großem Engagement und hoher Motivation für das Unternehmen einsetzen, zu danken.
Verkehrsbetriebe für den Wettbewerb „gut aufgestellt“
Die 100-prozentige Tochter der KVVH, die VBK-Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH ist für den künftigen Wettbewerb „gut aufgestellt“, so Geschäftsführer Dr. Dieter Ludwig. Die Infrastruktur wurde in den letzten Jahren systematisch ausgebaut, der Wagenpark modernisiert und die Produktivität gesteigert, außerdem wurden neue marktorientierte Tarifangebote eingeführt. Die Fahrgastzahlen sind seit den 80er Jahren kontinuierlich gestiegen, auf jetzt 96,6 Millionen. Ebenso konnten die Tarifeinnahmen gesteigert und das Defizit gegenüber dem Höchststand Mitte der 90er Jahre kräftig abgebaut werden. Mit einem Minus von 21,3 Millionen Euro war das Ergebnis trotz gestiegener Kosten genauso hoch wie im Vorjahr und 0,8 Millionen Euro besser als ursprünglich geplant.
Häfen steigern leicht das Ergebnis
Trotz eines durch einen längeren Stillstand der Raffinerie bedingten Umschlagrückgangs von 6,7 auf 6,2 Millionen Tonnen konnte der Geschäftsbereich Rheinhäfen im Jahr 2001 mit 0,3 Millionen Euro ein um 0,1 Millionen Euro besseres Ergebnis als im Vorjahr erzielen. Vor Steuern fällt die Ergebnisverbesserung mit 0,4 Millionen Euro noch deutlicher aus. Erreicht wurde dieses Ergebnis durch Aufwandsreduzierungen in allen Bereichen, insbesondere durch verringerte Pensionsrückstellungen und verminderte Fremdleistungen.